Der kleine Unterschied

Es sind oftmals die kleinen Dinge im Leben, die den Unterschied ausmachen. Wie zum Beispiel im Tram. Also, ob sie am Morgen fahren, oder am Abend. Früh am Morgen, mein ich. Vor 07:00 Uhr. Die wenigen Mitreisenden sind noch im Delirium und die Bekloppten noch nicht aufgestanden. Sie wissen, wen ich meine. Diese Selbstdarsteller, die lauthals rumkrakelen und sich dabei auf eine psychische Erkrankung berufen. Die sind erst am Feierabend unterwegs. Weil dann mehr Tiefenwirkung. Ist doch spannend. Morgens beginnen viele Menschen zu unterschiedlichen Zeiten zu arbeiten. Darum ist das Tram am Morgen eher leer. Dafür hören am Abend alle gleichzeitig auf. Die Trams sind daher überfüllt. Mit gestressten, mürrischen Arbeitnehmern. Und den Bekloppten. Mehr Publikum. Schneller auf die Palme zu bringen, wenn nicht eh schon oben. Mehr Wirkung mit wenig Aufwand. Kleiner Unterschied, grosse Wirkung.

Oder im Zoo. Der Grossvater mit seinem Enkel. Vor dem Gehege mit den Kamelen:

Enkel: Nono, warum haben die Einen einen Buckel und die Anderen zwei?
Nono: Was? Wie?
Enkel: Die Kamele?! Warum?
Nono: Kamele? Wo? Welche Kamele?
Enkel: Nonnnooooo!!! Hör auf! Die da, vor Dir!
Nono: Ja weisst Du (weiss er nicht, der Enkel, sonst würde er ja nicht fragen!!), die einen sind eben Kamele und die anderen Dromedare.

Jaaaaaaa, fast. Weil, Kamele sind eigentlich beide. Da übergeordneter Begriff. Es handelt sich, präzise gesagt, um Dromedare (einer) und Trampeltiere (zwei). Kleiner aber feiner Unterschied. Und bei der nächsten Klassenarbeit des Enkels unter Umständen nicht ganz irrelevant.

Kommen wir zu Mann und Frau. Und dem kleinen Unterschied, diese Gattung betreffend. Jetzt nicht wegen der Kamele. Obwohl in Wikipedia steht, Kamele seien Lebewesen, die sich durch einen langen, dünnen Hals, einen kleinen Kopf und relativ langgestreckte, schlanke Beine charakterisieren. Das sagt Wikipedia. Und nicht ich. Allfällige, auch anatomische Ähnlichkeiten, sind rein zufällig und vom Autor nicht beabsichtigt. Ich schwör. Hoch und heilig. Der Unterschied manifestiert sich auf eine andere Art und Weise. Der Problemlösung nämlich.
Gestern Abend bei uns in der Küche. Nach dem Abendessen. Geschirr in der Maschine und diese in Betrieb genommen. Danach ruhiger Abend in der warmen Stube. Geplant. Von besserer Hälfte und mir. Nicht aber von Maschine. Die beginnt mit ihrer Arbeit. Und nach ein paar Momenten zu schlagen. Nicht uns. Das Geschirr. Irgendwas läuft da nicht ganz rund. Ich kann das nicht ignorieren. Ich nicht. Also aufstehen, Maschine öffnen und nachsehen. Nichts. Noch schnell an ein paar Tellern gerüttelt, einfach so prophylaktisch, quasi und weiter. Türe zu und ab in die gute Stube. Nach zwei Minuten wieder. Schlagen. Versucht, gefühlte 30 Sekunden zu ignorieren. Sie kennen es. Geht nicht. Aufstehen, Maschine öffnen. Nix. Maschine zu. Läuft. Schlägt. Sofort dieses Mal. Wieder auf, umräumen. Jetzt schlägt sie nicht mehr. Zurück zur besseren Hälfte. Kaum knete ich ihre Füsse, schlägt das Miststück wieder. Die Maschine, mein Gott! Nicht bessere Hälfte. Die schlägt nie. Aber Miststück…. Lassen wir das. Ehe ich mich wieder erheben kann, steht bessere Hälfte auf, geht zur Küche und? Schliesst die Türe.

So, Problem gelöst. Noch Fragen? Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Ich sag’s ja.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Fleischwolf

Die Nummer Eins

Wenn einer eine Reise tut