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Werte

Wir sind selber schuld. Die Meisten von uns jedenfalls. Ein paar schaffen es wohl. Eltern. Ihren Kindern. Etwas zu vermitteln. Werte. Werte wie Anstand, Fleiss, Zuverlässigkeit, Disziplin. Durchhaltevermögen. Sinn für Ordnung, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit. Und, ganz wichtig, Empathie. Anderen Menschen gegenüber. Auch anderen Kulturen und anderen Wertvorstellungen. So in diese Richtung. Sie wissen, was ich meine. Fifty-Fifty würde ich sagen. Was man so mitbekommt, wenn ich mich durchs Leben bewege. Und die Ergebnisse wahrnehme. Die einen 50% halten einem die Türe auf und gewähren den Vortritt. Auch wenn sie dann hinten in der Reihe stehen. Am Postschalter. Zum Beispiel. Die anderen 50% erkennt man daran, wie sie mit anderen Menschen und der Umwelt umgehen. Mitunter auch mit sich selber. Das bedenklichste finde ich ja die Wertschätzung. Keine Wertschätzung sich selber gegenüber. Oder dem Geld. Pumpte er mich doch tatsächlich an. Um ein paar Franken. Was er den damit machen will, wollte ich wissen. Vielleicht aufs Sparkonto? In Aktien investieren? Ein Buch kaufen? Man darf ja noch hoffen, nicht wahr? Er wollte es für eine Wertkarte für ein Onlinespiel. Weil man "schenke" sich da gegenseitig immer etwas. Leichtes Zusammenzucken. Meinerseits. Weil mich anpumpen und dann schenken? Da klingelts bei mir in der Wertekiste.
Sie merken? Etwas gereizt. Ich. Meine Laune. Lag vielleicht auch etwas an meinen Mitreisenden. Aber eigentlich nicht. eigentlich liegts ja immer an einem selber. Wie man auf etwas reagiert. Sich von etwas beeinflussen lässt. Aber sie haben es mir nicht leicht gemacht. Im Zug von Meiringen zurück nach Zürich. Voller Touristen. Junior und ich in einem Vierer. Neben uns ein ältere Paar aus Amerika. Daneben im Zweier ein Paar aus Indien. Offensichtlich. Die kamen miteinander ins Gespräch. Wer, Wie, Wo, Was und Wohin. Es gab mal einen Werbefilm. In Deutschland. Über die Sparkasse. "Mein Haus, mein Auto, Mein Boot". Kennen Sie nicht? Ziehen sie sich den ruhig mal rein: https://www.youtube.com/watch?v=U0MU-2_MuUE
So wars zwischen Amerika und Indien. Wirklich. Ich schwör. Bis dann das weibliche Indien fragte, ob Kinder und was die so machen würden. Weil ihr Sohn ja studiert an der Uni und den Job und den Verdienst. Da hätten sie Amerika erleben sollen. Das weibliche Amerika. Eine Tochter! Die arbeitet bei einer Pharmafirma. Im HR. Und ist dort Dr. so und so. Und verantwortlich für dies und das. "WORLDWIDE!" Dieses "WORLDWIDE!" wurde gefühlte 25 mal wiederholt. Und ein bisschen gespuckt dabei. Nur ein bisschen. Ich schwör. Vielleicht sassen auch die Dritten nicht mehr so fest. "WORLDWIDE"!
Indien wechselte dann schnell das Thema. Also das männliche Indien. Fragte das männliche USA wo sie denn schon überall gewesen seien. In der Schweiz. Natürlich überall (in einer Woche!!). Sei ja alles so klein hier. Nicht mal richtige Häuser hätten sie. In der Schweiz. Nicht so wie in USA. Mit einem Seitenblick auf Indien. Indien hat's nicht gesehen. Und fragte "in Zürich auch?"
Das war dann der Moment, wo ich von "nur ein bisschen", auf "sehr genau" umgeschaltet habe. Zuhören, meine ich. Weil, wenn Indien und USA neben einem Zürcher Geschichtenschreiber anfangen über Zürich zu reden. Dann warnt man sie entweder vor (wegen der Werte und so und man würde das unter Umständen in einer Geschichte gegen sie verwenden!) Oder man warnt nicht. Ich vergass meine Werte für einen Moment. Weil Indien noch einmal nachfragte. "Ja, Zürich hätte man auch gesehen." Wie es Amerika denn gefallen hätte? DAS würde mich nun auch interessieren!? Und habe mich nur ein bisschen hinübergelehnt. "Zürich. Yes. What should I say?" "It's a City". "A small one!". Und man hätte hier nur einen halben Tag VERSCHWENDET und sei dann gleich nach Interlaken. Sagt Amerika. Zu Indien.
Mein Sohn? Was sagte mein Sohn zu mir? "Papa? Warum bist du gerade schon wieder so zusammengezuckt?" Wissen sie. Ich bin 57. Jetzt gibt es so Augenblicke mit 57, da wissen sie bereits im vornherein. Es ist vergebens. Da können sie machen und erzählen und argumentieren was und wie sie wollen. Für die Katz! Da dringen sie nicht durch. Schon gar nicht gegen "WORLDWIDE!". Und habe es beim Zucken belassen.
Aber mit meinem Sohn. Mit dem spreche ich dann noch einmal über Werte. Und 20 Franken. "WORLDWIDE!"

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Wasser bis zum Hals

Eigentlich, eigentlich habe ich kein Problem mit Alkohol. Wirklich nicht. Ich schwör. Auch nicht ohne, ihr Scherzkekse. Gelegentlich mal ein Glas Rotwein. Hie und da. Auch mal einen Grappa nach dem Essen. Und wenn ich dann mal in eine Bar gehe, dann auch einen Drink. Oder zwei. oder drei. Nicht mehr. Mich hat noch niemand nach Hause tragen müssen. Rollen schon. Aber tragen? Nein. Da kenne ich andere. Ohne jetzt hier Namen zu nennen.
Ich bin auch eher, wenn, dann der Typ stiller Trinker. Weil. In einer Beiz aufgewachsen. Und zuviel erlebt, was zuviel Alkohol aus Menschen machen kann. Insbesondere auf der verbalen Ebene. Würde auch. Je mehr Alkohol, desto weniger. Das ist wie bei Professor Otto. Je schiefer das Brett, desto schneller das "Zisch" und umso lauter der Bums. Oder so. Wobei die meisten mit zuviel, dann ja kein Bums mehr. Auch wenn sie gerne würden.
Nur ganz selten, wenn wirklich alle Umstände zusammen kommen. Dann, dann kann es auch mir passieren. Dass meine Stern…

Lange Rede kurzer Sinn

Schnell. Geduld? Keine. Also die wenigsten. Am liebsten schon gestern. Oder noch früher. Dass wertvollste, was man also schenken kann? Zeit. Und ein Ohr. Oder zwei. Leihweise. Nicht so van Gogh mässig. Der hat sein Ohr ja auch abgegeben. Quasi. Nein. Wirklich nur leihweise. Hin- oder zuhören. Ist wirklich wertvoll. Auf beide Seiten. Ich versuche zuzuhören, bin aber auch ganz dankbar. Wenn mir mal jemand zuhört. So wie sie es tun. Die Leser dieser Geschichten. Sie schenken mir auch. Immer wieder. Ihre Aufmerksamkeit. Das ist für mich Lohn und Ansporn. Ich, wir, bessere Hälfte und ich. Wir versuche daher auch ab und zu etwas zurückzugeben. Das nächste Mal am 23. Mai. Details später. Nur damit sie schon einmal vorgewarnt sind. Zurück zum Thema. Zeit schenken. Weil, auch ich. Habe auch so eine Unart. Oder Tic. Also nicht, dass sie jetzt Angst haben müssen. Von wegen Tourette oder so. Wobei Angst etwas weit gegriffen. Einer meiner Schulfreunde hatte einen. War ganz lustig damals. Für uns. …

Berührungsängste

Es ist wegen meiner Jungmannschaft. Also wegen meiner Kinder. Weil, die kommen immer wieder mal. Mit so Hinweisen. Man könne jetzt zum Beispiel im Internet iPhones gewinnen. Ganz einfach. Oder da gäbe es so Gewinnspiele. Wenn man CHF 10.- einzahle, dann könne man für CHF 50.- gamen. Also früher. Als sie ihr erstes iPhone bekamen. Bezahlt! Nicht gewonnen! Mittlerweile sind sie auf- und abgeklärter. Darin, nicht alles zu glauben, was man im Internet so liest. Oder in Zeitungen. Eher gesunder Menschenverstand. Und dann selber beurteilen. Kann das wahr sein? Oder nicht? Und wenn ja, wie viel davon? Gibt es eine zweite Seite? Die gibt es nämlich immer. Mitunter schauen Geschichten dann ganz anders aus, wenn man die eine Seite gelesen hat und die andere Seite dann dazu um Auskunft bittet. Was wollte der Schreiber damit zum Ausdruck bringen? Will er nämlich immer. Ich schwör. Was zum Ausdruck bringen. Nur ist es manchmal erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Oder dem dritten. Wie letztens…