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Arsch frisst Hose


Eigentlich begann es ganz anders. Als sonst. Junior, mein Jüngster, und ich flanierten durch die Stadt. Dabei kamen wir auch über diesen Steg. An dessen Geländern hing was. Nicht nur einer der üblichen Clochards. Die hängen da auch ab und zu rum. Wenn es etwas wärmer ist. Schlösser. Genauer gesagt. Liebesschlösser. In allen möglichen Farben und Formen. Die Schlüssel dazu liegen wohl unter dem Steg. Ich gehe davon aus, Sie wissen was Liebesschlösser sind? Nicht diese Keuschheitsgürtel mit Schloss. Handschellen auch nicht. Liebesschlösser hängen Menschen, die temporär Herz und Verstand verloren haben, an irgendwelche Träger. Bevorzugt Brückengeländer. In der Absicht, sich damit ihrer Liebe zu versichern. Und während einer der Beiden den Schlüssel ins Wasser wirft, was irgendwie zur Zeremonie gehört, schielt der Andere womöglich schon nach einem veritablen Ersatz. Nicht für den Schlüssel. Den Werfer. Und sie tun es immer wieder. Weil der Mensch ja vorwärts gewandt ist. Ein Schloss stach heraus. Wegen seiner Grösse. Junior wollte dann wissen, ob je grösser das Schloss, desto länger die Liebe? Oder intensiver? Und warum man, also diese Menschen das den tun. Weil, das hänge doch eigentlich von den Menschen selber ab, wie lange die Liebe dauere. Und nicht von Schlössern. Ausser man sperre sein Liebesglück in einem Keller ein. Mit einem Schloss. Und dies von einem Vierzehnjährigen. Die Welt ist noch nicht verloren.
Vorwärts gewandt. Die meisten Menschen sind so. Man lernt nicht aus der Geschichte. Weil man nicht zurückschaut. Das sehen sie auch im Alltag. Im Tram zum Beispiel. Die, mit den Rucksäcken. Ich finde Rucksäcke toll. Wirklich. Ich schwör. Sehr von nutzen. Im Himalaja. Auf Trecking tour. Nicht am Rücken eines Anzugträgers. Oder einer Kostümträgerin. Liebe Damen und Herren. Sparen sie sich die Zeit. Morgens. Im Bad und vor dem Spiegel. Sie können noch so viel Wert auf ihr Äusseres legen. Teures Make-up. Teure Klamotten. Teure Frisur und Schuhe. Alles gut. Rucksack dran? Kacke. Sorry. Und dann damit ins volle Tram. Oberkacke. Weil niemand schaut zurück. Daran denkend, ich bin hinten mehr als vorne. Und wenn ich mich umdrehe, dann Wendekreis. Der eventuell im Gesicht eines Sitzenden endet. Ich rege mich schon gar nicht mehr auf. Wenn ich quasi k.o. geschlagen werde. Ich nerve mich nur noch, wenn mir einer diese Säcke minutenlang ins Nasenloch drückt. Mit Säcken meine ich durchaus beide. Träger und getragenes.
Gestern an einer Party. In Bern. Viele Menschen. Ohne Rucksack. Also während der Party. Davor und danach vielleicht schon. Viele Menschen. Gut bis sehr gut gekleidet. Aufgebrezelt auch. Schöne Menschen. Schweden. In der Überzahl. Weil Schwedengeburtstag. Viele Schwedinnen darum. Die meisten davon mit einem Schweizer Mann. Das aber eine andere Geschichte. Demnächst. Und jetzt lustig. Auch diese Menschen. Vorwärts gewandt. Nicht wegen der Rucksäcke. Nein. Wegen der Unterhosen. Jetzt stellen sie sich mal vor. Man steht vor dem Spiegel. Frau auch. Am bretzeln. Vorne passt alles. Frisur, Make-up, Brüste, Bauch, Beine, Kleider, Schuhe. Alles passt. Auf zur fröhlichen Jagd. Die Eine oder Andere checken auch noch kurz das Hinterteil. Im Stehen. Kurz.
Die Wohnung in Bern, in der die Party stattfand. Niedlich. Übersichtlich. Modern eingerichtet. Modern heisst stylisch. Stylisch heisst, Sitzgelegenheiten, die mehr schön anzusehen als zu benutzen. Weil stylisch niedrig. Ich weiss das. Ich weiss auch, wie ich hinten aussehe, wenn ich tief sitze. Weil nicht nur vorwärts gewandt. Und weils mir ganz zu Beginn mal einer gesagt hat. Hey, Alter. Dein Arsch macht gerade einen Fluchtversuch. Männer sind so. darum stehe ich. Lieber. Nicht wegen der Übersicht. Sondern wegen meines Hinterns. Dafür sah ich dann einige andere. Hintern. Vorwiegend weibliche. Wohl weil sich ihnen niemand etwas zu sagen traut.
Darum. Liebe vorwärts gewandte Damen. Leisten sie sich eine schöne Tasche zu ihrem Outfit, werfen sie den Rucksack weg. Und denken sie ab und zu mal auch zurück. An ihre Rückseite. Ihr Hintern wird es danken. Ich auch 😉



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Wasser bis zum Hals

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Berührungsängste

Es ist wegen meiner Jungmannschaft. Also wegen meiner Kinder. Weil, die kommen immer wieder mal. Mit so Hinweisen. Man könne jetzt zum Beispiel im Internet iPhones gewinnen. Ganz einfach. Oder da gäbe es so Gewinnspiele. Wenn man CHF 10.- einzahle, dann könne man für CHF 50.- gamen. Also früher. Als sie ihr erstes iPhone bekamen. Bezahlt! Nicht gewonnen! Mittlerweile sind sie auf- und abgeklärter. Darin, nicht alles zu glauben, was man im Internet so liest. Oder in Zeitungen. Eher gesunder Menschenverstand. Und dann selber beurteilen. Kann das wahr sein? Oder nicht? Und wenn ja, wie viel davon? Gibt es eine zweite Seite? Die gibt es nämlich immer. Mitunter schauen Geschichten dann ganz anders aus, wenn man die eine Seite gelesen hat und die andere Seite dann dazu um Auskunft bittet. Was wollte der Schreiber damit zum Ausdruck bringen? Will er nämlich immer. Ich schwör. Was zum Ausdruck bringen. Nur ist es manchmal erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Oder dem dritten. Wie letztens…