Direkt zum Hauptbereich

Patchwork

Glauben sie mir, ich weiss von was ich spreche. Wirklich. Ich kenne die Sorgen und Nöte Pubertät geplagter Teenager. Genauso, wie die der darüber durchdrehender Väter, Mütter und weiterer Anverwandter. Aus erster Hand sogar. Ich habe selber drei an der Zahl. Mit denen meiner Partnerin sind es sogar sechs. Und auch zugegeben, ich beschäftige mich damit nur, wenn es nicht anders geht. Oder meine Ex wieder einmal damit droht, die Bälger mit samt Koffer vor meiner Tür zu deponieren und danach sofort und unmittelbar auszuwandern. Ich schiebe das ab, weil ich genug damit zu tun habe, das Ganze zu finanzieren. Sie verstehen, was ich meine. Ich gebe an dieser Stelle offen und ehrlich zu, ich bin zu wenig verfügbar. Aber das ist eine andere Geschichte, wieder einmal.
Dieses nicht alles mitzubekommen und mich nur sporadisch damit zu befassen, dies hält mich aber nicht davon ab, Ratschläge zu geben. Wenn ich denn mal gefragt werde. Und ich es kann. Ratschläge geben, weil ähnliches schon einmal erlebt.
Erst gerade kürzlich. Eine Mutter mit einer pubertierenden Tochter. Knapp 16. Die Tochter. Nicht die Mutter. Alleinerziehend. Besagte Tochter, die will an eine Party. Da hat es auch ältere Teilnehmer. Vermutlich gibt es auch Alkohol. Nun gut. Kleines Problem. Aber. Das Motto eben jener Party beinhaltet auch eine Übernachtung. Damit wird aus einem kleineren schon ein etwas grösseres. Problem. Weil, wenn übernachten, dann doch für längere Zeit ausser Kontrolle. Die Party dann vermutlich auch. Aber alles noch im knapp gelborangen Bereich. Verhandelbar auch. Aber jetzt. Natürlich gab es Diskussionen. Und Bedenken und Versprechungen und Ratschläge und ein paar Tränen vermutlich auch. Auf Seiten der Mutter. Spannend. Man hätte ja meinen können. Item. Wie gesagt. Alles noch im dunkelgrünen Bereich. Bis zu diesem Moment, als im Verlauf der doch etwas hitzigen Debatte das Wort «Gras» fiel. Dieses Mal von Seiten der Tochter. Mutter fiel dann auch. Aber aus allen Wolken. Und suchte Rat. Bei mir. Ausgerechnet.
Eben diese Mutter schilderte mir die ganze Situation. Und nahm, zu meinem Erstaunen, das Urteil schon vornweg: «Erlaubt!» Sie erlaubte ihrer Tochter die Teilnahme. Um mich im Nachhinein zu fragen, ob ich ebenso gehandelt hätte. Und was ich jetzt tun würde. Und ob dies falsch sei?
Frauen sind so. Männer nicht. Wirklich nicht. Ich schwör. Frauen neigen dazu, sich die Konsequenzen ihres Handelns nicht im Vorfeld, sondern erst danach. Sie verstehen? Dazu habe ich schon eine andere Geschichte geschrieben, die ich hier demnächst bringe. Und weil ich ich bin, war meine Antwort an Mutter folgender:
Nö. Lass sie gehen. Klar. Zudem besorg Dir eine «Pille danach» und nimm selber ein paar Drogen. Weil, was willst Du sonst? Zuhause rumsitzen, während sich die Tochter an besagter Party vergnügt (oder die Männer mit ihr) und am Rad drehen, weil dir deine Phantasie einen Streich spielt? Darum selber Drogen nehmen. Und die Pille danach, die ist dafür, weil die schlimmsten Phantasien immer einen Kern Wahrheit beinhalten.
Jetzt redet Mutter nicht mehr mit mir, Dabei meinte ich es nur gut. Sagte ich eigentlich schon, selber kein Mädchen, sondern nur Jungs zu haben?

Ich würde sie während der Party zuhause im Keller einsperren. Oder selber mitgehen.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wasser bis zum Hals

Eigentlich, eigentlich habe ich kein Problem mit Alkohol. Wirklich nicht. Ich schwör. Auch nicht ohne, ihr Scherzkekse. Gelegentlich mal ein Glas Rotwein. Hie und da. Auch mal einen Grappa nach dem Essen. Und wenn ich dann mal in eine Bar gehe, dann auch einen Drink. Oder zwei. oder drei. Nicht mehr. Mich hat noch niemand nach Hause tragen müssen. Rollen schon. Aber tragen? Nein. Da kenne ich andere. Ohne jetzt hier Namen zu nennen.
Ich bin auch eher, wenn, dann der Typ stiller Trinker. Weil. In einer Beiz aufgewachsen. Und zuviel erlebt, was zuviel Alkohol aus Menschen machen kann. Insbesondere auf der verbalen Ebene. Würde auch. Je mehr Alkohol, desto weniger. Das ist wie bei Professor Otto. Je schiefer das Brett, desto schneller das "Zisch" und umso lauter der Bums. Oder so. Wobei die meisten mit zuviel, dann ja kein Bums mehr. Auch wenn sie gerne würden.
Nur ganz selten, wenn wirklich alle Umstände zusammen kommen. Dann, dann kann es auch mir passieren. Dass meine Stern…

Lange Rede kurzer Sinn

Schnell. Geduld? Keine. Also die wenigsten. Am liebsten schon gestern. Oder noch früher. Dass wertvollste, was man also schenken kann? Zeit. Und ein Ohr. Oder zwei. Leihweise. Nicht so van Gogh mässig. Der hat sein Ohr ja auch abgegeben. Quasi. Nein. Wirklich nur leihweise. Hin- oder zuhören. Ist wirklich wertvoll. Auf beide Seiten. Ich versuche zuzuhören, bin aber auch ganz dankbar. Wenn mir mal jemand zuhört. So wie sie es tun. Die Leser dieser Geschichten. Sie schenken mir auch. Immer wieder. Ihre Aufmerksamkeit. Das ist für mich Lohn und Ansporn. Ich, wir, bessere Hälfte und ich. Wir versuche daher auch ab und zu etwas zurückzugeben. Das nächste Mal am 23. Mai. Details später. Nur damit sie schon einmal vorgewarnt sind. Zurück zum Thema. Zeit schenken. Weil, auch ich. Habe auch so eine Unart. Oder Tic. Also nicht, dass sie jetzt Angst haben müssen. Von wegen Tourette oder so. Wobei Angst etwas weit gegriffen. Einer meiner Schulfreunde hatte einen. War ganz lustig damals. Für uns. …

Berührungsängste

Es ist wegen meiner Jungmannschaft. Also wegen meiner Kinder. Weil, die kommen immer wieder mal. Mit so Hinweisen. Man könne jetzt zum Beispiel im Internet iPhones gewinnen. Ganz einfach. Oder da gäbe es so Gewinnspiele. Wenn man CHF 10.- einzahle, dann könne man für CHF 50.- gamen. Also früher. Als sie ihr erstes iPhone bekamen. Bezahlt! Nicht gewonnen! Mittlerweile sind sie auf- und abgeklärter. Darin, nicht alles zu glauben, was man im Internet so liest. Oder in Zeitungen. Eher gesunder Menschenverstand. Und dann selber beurteilen. Kann das wahr sein? Oder nicht? Und wenn ja, wie viel davon? Gibt es eine zweite Seite? Die gibt es nämlich immer. Mitunter schauen Geschichten dann ganz anders aus, wenn man die eine Seite gelesen hat und die andere Seite dann dazu um Auskunft bittet. Was wollte der Schreiber damit zum Ausdruck bringen? Will er nämlich immer. Ich schwör. Was zum Ausdruck bringen. Nur ist es manchmal erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Oder dem dritten. Wie letztens…