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Remmidemmi

Kürzlich durfte ich einem sehr interessanten Vortrag beiwohnen. Ging um die Zukunft. Wo sich der Mensch und das Alles hin entwickelt. Begann aber mit der Vergangenheit. Respektive mit dem subjektivem Empfinden, früher sei alles besser gewesen. Diese Frage stellte der Vortragende auch dem Publikum. Wer denn glaube, dass früher alles besser gewesen sei? Gingen tatsächlich einige Hände hoch.

Dies wurde dann sogleich zerpflückt. Von wegen es gab noch nie so wenig Krieg wie heute, die Bildung war noch nie so hoch, die Menschen wurde noch nie so alt, bei gleichzeitiger guter Gesundheit und relativem Wohlstand. Auch in Bezug auf das Internet. Der Bürger hätte noch nie derart viel Macht auf sich selbst gehabt und Dinge damit bewegt.

Einverstanden. Gehe ich absolut daccord damit. Gäbe noch unzählige Beispiele. Auch wenn man derzeit einen etwas anderen Eindruck gewinnt. Zur Zeit scheinen ja gerade wieder alle aufeinander einzudreschen. Westen gegen Osten, Rot gegen Grün, Rechte gegen Linke, Mann gegen Frau, Oben gegen Unten. Jeder gegen Jeden. Woran liegt's? Wohl möglich am überhand nehmenden Egoismus? Weiss man's? Die Kacke ist am dampfen und fliegt einem mitunter auch um die Ohren. Salopp ausgedrückt.

Apropos dampfen. Nordspanien. Baskenland, genauer gesagt. San Sebastian, um ganz präzise zu sein. Einer meiner Lieblingsorte auf dieser Erdkugel. Wunderschön. Auch gelegen. Kulinarisch der Hammer. Und kulturell. Partnerschaft mit ZFF. Unter anderem. Kunst aber auch. Zum Beispiel Peine del Viento. Eine Skulptur von Eduardo Chellda. Draussen an der Küste. Ein Windspiel. Und um das zu vervollständigen, davor noch ein Wasserspiel. Quasi.

Als bessere Hälfte und ich dieses Jahr San Sebastian besuchten, verbrachten wir auch einige Zeit dort draussen. Wellen beobachten. Leute auch. Und die Zeit geniessen.

Dieses Wellenspiel. Ein Plattform, die in der Tiefe die anrollenden Wellen aufnimmt. Da diese Druck erzeugen, muss dieser ja irgendwo abgelassen werden. Wie wenn sie Knoblauch gegessen haben. In Massen. Dann quasi anrollende Welle. Und Druck. Der muss dann auch wohin. Sonst zerreisst es sie. So auch mit dem Luftdruck, den die einlaufenden Wellen erzeugen. Entweicht nach oben. Und entfleucht durch ein paar extra dafür angelegte Öffnungen. Wie beim Menschen. Sehr zur Freude allfälliger Anwesender. Vor allem Kinder. Weil nicht nur Luft, sondern auch Wasser. Ein wenig wie auf dem Sechseläutenplatz in Zürich. Beim Wasserspiel. Kinder? Freude! Die Alten schauen zu.

So sassen wir also da, in Spanien, und beobachten die Elemente. Und ich einen Menschen. Mit seinem Hund. So einem "Pocketdog". Also keine Dogge. Der lief da rum. Der Mann mit Hund. Jetzt weiss ich nicht, ob der Hund auch Knoblauch. Jedenfalls Drang. Man sah es. Der Mann sah es auch. Was man auch sah? Im Gesicht des Mannes? Was tun! Kein Robbidog-Sack dabei! Lange Rede, kurzer Sinn. Nahm den Hund und platzierte ihn präzise über einem dieser Druckluftlöcher. HALT!!! Noch nicht Lachen!! Ich bin noch nicht fertig. Weil, nicht was sie jetzt denken. Das Meer war ruhig. Es blies den Hund nicht weg. Im Gegenteil. Das Geschäft wurde sauber im Loch platziert. Also. Bedingt sauber. Nicht ganz mittig. Für den Mann war's aber mittig genug, schubste mit dem Schuh ein bisschen korrigierend nach, packte Hund und Gelegenheit und zog. Zuerst den Hund vom Loch und selber dann von dannen.

Und jetzt. Ein Wunder der Präzision. Auf dem Meer begann sich eine Welle aufzubauen. Während zeitgleich ein Tourist die Plattform betrat. Just als der Hundemann verschwand. Der Tourist sah sich um und die Löcher. Worauf er sich, seiner Partnerin zurufend, was das wohl für Löcher seien, eben genau dem "Hundeloch" näherte. Die Welle näherte sich auch. Bessere Hälfte, ich und noch zwei, drei andere Zeugen des Geschäfts hingegen, wir entfernten uns. Aus Anstand. Und Vorsicht. Aber nur soweit, um eine gute Sicht zu haben. Die Welle erreichte das Ufer. Und damit die Plattform....eine starke, grosse Welle....

Ich erlasse Ihnen jetzt die Details. Und ich schwör, ich habe auch wirklich fast nicht gelacht. Aber wenn man aus Neugier seine Nase nicht in jedes Loch stecken muss, dann muss man auch nicht damit rechnen, dass jede Kacke um die Ohren fliegt.

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