Direkt zum Hauptbereich

Dingens

Es ist ja meistens so. Das man eine Erfahrung macht. Immer wieder. Also ich. Nämlich, Dinge sind nicht konsequent zu Ende gedacht. Von Anfang an. Darum gerät man mitunter ins Stolpern. Die, welche die Dinge ins Leben gerufen, aber nicht ans Ende gedacht haben. Und die, die die ins Leben gerufene Dinge benutzen. Und auch nicht ans Ende gedacht haben.
Wie zum Beispiel die EU. EU gründen? Aufnahmeritual? Alles kein Problem. Schnell ausgedacht. Fertig. Rein kann man immer. Jetzt will aber jemand raus. Daran hat keiner gedacht. Darum weiss man nicht wie. Warum schon gar nicht. Auf der anderen Seite die Briten. Die wollen raus. Kurz angedacht und beschlossen. Das Ende? Offen. Weil eben nicht. Bis dahin gedacht. Dafür jetzt nackte Menschen im Unterhaus. Als Sinnbild des Chaos. Und vielleicht auch Entsetzens.
Oder Auftragsvergaben beim Bund. Schnell angedacht und umgesetzt. Wie die Briten. Raus kommt man nicht mehr. Darum gehen jetzt Bundesaufträge nach Griechenland. Nix gegen Griechenland. Aber Arbeitsmoral? Sagen wir mal, leicht konträr zu unserer. Daher zwar günstigster Anbieter. Aber Projekt mittlerweile zig mal teurer als wenn in der Schweiz. Und ob überhaupt? Offen. Weil auch hier. Nicht bis ans Ende gedacht.
Barber Shops. Früher Friseure. Oder Coiffeur. Jetzt etwas trendiger und hipp. Darum Barber Shop. Trend aus USA. In New York, oder anderen grossen Metropolen? Da hat es einige dieser Shops. Die laufen meistens gut. Es hat aber auch zig Million Einwohner. In Zürich? Gefühlt noch mehr Barber Shops als in New York. Fast jeden Monat eine Neueröffnung. Einwohnerzahl? Knapp 500‘000. Die Hälfte davon Frauen. Kein Zutritt. Weil wo Männer Haare am Kinn, bei Frauen an den Beinen. Oder sonst wo. Nochmals die Hälfte der Hälfte? Kinder. Auch kein Zutritt. Weil kaum Bartwuchs. Und vom verbleibenden Rest auch noch mal die Hälfte? Männer ohne Bart. Gewollt oder manchmal auch ungewollt. Zutritt sinnlos. Wer jetzt noch einen neuen eröffnet? Trotz doch relativ beschränkter Nutzer anzahl und mittlerweile grossem Angebot?  Der hat das vielleicht nicht ganz zu Ende gedacht.
Dies nur einige Beispiele. Hätte noch ein paar mehr. Unzählige. Aber dann wird’s zu lange. Die Geschichte. Weil. Selber ja auch. Nicht zu Ende denken. Ich bin eigentlich ganz locker. So im Allgemeinen. Bis auf wenige Ausnahmen. Die Nutzung persönlicher Hygieneartikel betreffend. Zum Beispiel. Kürzlich auf Besuch bei meiner Schwester. Mit abendlichen Dinner. An und für sich ja nichts ungewöhnliches. Kommt aber noch. Der Vogel nämlich, der war etwas zäh. Eine Flugente, mit deutlich über der zulässigen Höchstanzahl an Flugstunden. Wirkt sich halt aus. Nach dem Verzehr begann jedenfalls die Suche. Nach Zahnstocher. Welche nicht vorhanden. Ich kann einfach kein vernünftiges Gespräch führen. Nicht so lange Menschen dabei ständig in ihren Zähnen rumfummeln. Auf der Suche nach dem nicht vorhandenen Zahnstocher. Darum. Ich habe gewisse Schweizer Eigenheiten. Zum Beispiel ein kleines Sackmesser im Hosensack. Daran ein Zahnstocher. Zum absolut eigenen und persönlichen Gebrauch. Das nahm ich heraus. Den Zahnstocher auch. Um unsere Überlegenheit zu demonstrieren. Und dass wir gewisse Sachen auch zu Ende denken. Darum zeigte ich demonstrativ und voller Stolz und geistiger Überlegenheit eben diesen Zahnstocher.
Und was macht meine Schwester? Reisst ihn mir aus den Fingern und beginnt damit in IHREN Zähnen rumzustochern. Ich fiel nur ganz kurz in Ohnmacht. Ich schwör. Und entgegen ihrer Behauptung, war ich das Messer in eine Ecke. Und nicht gezielt auf sie. Weil benutzen kann ich das ja nie mehr. Fremde Zähne. Wer denkt denn an so etwas.

Wohl auch nicht ganz zu Ende gedacht. Adieu, schönes Sackmesser....


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der Kreis schliesst sich

Eigentlich, ja eigentlich, wäre jetzt Ruedi an der Reihe gewesen. Leser meiner Geschichten erinnern sich vielleicht noch an ihn. Ruedi hat mich mit seinen Ratschlägen und Geschichten eine zeit lang durch mein Leben begleitet. Und auf einmal war er verschwunden. Lange Zeit blieb er unsichtbar. Aber letztens stand er wieder im Tram und lächelte mir zu. Aus einer gewissen Distanz. Aber er war es. Ich bin ganz sicher. Weil, Ruedi hat eine gewisse Ähnlichkeit mit meinem Vater. Also optisch. Vom Aussehen her. Und mein Vater lebt ja schon lange nicht mehr. Darum fällt er mir auch immer wieder auf. Spannend ist auch, dass ich ihm in letzter Zeit auf eine gewisse Art immer wieder mal begegne. An ihn erinnert werde. Das hat wohl mit meinem Alter zu tun. Sogar im Beruf passiert mir das. Wie letzthin in Bern. An einer grossen Konferenz unserer Branche. Dabei hatte mein Vater doch so gar nichts mit IT am Hut. Die gab es so seinerzeit auch kaum. Eine Eigenschaft von ihm ist mir noch besonders im Gedä…

Cosa Nostra

Es ist eigentlich keine grosse Sache. Knapp 7 Stunden. In Kilometern absolut überschaubar. Das findet auch der Schalterbeamte der SBB, der uns die Ticket ausstellt. Das ginge ruckzuck. Quasi eine Verbindung. Nur winzige zweimal umsteigen. In Milano und Genova. Retour das Selbe. Nur umgekehrt. Natürlich. Er könne uns da eine ausgezeichnete Verbindung offerieren. Kürzeste Aufenthalte in Milano und  Genova. 20 Minuten maximal. Da, spätestens da hätten sämtliche Alarmglocken schrillen müssen. Weil, Pustekuchen. 20 Minuten. Hin ging es ja noch. Weil SBB. Bis Milano. Sprich Verspätung minimal. 15 Minuten oder so. Wir natürlich erstens ganz hinten im Zug. Und auf Gleis 3. Der Zug nach Genova? Gleis 20. Umsteigezeit? 5 Minuten. In Milano. Kennen sie den Bahnhof Milano Centrale? Da passt Zürich HB dreimal rein. Mindestens. Und wir natürlich nicht die Einzigen. Die umsteigen wollten und die sich im Bahnhof aufhielten. Zumeist Italiener. Jetzt! Der Italiener an und für sich relativ relaxed. Als …

Kritische Grösse

Ich bin dann mal weg. In den Ferien. Nicht lange. Nur ein paar Tage. Mit meinen zwei jüngeren Söhnen. Noch einmal den Sommer etwas verlängern. Wobei der sich ja selber. Immer wieder. Verlängert. Letzte Woche hiess es noch Schnee. Also in den Bergen. Nicht in Zürich. Zwar...

Der Zeitpunkt unserer Ferien nicht von ungefähr. Herbstferien. In der Schule. Der Jüngste noch schulpflichtig. Und im Geschäft auch etwas ruhiger. Aber? Es ist nicht der einzige Grund. Ab Sonntag kehrt in der Stadt generell wieder etwas Ruhe ein. Weil Film Festival am Ende. Zu! Also zu Ende. Nicht dass noch Gerüchte entstehen.

Gerüchte gäbe es ja zuhauf. Auch über Schnee in Zürich. Die letzten Tage. Man behauptet. Die erhöhte Konzentration von Schnee, sprich Kokain, sei an Wochenenden sogar im Zürcher Abwasser nachweisbar. An kulturellen Anlässen? Wie das Film Festival? Und anderen? Sowieso. Sagt man.

Überhaupt. Das ZFF. Polarisiert. Wie der Hafenkran. Die Einen finden's toll, die Anderen überflüssig. Die, die&…