Ein Ort um sich wohlzufühlen

Unser Kulinarier ist im Restaurant «Blockhus» eingekehrt. Das an ein Blockhaus erinnernde Lokal bietet eine Wohlfühlatmosphäre und gute Gerichte.
Selbst alteingesessene Zürcher sind immer wieder erstaunt, wenn man das Restaurant «Blockhus» erwähnt. «Blockhus»? Wo? Dabei liegt es an ziemlich prominenter Lage. Nämlich beim ehemaligen Hafen des mittelalterlichen Zürich. Heute noch Schifflände genannt. Den Hafen gibt es schon lange nicht mehr. Die Buchten wurden seinerzeit aufgeschüttet und zu Schifflände und Hechtplatz. Die Stadt wuchs und es brauchte Land, um bauen zu können.
Seit mehr als dreissig Jahren kenne ich nun schon dieses Lokal und stelle fest: Einer der herausragenden Punkte ist das langjährige Personal. Holger, Janosch, José und Antonio halten gefühlt schon seit Ewigkeiten die Treue. Wo findet man das heute noch?

Heimelige Atmosphäre
Der Eingang des Lokals ist nicht unbedingt für Menschen gemacht, die eine Grösse von über 1.88 Meter aufweisen. Zum Glück geht es gleich zwei Stufen tiefer. Und schon steht man vor der den Raum beherrschenden Bar und somit mitten im Lokal. Holz! Viel Holz. An den Wänden und an der Decke. Blockhausmässig halt. Man fühlt sich entweder sofort heimisch oder nicht. Die sehr freundliche Servicemannschaft nimmt einen familiär in Beschlag. Im Vorteil ist, wer eine Reservation vorzuweisen hat. Ansonsten muss man gerne auch mal mit einem Platz an der Bar vorliebnehmen. Wir haben bewusst an der Bar reserviert. Zwecks des Überblicks.

Fein gegessen
Unter Kennern ist das «Blockhus» bekannt für seine Tatar-Kreationen. Von Tatar klassisch für Fr. 29.50 bis hin zu dem etwas ausgefallene Tatar Paesana mit würzigem Schnittlauch-Sauerrahm und Rohschinkenstreifen für Fr. 33.– kann man zwischen sieben Varianten wählen. Dazu immer auch noch im Modus mild, scharf oder ganz scharf. Meine Partnerin Maria und ich liessen das Tatar diesmal links liegen und entschieden uns für eine saisongerechte, sehr sämige Kürbissuppe (Fr. 12.50) und den sehr pikanten Crevetten-Pil-Pil, (Fr. 19.50). Beides war wirklich fein. Kleine Randbemerkung: Das Küssen lässt man nach den Pil-Pil besser bleiben, Stichwort Knoblauchfahne.
Zur Hauptspeise reichte man uns je eine halbe Portion frische Taglierini mit frisch gehobeltem weissem Trüffel. Meine Portion ergänzt mit einem Spiegelei, zu je Fr. 30.–, und jeden Rappen wert. Ein Gedicht. Die halbe Portion deshalb, weil es noch Platz brauchte im Magen für ein weiteres Highlight des Hauses.

Highlight: Käse
Selten isst man in Zürich so ausgesuchten Käse zum Nachtisch. Man kann sich zwischen verschiedensten Sorten entscheiden und die Menge selber bestimmen. Für uns waren es drei Sorten sanft vor sich hinfliessender Weichkäse (Fr. 20.50). Die Schieferplatte, auf der der Käse dargereicht wird, kommt einher mit Trauben, Birnen und selbstgemachtem Quittenmus. Nach einer kurzen Plauderpause mit unserem Kellner beendeten wir das Menu mit nur einer Crema Catalana und zwei Löffeln (Fr. 10.–). Wir waren einfach wirklich satt.
Unser Essen liessen wir begleiten von einem halben Liter Tinto de Casa zu Fr. 6.50 der Dezi und schlossen es ab mit zwei Carajillo zu je Fr. 7.50. Während unseres Aufenthalts wurden die Tische fast komplett zweimal besetzt. Wie bereits erwähnt: Zu reservieren lohnt sich.

Alexander Villiger

Restaurant «Blockhus», Schifflände 4, 8001 Zürich, Tel. 044 252 14 53.
Geöffnet Montag bis Mittwoch 11.30 bis 23, Donnerstag bis Samstag bis 24 Uhr, Sonntag geschlossen. www.restaurant-blockhus.ch.

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