Der Grünflächen-Bisler

Wissen sie, was ein Bisler tut? Kennen sie das Wort überhaupt? Ein Bisi machen? Kam kürzlich an einer Diskussion auf. Jetzt fragen sie bitte nicht, Mann, was führt der für Diskussionen? Fragen sie nicht. Weil, manchmal frag ich mich selber. Wirklich. Ich schwör. Aber zurück zum Bisler und ein Bisi machen. Ich kenne den Begriff. Natürlich. Begleitete mich durch meine Jugend. Darum wollte ich es wissen. Von meiner Jungmannschaft. Beim z'Nacht. Wisst ihr, was ein Bisi ist? Die Antwort des Jüngsten? Bisi?? Juhu! Wir bekommen eine Katze! Also wirklich. Und nein! Ihr bekommt natürlich keine. Und einen Hund schon gar nicht. Auch nicht an Weihnachten. Worauf mir bessere Hälfte zerknirscht ins Gesicht schaut und schon wieder Augenwasser bekommt. Nix! Ich will kein Vieh in der Wohnung. Nicht in der Stadt. Und schon gar nicht so einen Grünflächen-Bisler.

Damit ist es ja schon fast aufgelöst. Das Rätsel. Von wegen Bisler und Bisi. Also ein Bisler ist ein Mensch, vorwiegend männlicher Natur, der seinem/einem Drang nachgibt. Und irgendwo in die Pampa pinkelt. Und das Bisi ist das, was er dabei hinterlässt. Bevorzugt während grösseren Veranstaltungen an den Hauswänden der Stadt. Was dann hin und wieder beginnt zu riechen. Und weil das alles noch nicht reicht? Darum beschaffen sich manche dieser Stadtmenschen einen Grünflächen-Bisler. Sprich einen Hund. Der muss dann ab und zu raus. Wie der Mensch auch. Die Gelegenheit nutzend, der Hund, lupft er dann ein Bein. Auf einer der raren grünen Flächen der Stadt. Ein Bisi hinterlassend. Bestenfalls. Im anderen Fall wirds grusig. Sie verstehen, was ich meine.

Grusig war's heute Morgen auch. Im Tram. Schuld daran? Eine Frau! Stopp! Nicht was sie jetzt denken. Nicht ganz so schlimm. Weil, es war eine entfernte Bekannte. Nicht dass sie jetzt denken, Bekannte von mir machen ins Tram und ich fände es drum weniger grusig. Ich würde es nämlich genauso finden. Schlimm. Aber darum geht's ja gar nicht. Wir treffen uns ab und zu. Meist zufällig. Auch nicht nur im Tram. Wohnt nämlich auch im Dorf. Und normalerweise ganz sympatisch und wenig grusig. Ausser heute. Im Tram. Ich weiss gar nicht mehr, wie wir darauf kamen. Halt! Doch. Jetzt fällt es mir wieder ein. Wo ich die Kinderstimmen höre. Im Büro. Zukunftstag. So nennt man das bei uns, wenn die Lehrer keine Lust mehr haben. Oder Nerven. Keine Nerven mehr. Und darum die Kinder den Eltern aufhalsen. Tagsüber. Als hätten die nicht schon genug am Hals. Nennt man dann Zukunftstag. Sie sehen dann, wie es aussieht. Wenn sie denn selber mal alt genug und eigene Kinder. Und wieder Zukunftstag. Darum gibt es vielleicht immer weniger. Kinder. Jedenfalls trafen wir uns im Tram. Sprachen über diese und jenes. Auch eben diesem Tag. Und wie es früher war. Als unsere Kinder noch mussten. Damals. Ihrer durfte mal bei einem Kaiserschnitt zusehen. Irgendwie. Wollte schon ins Detail gehen. Fragen sie nicht. Männer sind da sensibel. Alle. Äusserst. Sogar Metzger. Darüber landeten wir dann generell beim Thema. Geburt. Und dem Zusehen. Dabei. Weil, jetzt lustig. Beide sind ja dabei. Männer, meist, und Frauen auch. Immer. Natürlich. Aber die Frauen bekommen es ja nicht mit. Zum Glück. Von wegen ganz spezieller Moment im Leben eines Jeden. Der da dabei zusehen darf. Magisch. Quasi. Heisst es. Dabei wollen die nur nicht, dass der Mann einen auf Party macht, während sie die Arbeit. Ich kann ihnen etwas sagen. Mit Nachdruck. Grusig. All das Blut und das Geschrei und Gestöhne und die Flüssigkeiten und der Dammschnitt. Nur weil immer alle ein bisschen Verklärt! Und so. Nicht mit mir. Ich hab's gesehen. Bei Zwei von Dreien. Das und noch einiges mehr. Zum Beispiel eine Nachgeburt. Ganz dicht. Vor meinen Augen. Seitdem esse ich keine Blutwurst mehr. Leberwurst schon noch. Aber das Andere? Nein danke.

Dann doch lieber einen Grünflächen-Bisler. Habe ich das jetzt wirklich gesagt? Nicht nur gedacht? Warum schaut bessere Hälfte auf einmal so komisch?

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