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Teatime


Teatime
Haben sie? Wann? Also so wirklich. Nicht dieses Ohm-Zeugs. Weil, die Gelegenheit. Die wäre gerade günstig. Von wegen Jahreswechsel. Da tun ja fast alle ein bisschen. Vorsätze. Vorsätzlich. Man kann ja kaum noch am See spazieren gehen. Vor lauter Vorsätzen. Also Jogger. Oder Solche, die es werden wollen. Weil Vorsatz. Geht zum Glück nur drei Wochen. Maximal. Dann Vorsatz vergessen. Oder Gelegenheit gerade ungünstig. Es bringt halt nicht viel. Wenn man sich so 2 % vornimmt und die restlichen 98 % wie bisher. Ist wie mit dem Abnehmen. Auch ein Klassiker. Ich ernähre mich nur noch Gesund. Und Bio. Und Vegan. Bis Dreikönig. Ende im Gelände. Also nicht ich. Ich nicht. Ich bin 56. Ich habe keine Vorsätze mehr. Darum kann ich mich auch normal ernähren. Ohne um den See zu joggen. Auch ich würde es nur bis Dreikönig. Allerhöchstens. Weil Ernährung und Joggen halt zusammen auch nur 2 %. Die restlichen 98? Pustekuchen.
Ich mache anderes. Darum meine Frage an sie. Haben sie schon mal? Wenn nicht, dann tun sie es doch einfach. Die Gelegenheit ist günstig. Für das braucht es nicht einmal gute Vorsätze. Bei mir funktioniert es am besten in Bewegung. Im Zug. Von A nach B. Oder C. Egal. Hautsache er bewegt sich. Was heutzutage ja nicht immer so selbstverständlich. Ich sage nur SBB und Bombardier. Da stehen sie dann mehr. Nicht in A oder B. In C auch nicht. Es passiert ja immer auf freier Strecke. Murphys Law. Was schief gehen kann, geht schief.
Wenn ich dann aber in Bewegung bin? Dann funktionierts. Zurücklehnen, die Augen schliessen. Und dann Selbstgespräch. Laut. Also halb. Mindestens. Vier einfache Fragen:

  • Wer bin ich?
  • Wo bin ich? Damit meine ich nicht A, B oder C. Sondern wo ich derzeit stehe im Leben.
  • Wie bin ich da hingekommen?
  • Wo will ich noch hin?


Ganz einfach, oder? Spannend wird es dann aber, wenn sie sich selber darauf antworten. So ein wenig, als wären sie zu zweit. Sie und ihr inneres Ich. Aber ehrlich. Ohne Rücksicht auf Verluste. Butter bei den Fischen. Eines kann ich ihnen sagen. Sie kommen auf die Welt. Aber Hallo. Es wird sich was bewegen. Damit meine ich nicht den Zug. Der sich dann irgendwann hoffentlich auch wieder bewegt. Dagegen sind die Vorsatz-Faster und Januar-Jogger Peanuts dagegen. So etwas von.
Jetzt, nicht das sie meinen. Ok. Klingt gut. Wenn ich das nächste Mal von Schwamendingen nach Oerlikon fahre. Dann! Dann probiere ich das auch. Ich weiss ja nicht, wo sie wirklich herkommen. Und wo sie allenfalls noch hin wollen. Ausser am Abend aufs Sofa zu ihrer Packung Chips und der Fernbedienung. Was ich ihnen aber sagen kann. Das wird erstens nicht reichen. Die Strecke von Schwamendingen nach Oerlikon. Um sich mit ihrem Leben auseinanderzusetzen. Ausser vielleicht… Aber ich will ja nicht anmassend sein. Erstens, also. Zweitens könnten sie sich nicht wirklich konzentrieren. Müssten sie doch immer damit rechnen, ich sitze im gleichen Tram und lache mich krumm ob ihrem Selbstgespräch.
Also! Mein Rat an alle da draussen. Tun sie sich was Gutes. Joggen und fasten sie nicht. Stellen sie Fragen. Und geben sie sich Antworten. Ehrliche. Und dann handeln sie. Eine Tasse Tee können sie dann ja immer noch trinken. Oder joggen gehen.

Willkommen im 2019!


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