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Schwarz, Weiss

Beginnen wir langsam. Und verständlich. Damit sie den Kontext verstehen. Also. Stellen wir uns vor, es gäbe für fast alle Menschen auf der Welt nur drei Gemütszustände. Die da wären. Fröhlich. Traurig. Wütend. Ja, ich weiss. Aber es geht ja nur um den Kontext. Drei Gemütszustände. Für 99,9999 % der Weltbevölkerung. Ausser den Bayern. Die haben noch einen Gemütszustand mehr. Das Granteln. Was dieses Granteln genau ist kann man nur schwer beschreiben. Es ist ein Zustand. Dem besonders der männliche Bayer gerne verfällt. Immer wieder. Unvorhersehbar. Und jetzt spannend. Dieses Granteln geht eigentlich mehr nach innen. Der Bayer, der männliche, grantelt am liebsten mit sich selber. Der Aussenstehende, der das Pech hat, an einen grantelnden Bayern zu geraten, der merkt das dann zwar doch schon. Aber hallo. Er sollte es aber nicht persönlich nehmen. Auf keinen Fall. Es ist nämlich nur äusserst selten gegen ihn gerichtet. Weil mehr nach innen. Kontext. Sie verstehen? Ich bin nämlich nicht rassistisch. Wirklich nicht. Ich. Schwör. Aber ein bisschen lachen musste ich schon. Als ich den Artikel in der Zeitung gelesen habe. Sah es bildlich vor mir. Bin nämlich, aufgrund meiner Lebensumstände, oft an grantelnde Bayern geraten. Von daher Lerneffekt. Nicht persönlich nehmen. Hat der Gambier hoffentlich auch nicht. Weil völlig egal. Hätte auch ein Chinese sein können. Oder Eskimo. Oder ein anderer Bayer. Einfach, weil grantelnder, bayrischer Busfahrer.
Dieser Busfahrer kam mit seinem Linienbus an eine Haltestelle. Da stand, neben einigen anderen Personen, auch eine Frau. Und besagter Gambier. Alle drei hatten einen schwarzen Tag. Der Busfahrer, weil grantig, die Frau, weil unschuldig oder nicht, einfach zufällig an Ort und Stelle und damit unfreiwillig involviert. Und der Gambier sowieso. Wenn sie wissen, was ich meine ;-). Also, Busfahrer hält, öffnet die Tür, und weil grantig, muss einfach Einer darunter leiden. Leider stand der Gambier zuvorderst. Er nehme keine Schwarzen mit. Aus Prinzip. Und weil er halt jetzt gerade grantig sei. Aber Letzteres hat er wohl nur gedacht. Keine Schwarzen. Und Schluss. An zweiter Stelle stand die Frau. Welche sich entrüstete und für den Gambier einsetzte. Was den Fahrer, trotz rumgranteln, dazu bewog, den Schwarzen doch einsteigen zu lassen. Aber nicht ohne die Bemerkung, er solle sich nach hinten setzen, weil die Plätze vorne, die seien nur für Weisse. Wenn schon grantig, dann aber richtig. Und fuhr los. Jetzt wollte der Gambier bis an die Endhaltestelle. Die Frau, die sich für ihn einsetzte, aber Eine vorher raus. Dazu musste sie am Busfahrer vorbei. Und nicht das sie jetzt denken, der sich in der Zwischenzeit beruhigt. Neiiiiin, aber nicht mit einem richtigen Bayern. Der grantelt locker einen ganzen Tag und länger. Und ruft der Frau beim Aussteigen nach, ob sie ihren Affen nicht auch gleich mitnehmen möchte. Natürlich! Ich bin entrüstet. So geht man nicht mit Menschen um. Wirklich nicht. Weder Chinesen, noch Eskimos und auch nicht mit Gambier. Aber wie gesagt. Niemand sollte es persönlich nehmen. Weil mehr nach innen. Das fand auch die Firma des Busfahrers. Akzeptierte das Urteil, die (finanzielle) Strafe und damit sei die Sache für sie erledigt (O-Ton). Der Fahrer grantelt immer noch für besagte Firma.
Und nicht das sie jetzt glauben, das war es schon. Weil, eigentlich geht es jetzt erst richtig los. Ich sass nämlich am See. In Zürich. Neben mir ein Schweizer. Dem Dialekt nach eher aus der zentralen Schweiz. Der grantelte auch. Obwohl ich geschworen hätte, dieses granteln gibt es ausschliesslich nur in Bayern. Und sonst nirgendwo auf der Welt etwas Vergleichbares. Aber nur so ist es erklärbar. Eins weiter setzte sich eine muslimische Familie. Zwei Frauen davon verschleiert. Voll und ganz. Der Schweizer sieht sie an, steht auf, geht zu einem der männlichen Familienmitgliedern und grantelt ihn an, er solle seinen beiden Frauen doch am besten gleich eine Ganzkörperkartonschachtel über den Kopf stülpen.
Es hätte auch einen Chinesen treffen können. Oder einen Eskimo. Sogar Gambier. Oder mich, der sich, die Geschichte des Gambiers noch im Kopf, nur schwer ein Zucken der Mundwinkel verkneifen konnte.

Bitte! Einfach nicht persönlich nehmen.

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