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Wasser bis zum Hals

Eigentlich, eigentlich habe ich kein Problem mit Alkohol. Wirklich nicht. Ich schwör. Auch nicht ohne, ihr Scherzkekse. Gelegentlich mal ein Glas Rotwein. Hie und da. Auch mal einen Grappa nach dem Essen. Und wenn ich dann mal in eine Bar gehe, dann auch einen Drink. Oder zwei. oder drei. Nicht mehr. Mich hat noch niemand nach Hause tragen müssen. Rollen schon. Aber tragen? Nein. Da kenne ich andere. Ohne jetzt hier Namen zu nennen.
Ich bin auch eher, wenn, dann der Typ stiller Trinker. Weil. In einer Beiz aufgewachsen. Und zuviel erlebt, was zuviel Alkohol aus Menschen machen kann. Insbesondere auf der verbalen Ebene. Würde auch. Je mehr Alkohol, desto weniger. Das ist wie bei Professor Otto. Je schiefer das Brett, desto schneller das "Zisch" und umso lauter der Bums. Oder so. Wobei die meisten mit zuviel, dann ja kein Bums mehr. Auch wenn sie gerne würden.
Nur ganz selten, wenn wirklich alle Umstände zusammen kommen. Dann, dann kann es auch mir passieren. Dass meine Sterne nicht ganz so gut. Und dann Desaster. In meiner letzten Geschichte schrieb ich ja. Von den Weihnachtsfeiern. Die im Alkohol enden. Und dann Desaster. Und das ich auf meines noch warte. Was dann lustiger weise eine Woche später. Wobei. Ganz so lustig dann doch auch nicht mehr.
Bessere Hälfte und ich. Auf dem Nachhauseweg. Von einer Fotoausstellung. Sehr speziell. Einmal anders rum. Der Fotograf und die Models auch. Daher nur Männer. Viele nackte Männer. Sehr nackt. Jetzt nichts gegen nackte Pimmel. Kann man schon mal anschauen. Ein, zwei Mal. Aber dann noch einen Film dazu? Der etwas billigeren Sorte. Man musste lange hinschauen. Um die Kunst darin zu sehen. Also ich. Vielleicht bestand die Kunst darin auch nur im nicht wegzusehen. Aber wie gesagt. Nix gegen nackte Pimmel. Wobei ich schon mehr auf nackte Brüste. Oder Hintern. Wenn sie verstehen, was ich meine. Wenn ich Lust auf ein Steak verspüre, schaue ich mir ja auch keine Cornflakes an. So in die Richtung.
Und danach? Danach noch Meeresgetier. Zum Essen. Nicht zum Anschauen. Also nicht nur. Muscheln. An einer weissen Sauce. Weiss! Sauce! Sehen sie's? Nur darum. Darum musste ich mit besserer Hälfte noch in eine Bar. Um die Bilder in meinem Kopf. Diese Bilder. Also bitte!
Half dann nicht viel. Nicht die erhoffte Wirkung. Darum raus und auf den Weg nach Hause. Damit fing es dann eigentlich an. Weil unterwegs? Bekannte. Auch auf dem Weg nach Hause. Waren auch Kunst. Aber einer anderen. Vermutlich nicht viel besser. Da waren wohl auch Bilder im Kopf. Und weil alle Bilder in allen Köpfen noch nicht restlos verschwunden. darum Bar. Quasi private Weihnachtsfeier. Und nochmals Alkohol. Jetzt wissen sie ja. Feier und Alkohol? Richtig! Desaster. Wo ich doch immer so der Stille bin. Warum nicht auch da? Warum?
Jetzt muss man wissen. Die Gegenseite, also der männliche Teil, der gehört zu diesen Menschen, die es wissen wollen. Vieles. Auch, wie es sich anfühlt, im Winter zu schwimmen. Nein! Nicht im Hallenbad! Draussen! In freier Natur. Ein Winterschwimmer. Im Winter. Egal, bei welcher Temperatur. Immer am Sonntag. Die Ausstellung war Samstag. Also Samstagabend in der Bar. Mit Bildern im Kopf. Und zuviel Alkohol. Nur darum! Nur darum habe ich ja gesagt. Nicht zu einer Frage der besseren Hälfte. Das wäre die kleinere Katastrophe. Nein. ZUM WINTERSCHWIMMEN! Die Frage kam aus dem Hinterhalt. Un dich war abgelenkt. Von was auch immer. Vielleicht einem knackigen Hintern. Egal. Voll erwischt. darum stand ich am Sonntagmorgen um 10:30 Uhr am Wasser. In Badehosen. Bei gefühlten Minus 20 Grad. Das Wasser hatte dann 7. Sieben Grad.
Jetzt muss man auch noch wissen. Ich stehe zu dem was ich sage. Vielleicht nicht immer gerade sofort. Aber früher oder später. Auch wenn Desaster. Und wenn ich Abends in einer warmen Bar mit komischen Bildern im Kopf sage, dass ich morgen um 10:30 ins Wasser gehe? Dann gehe ich. Wir gingen beide. Beide zum ersten Mal. Germaine und ich. Und sind zusammen eine runde geschwommen. Danke.

Bilder habe ich keine mehr im Kopf. Weder komische noch von irgendwelchen Pimmeln. Den eigenen hat's mir aber, glaube ich, auch weg gefroren.

Auf das trinke ich erstmal Einen. Happy New Year!


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