Posts

Dampfende Rösser

Bild
Wer im Glashaus sitzt, werfe nicht mit Steinen. Allenfalls nur ganz winzigen. Oder so ähnlich. Dann nehme man aber in Kauf, bitteschön, es scherbelt. Umständehalber vielleicht auch ganz heftig. Darum lass ich es mal ein wenig scherbeln. Ich entstamme einer Raucherfamilie. Keine Kampfraucher. Also mit Ausnahme meines Grossvaters. Mütterlicherseits. Aber der Rest? Eher so Gelegenheitspaffer. Wenn’s grad eine hatte. Oder einer da war. Der eine hatte. Eine Zigarette. Oder mehrere. Den man deshalb eine abschnorren konnte. Einfach weils gemütlich war. Lustigerweise war es das eigentlich immer. Mindestens aber interessanter. Bei den Rauchern. Draussen. Als drinnen mit den Omis über weiss Gott was zu palavern. Darum stellte ich mich auch meistens mit dazu. Und schnorrte eine. Manchmal kaufte ich mir auch ein eigenes Päckchen. Von dem paffte ich eine. Oder zwei. Den grossen Rest lies ich mir abschnorren. Auch von meiner Familie. Nicht nur. Aber oft. Und in der Regel waren es es ganz harmlose.…

Renitent

Bild
Mann! Zum Glück muss ich mir das nicht antun. Ich hätte echt die Nerven nicht. Ich schwör! Mir reicht es schon als Passagier. Mit dem Tram durch die Stadt zu fahren. Geschweige denn, als Fahrer. Wirklich nicht. 20 Minuten. Von der Haltestelle Kunsthaus bis Leutschenbach. Quer durch die Stadt. Morgens um 07:00 Uhr. Jedes Mal. Alle. Auto, Velo, Fussgänger. Alte, Junge, Kinder. Männlich und weiblich. Die irgendwo dazwischen auch. Es ist nur dem Zufall zu verdanken. Eigentlich müsste es jeden Tag ein paar erwischen. Final.
Autofahrer haben den Aussen- und Rückspiegel nur zur Zierde. Oder noch schlimmer. Nach einem Crash. Den der Fahrer verschuldet hat. Weil er einfach aufs Tramtrasse auswich. Wegen dem Velo vor ihm. Kein Schuldbewusstsein. Er hätte ja ausweichen müssen. Grossartiges Argument. Zack! Zurück auf null. Noch einmal in die Fahrschule und von vorne. Alles andere? Vergebene Liebesmüh.  Fussgänger. Kopfhörer im Ohr. Verträumter Blick. In die Ferne. Mit sofort anschliessendem Hech…

Konfusius

Bild
Eigentlich ist es ganz einfach. Es bedarf keiner grossen Kunst und geht ruck zuck. Ausserdem muss ich gestehen, ich mache es ab und zu noch ganz gerne. Menschen aus der Fassung zu bringen. So ganz nebenbei. Wirklich kein grosses Drama. Mehr so eine kleine, feine Bemerkung. Aus dem Hinterhalt. Quasi im Vorbeigehen. Wie letztens in der Stadt. Begegnet mir doch eine Bekannte, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe. Von der ich aber wusste, sie war längere Zeit Single und auf der Suche. Nach dem passenden Deckel. Wobei, für diesen Topf einen Deckel zu finden? Gar nicht so einfach. Weil, sagen wir mal. Sehr individuelle Form. Der Topf. Also nicht das sie meinen, einfach so in einen Laden und mal eben zur Verkäuferin und ich besitze einen Topf dieser oder jener Marke in der Grösse und suche jetzt einen Deckel. Und die Verkäuferin, ja, also, alles kein Problem und ich geh jetzt nur mal schnell ins Lager. Und kommt nach zwei Minuten mit drei verschiedenen Deckeln und alle passen wie an…

Die sieben Zwerge

Bild
Stellen sie sich vor, sie laufen durch den Wald. Die Sonne scheint. Die Vögel krakeelen voller Inbrunst im Geäst. Ab und an duftet eine Hundehinterlassenschaft mit ein paar Kräutern um die Wette. Oder dem Leder ihrer Schuhe. Sie verstehen schon. So für sich betrachtet, ist ein Wald was Wunderschönes. Voller Ruhe. Wenn denn Ruhe herrscht. Weil der Ruhesuchende ja dazu neigt, dabei Geräusche zu machen.Auf seiner Suche nach der Stille. Meistens pfeift er. Als Jogger entweder aus dem letzten Loch. Oder als halbwegs musisch Begabter aus Ersterem. Was er nur selten tut, ist, sich unsichtbar zu machen. Optisch, wie akustisch. Wenn doch, ist er entweder Jäger und auf der Pirsch oder gerät dann mitunter unter Generalverdacht. Irgendetwas Halbseidenes oder gar illegales vorzuhaben. Jedenfalls. Egal wie. Es fällt auf. Immer. Je mehr sie sich darum bemühen, es gerade nicht zu tun. Sie laufen also durch den Wald, querfeldein, wo noch erlaubt. Geniessen die Ruhe, nachdem sie eben noch von einem Mo…

Das Ende

Bild
Ich will ja nichts beschwören. Keinesfalls. Nicht das es noch heisst, ich wäre ein Pessimist. Wirklich nicht. Ich schwör. Das Positive sehen. Oder wie meine Mutter immer sagte: «Keine Türe schliesst sich, ohne dass dafür nicht eine andere aufgeht!» Nun ist mein Verhältnis zu meiner Mutter ein eher, sagen wir mal durchaus ambivalentes. Regelmässige Leser wissen das. Aber wo sie recht hat, hat sie recht. In dieser Beziehung immer. Ich bin durch viele offene Türen gegangen. Ein paar gingen auch direkt vor meiner Nase schon wieder zu. Während ich noch im Schwung drauflos. Darum meine Nase. Etwas tendenziös nach links. Wenn man von rechts schaut. Nichts beschwören. Aber. Es muss einmal gesagt sein. Die Welt geht den Bach runter. Punkt. Und nicht nur einen. Marker! Es gibt Marker, an denen lässt sich das festmachen. Quasi. Grossbritannien zum Beispiel. Weltmacht. James Bond. The Kingsman. Harry Potter. Monty Phyton. Mr. Bean. Lamm mit Pfefferminzsauce. Die Queen. Die Welt versank im Wahnsi…

Alltag

Bild
Geschafft. Fast, beinahe. Die (Schul-) Ferien sind vorbei. Der Nachwuchs wieder platziert. Der Alltag aufgegleist. Zumindest arbeiten wir daran. Es bleiben noch zwei Tage, während derer wir uns vom Urlaub erholen dürfen. Wenn wir es denn können. Die Stadt füllt sich mit Leben. Auf unseren Spaziergängen durchs Revier begegnen wir wieder bekannten Gesichtern. Hie und da gibt es einen kurzen Schwatz. Manchmal sogar bei einem kleinen Apéro. Zentrales Thema? Wo wart Ihr? Und vor allem, wie seid ihr da hingekommen? Darf man heutzutage noch mit dem Auto oder dem Flugzeug? Darf man überhaupt noch? Wegen Klima. Und Schnitzel. Und Greta. Wieso Schnitzel? Das stammt vom Schwein oder Kalb oder Rind. Oder irgendwelchen pflanzlichen Ersatzprodukten. Das richtige Schnitzel aber hat gelebt. Vorher. Und dabei gefurzt. Dies nicht zu knapp. Damit gelangt Methan in die Umwelt. Massenhaft. Es ist die Rache des Schlachtviehs am Menschen. Quasi, ihr behandelt uns unwürdig, wir furzen euch dafür ins Jenseits…

Werte

Bild
Wir sind selber schuld. Die Meisten von uns jedenfalls. Ein paar schaffen es wohl. Eltern. Ihren Kindern. Etwas zu vermitteln. Werte. Werte wie Anstand, Fleiss, Zuverlässigkeit, Disziplin. Durchhaltevermögen. Sinn für Ordnung, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit. Und, ganz wichtig, Empathie. Anderen Menschen gegenüber. Auch anderen Kulturen und anderen Wertvorstellungen. So in diese Richtung. Sie wissen, was ich meine. Fifty-Fifty würde ich sagen. Was man so mitbekommt, wenn ich mich durchs Leben bewege. Und die Ergebnisse wahrnehme. Die einen 50% halten einem die Türe auf und gewähren den Vortritt. Auch wenn sie dann hinten in der Reihe stehen. Am Postschalter. Zum Beispiel. Die anderen 50% erkennt man daran, wie sie mit anderen Menschen und der Umwelt umgehen. Mitunter auch mit sich selber. Das bedenklichste finde ich ja die Wertschätzung. Keine Wertschätzung sich selber gegenüber. Oder dem Geld. Pumpte er mich doch tatsächlich an. Um ein paar Franken. Was er den damit machen will, wollte i…