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Die Geister, die ich rief

Wir sind heutzutage multikulturell. Das ist eine Feststellung. Keine Frage. Laufen Sie mal durch die Altstadt. Gerne auch an Randzeiten. Die Umgangssprache? Sehr oft Englisch. Auch im Freundeskreis. Englisch und Schwedisch. Das Englische eigentlich nur noch wegen mir. Weil, einziges Wort auf Schwedisch? Smörrebröd. Wie der Koch in der Muppet Show. Und das ist erst noch Dänisch. Darum Englisch. Oder Elternabend in der Schule. Dann wenn der offizielle Teil vorbei ist und die Eltern zum Gemütlichen übergehen.......... Multikulturell, sag ich da nur noch. Ich finde es ja positiv. Bringt neuen Wind in verstaubte, alte Ansichten. Zwingt einen, die eigene Wohlfühl- oder auch Komfortzone, zu verlassen. Und dies hat, wissen wir ja alle, meist nur Vorteile. Zudem zwingt es uns, sich auch mit Bräuchen und Gewohnheiten anderer Volksgruppen, auseinanderzusetzen.

Wie Halloween. Halloween. Also bitte. Nicht was sie jetzt denken. Oder meinen, in meinen Worten schon wieder herauszulesen. Unterschwellig. Ich mag es wirklich. Dieses Halloween. Also gut. Ich sträube mich zumindest nicht gänzlich dagegen. Und bemühe mich. Höflich zu sein. Höflich und nett. Zu allen. Auch den Kindern. Ich schwör. Aber sie machen es einem manchmal auch wirklich schwer. An dem Ort, an dem ich früher wohnte. Vor meiner Zeit im Niederdorf. In einer gehobenen Zürcher Wohngemeinderandlage. Auf dem Weg von der Goldküste zum Züriberg. Also dem Ort all der Gestrandeten, die es auf ihrem Weg nach oben noch nicht ganz geschafft haben. Und an eben diesem Ort dann auf der Strecke bleiben. Für immer. Bis auf die, die den Absprung noch schaffen. Aber das ist eine andere Geschichte. Randlage also. Und Halloween. An eben diesem Ort, war alles ordentlich. Und geregelt. Halloween sowieso. Man sprach unter den Eltern vorher ab, wer welche Kinder in welchen Wohnblock schickt, und was diese dann geschenkt bekommen zu haben. Ich schwör! Bei allem, was mir heilig ist. Wirklich. Das war so. Ist es vermutlich noch heute. Sie wussten also auf die Minute genau, wenn es an der Türe klingelt, und wer dann vor der Türe stand. Die verkleideten Kinder des Nachbarn. Oder die Schwiegermutter. Wobei letztere eher zum fürchten…..lassen wir das. Ich wusste auch, es werden vier Gruppen von je 8 Kinder erwartet und konnte mich entsprechend vorbereiten. Wenn sie dann kamen, wurden artig Sprüche aufgesagt und sich freundlich und höflich verabschiedet. Abends um 20:30 Uhr war Halloween vorbei und die Autos sauber. Feierabend. Kein Rasierschaum. Keine Eier. Keine gesprengten Briefkästen. So Randwohnlagen haben schon auch was. Wirklich.
Letztes Jahr dann pures Gegenteil. Ich wohnte im Niederdorf. Noch an meiner alten Adresse. Über einem Nachtclub. Die Halloweengäste kamen später am Abend zu mir. Nach Mitternacht. Die Kostüme waren ausgefallen. Wenn auch spärlicher. Die Sprüche etwas anzüglich, Süssigkeiten brachten sie selber mit und erschrocken war eigentlich auch keiner mehr. Und was die Eier und den Rasierschaum betrifft…..Sie kennen es ja schon…eine andere Geschichte.
Heuer? Wieder Randwohnlage. Aber immer noch Niederdorf. Nicht mehr Limmat- sondern Bergseitig. Auch kein Nachtclub mehr. Aber viele Familien mit Kindern. Darum tat Vorbereitung not. Ich war’s also. Vorbereitet. Auf alles. Vieles zumindest. Als es dann klingelte und ich die Türe öffnete? Schreck lass nach! Ob der grässlichen Kostüme. Die Stadtpolizei. Zu zweit. Unten auf dem Parkplatz. Da hätte einer einen Randstein umgefahren. Und ob ich etwas gesehen hätte. Meine Antwort? „Trick or Treat“? Fanden sie dann nicht ganz so lustig. Im Gegensatz zu mir. Die Süssigkeiten nahmen sie aber trotzdem. Die weibliche Polizistin zumindest. Der männliche hadert noch.

Gesehen habe ich übrigens nichts.


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