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Der bewegte Mann

Jetzt muss man wissen. Ich bin schon etwas älter. Jenseits der 50. Schon gegen 60. So ziemlich genau in der Mitte. Darum ist meine Sicht auf diese Dinge der Welt, mitunter eine etwas andere. Als die der jüngeren Generation. Die der Frauen vermutlich sowieso. Ich gehöre noch zur Generation der Türaufhalter, in die Jackehelfer und die Rechnungzahler. Nicht weil ich das den Frauen nicht zutraue. Nein, weil ich so erzogen worden bin. Ein Zeichen des Respekts sozusagen. Ich erachte Frauen auch als absolut gleichberechtigt. In den meisten Dingen. Wirklich. Ich schwör. Ausser Dings vielleicht. Also Auto. Ich sage jetzt nicht. Männer besser. Also nicht unbedingt. Einfach anders halt. Aber nur beim Auto: Sonst nicht. Wirklich nicht. Nennen sie mich darum nur antiquiert. Oder von gestern. Kein Problem. Kann ich mit Leben. Ändern werde ich mich wohl nicht mehr. 
Daher auch meine Sicht auf die Dinge. Das Ding "Mann" zum Beispiel. Was macht einen Mann aus? Also wirklich, meine ich. Nicht dieses Feministen Gedöns. Von wegen weich und gleichzeitig hart. Verständnisvoll und gleichzeitig Macho. Einfühlsam und gleichzeitig ein Monster im Bett. Unterhaltsam, aber auch gleichzeitig geheimnisvoller Schweiger. Jeans und Lederjacke aber gleichzeitig auch Anzug und Krawatte. Erfolgreich im Beruf, am liebsten Manager mit Haus und Auto und Vermögen, aber keine Altlasten. Also wirklich. Ich gebe es ja zu. Ich lese gerne Kontaktanzeigen. Insbesondere von Suchenden in meinem Altersbereich. Manchmal steifer Nacken. Vom Schütteln. Meines Kopfes. Was da gesucht wird. Viel Spass dabei. Und viel Erfolg. den braucnen sie. Die Suchenden. 

Die Stimme! Für mich ist das männlichste aller Zeichen nicht eine muskelbepackte Brust. Oder Oberarme wie Arnold. Oder ein Schwanz wie ein Elefantenrüssel. Ein Mann muss Stimme haben. Also nicht im Sinne von Meinung. Die hat ein richtiger Mann natürlich auch. Nein. Im Sinne von zwischen Bass und Bariton. Eher Richtung Bass. Nicht piepsend wie Micky Maus.

Diese Diskussion führte ich erst kürzlich mit besserer Hälfte in einer Bar in Zürich. Jetzt. Wie immer. Die Diskussion relativ heftig. Weil bessere Hälfte differenzierter. Als ich. Gebe ich zu. Aber wenn ich zu etwas eine Meinung habe. Dann schwierig. Da bin ich eigen. Mitunter auch engstirnig. Darum. Stimme muss sein. Und wie immer. Wenn ich in Fahrt bin und in Fahrt gerate ich nun schnell einmal, dann untermaure ich gerne. Mit Beispielen. Oder Zweitmeinungen. So auch in dieser Bar. Die besteht aus einer Stuhlreihe an der Bar. Und einer entgegengesetzten am Fenster. Die Besucher sitzen also Rücken an Rücken. Sehen sie es vor sich?

Wir also diskutierend an der Bar. Mit dem Rücken zum Fenster. Die anderen Gäste, am Fenster, mit Rücken zu uns. Also eigentlich nur einer. Ein Gast. Der Abstand zwischen den Rücken ziemlich eng. Wie das heute so ist. In den meisten Restaurants. Darum hörte ich auch während der Diskussion, den Gast telefonieren. Also Sie. Der Stimme nach. eine schöne, weibliche, hohe Stimme. Und weil ich  gerne untermauer. Mit Drittmeinungen, und bessere Hälfte partout nicht von ihrer Meinung abrückt. Darum sage ich ihr "so, jetzt frage ich die Frau hinter uns nach ihrer Meinung"!

Ich klettere von meinem Barhocker, drehe mich um und will meine Frage stellen. Einer Frau. Mit Vollbart. Ich hätte geschworen. Bei allem was mir heilig ist. Ein Frau sitzt hinter mir. Und telefoniert. Es war ein Mann. Mit Vollbart. Und einer Stimme, die so gar nicht meinen Vorstellungen der Stimme eines Mannes entsprach.

Muss wohl etwas verdutzt ausgesehen haben. Ich. Ob er mir helfen könne? Dankend ablehnend. Wir diskutieren nur gerade an einem Thema, bei dem er leider nicht mitreden könne und ich muss jetzt auf die Toilette. Also Klo. Ein richtiger Mann sagt Klo.

Mit tiefer Stimme. Oder nicht?

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Wasser bis zum Hals

Eigentlich, eigentlich habe ich kein Problem mit Alkohol. Wirklich nicht. Ich schwör. Auch nicht ohne, ihr Scherzkekse. Gelegentlich mal ein Glas Rotwein. Hie und da. Auch mal einen Grappa nach dem Essen. Und wenn ich dann mal in eine Bar gehe, dann auch einen Drink. Oder zwei. oder drei. Nicht mehr. Mich hat noch niemand nach Hause tragen müssen. Rollen schon. Aber tragen? Nein. Da kenne ich andere. Ohne jetzt hier Namen zu nennen.
Ich bin auch eher, wenn, dann der Typ stiller Trinker. Weil. In einer Beiz aufgewachsen. Und zuviel erlebt, was zuviel Alkohol aus Menschen machen kann. Insbesondere auf der verbalen Ebene. Würde auch. Je mehr Alkohol, desto weniger. Das ist wie bei Professor Otto. Je schiefer das Brett, desto schneller das "Zisch" und umso lauter der Bums. Oder so. Wobei die meisten mit zuviel, dann ja kein Bums mehr. Auch wenn sie gerne würden.
Nur ganz selten, wenn wirklich alle Umstände zusammen kommen. Dann, dann kann es auch mir passieren. Dass meine Stern…

Lange Rede kurzer Sinn

Schnell. Geduld? Keine. Also die wenigsten. Am liebsten schon gestern. Oder noch früher. Dass wertvollste, was man also schenken kann? Zeit. Und ein Ohr. Oder zwei. Leihweise. Nicht so van Gogh mässig. Der hat sein Ohr ja auch abgegeben. Quasi. Nein. Wirklich nur leihweise. Hin- oder zuhören. Ist wirklich wertvoll. Auf beide Seiten. Ich versuche zuzuhören, bin aber auch ganz dankbar. Wenn mir mal jemand zuhört. So wie sie es tun. Die Leser dieser Geschichten. Sie schenken mir auch. Immer wieder. Ihre Aufmerksamkeit. Das ist für mich Lohn und Ansporn. Ich, wir, bessere Hälfte und ich. Wir versuche daher auch ab und zu etwas zurückzugeben. Das nächste Mal am 23. Mai. Details später. Nur damit sie schon einmal vorgewarnt sind. Zurück zum Thema. Zeit schenken. Weil, auch ich. Habe auch so eine Unart. Oder Tic. Also nicht, dass sie jetzt Angst haben müssen. Von wegen Tourette oder so. Wobei Angst etwas weit gegriffen. Einer meiner Schulfreunde hatte einen. War ganz lustig damals. Für uns. …

Berührungsängste

Es ist wegen meiner Jungmannschaft. Also wegen meiner Kinder. Weil, die kommen immer wieder mal. Mit so Hinweisen. Man könne jetzt zum Beispiel im Internet iPhones gewinnen. Ganz einfach. Oder da gäbe es so Gewinnspiele. Wenn man CHF 10.- einzahle, dann könne man für CHF 50.- gamen. Also früher. Als sie ihr erstes iPhone bekamen. Bezahlt! Nicht gewonnen! Mittlerweile sind sie auf- und abgeklärter. Darin, nicht alles zu glauben, was man im Internet so liest. Oder in Zeitungen. Eher gesunder Menschenverstand. Und dann selber beurteilen. Kann das wahr sein? Oder nicht? Und wenn ja, wie viel davon? Gibt es eine zweite Seite? Die gibt es nämlich immer. Mitunter schauen Geschichten dann ganz anders aus, wenn man die eine Seite gelesen hat und die andere Seite dann dazu um Auskunft bittet. Was wollte der Schreiber damit zum Ausdruck bringen? Will er nämlich immer. Ich schwör. Was zum Ausdruck bringen. Nur ist es manchmal erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Oder dem dritten. Wie letztens…