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Ein schwieriger Fall

Regelmässig. Ich schwör. Meistens spüre ich es schon vorher. Wieder so ein Tag heute. Es könnte Hunderte treffen. Wenn trifft es aber? Mich! Darauf können sie Einen lassen. Resp. ich kann. Einen. Oder auch zwei. So sicher, wie das Amen in der Kirche. Nicht das ich besonders religiös bin. Aber eben.

Weil, in Anlehnung eines alten Werbespots über Kaffee. Oder Filtertüten: "Isch abe aber gar keine Auto", fahre ich ÖV. Wir leben ja zum Glück in einem Land/Stadt, wo dies noch möglich ist, weil Verlass. Man kann sich darauf verlassen. Auf die Zeiten im Fahrplan. Oder der App. Immer. Alle paar Minuten. In alle Himmelsrichtungen. Darum verstehe ich auch nicht, warum sich das doch so einige antun. Zu rennen. Aufs Tram. Den Zug vielleicht. Aber aufs Tram? 3 Minuten später kommt ja wieder Eines. Und jetzt mal ehrlich. Nichts gegen Sport und Jogging und was weiss ich auch immer. In entsprechender Kleidung und Umgebung. Aber Frühmorgens? Am Bellevue? Im Rock? Oder engen Jeans? In der einen Hand die Handtasche/Handy/Zeitung/den Freund, in der anderen den Kaffeebecher/Hundeleine/Handy/Zeitung/den Freund. Und dann, im Angesicht des bereits einfahrenden Trams jede Würde vergessend einen Spurt hinzulegen? Mitunter auch sich selbst? Hinlegen. Weil Rollkoffer übersehen. Aber das ist eine andere Geschichte. Wir waren bei Spurt. Meine Damen und Herren. Ja, auch bei den Herren in Anzug oder was auch immer. Es. Ist. Unästhetisch. Also wirklich. Dann doch lieber Würde waren. Und zwei Minuten aufs nächste warten. Tram. Rennen ja, aber nicht in solch einem Fall. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ein Bekannter von mir meinte mal, mich auf meinen Touren in der Stadt begleitend. Schreiten! Nicht rennen! Schreiten. Daran erkennt man den wahren Luxus.

Aber ich wollte ganz woanders hin. Mit meiner Geschichte. Hat schon mit Tram zu tun. In diesem Fall von der äusseren Zone (Fernsehstudio) in die Innerste (Bellevue). Ich weiss. Meine Definition von Zonen nicht kompatibel mit denen der VBZ. Oder SBB. Für mich gibt es nur drei Zonen. Die da sind: Zivilisation (entspricht in etwa dem Kreis 1), Agglomeration (alles darüber hinausgehende bis max. Fernsehstudio) und Pampa (Rest der Stadt, Kantons, Landes, etc.). Sie können mich jetzt arrogant nennen. Von mir aus. My Ass.

Also, ich bewege mich nach Feierabend von der Agglomeration in die Zivilisation. Mit dem 11er. Und weiss vorher schon, heute passiert es wieder. Relativ gut besetzt. Das Tram. Wie immer um die Zeit. Dennoch bekomme ich einen Einzelsitz. Die Verhältnisse halten sich bis Bucheggplatz. Dann wird es übervoll. Unter anderem steigen vier ältere Damen zu. Vermutlich Wärmebad oder Ausflug zur Waid. Jedenfalls gut gelaunt und erholt wirkend. Im Gegensatz zu mir. Anstrengender Arbeitstag. Im Rücken das Zipperlein. Sowieso. Trotzdem, sofort schlechtes Gewissen. Weil gute Erziehung. Und wenn alte Damen, erholt wirkend oder nicht, dann steht der Mann auf und bietet an. Nicht sich, sondern seine Hilfe, oder zumindest seinen Platz. Jetzt aber Dilemma. Mein Platz ein Einzelplatz. Damen aber vier. Und ich kenne es ja. Weil wenn man jetzt diesen vier Damen seinen Platz anbietet, diskutiert man 3 Haltestellen weit, wer denn nun sitzen darf. Oder soll. Oder muss. Mindestens. Während ich bereits stehe. Mit krummen Rücken. Und weil ich höre, dass die Damen eh gedenken dann auszusteigen, bleibe ich sitzen. Weil, man kennt es ja.

Jetzt aber. Schräg gegenüber ein Doppelsitz. Darauf zwei jüngere Damen. Eine davon Mutter. Offensichtlich. Und die macht was? Wirft mir einen Blick zu. So nach dem Motto: Fall tot um, Du arroganter Zürcher! Keine Erziehung genossen, was? Mann steht gefälligst auf und bietet Platz an. Und ich, in Gedanken zurück. Aber hören sie mal. Mann kennt das doch. Bei vier Frauen immer Diskussionen und dann doch kein Resultat. Also bleibe ich lieber sitzen. In Gedanken, mit Blickkontakt. Sie aber gibt keine Ruhe. Blitzt mit den Augen zurück. Und was mache ich? Wider besseren Wissens? Natürlich. Ich stehe auf, gehe zu den Damen und biete meinen Platz an. Ergebnis? Überschwängliches Bedanken, dass es so etwas noch gibt (laut, an mich gerichtet, mein Blick geht Beifall heischend zu junger Mutter), aber das sei doch nicht nötig, weil gut erholt (ich WUSSTE es!!), und sowieso und ich solle mich doch wieder setzen. Was ich jetzt natürlich nicht mehr kann. Um das Gesicht zu wahren einerseits. Andererseits weil jetzt so ein 15jähriger Teenie auf meinem Platz sitzt. Mich frech angrinsend.

Und als ich mich mit in Gedanken Mitleid heischendem Blick an die junge Mutter wende kommt was für ein Blick von ihr zurück?

Doofer alter Sack! Ich ziehe es an. Immer wieder. Und stehe die restlichen acht Stationen.


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Wasser bis zum Hals

Eigentlich, eigentlich habe ich kein Problem mit Alkohol. Wirklich nicht. Ich schwör. Auch nicht ohne, ihr Scherzkekse. Gelegentlich mal ein Glas Rotwein. Hie und da. Auch mal einen Grappa nach dem Essen. Und wenn ich dann mal in eine Bar gehe, dann auch einen Drink. Oder zwei. oder drei. Nicht mehr. Mich hat noch niemand nach Hause tragen müssen. Rollen schon. Aber tragen? Nein. Da kenne ich andere. Ohne jetzt hier Namen zu nennen.
Ich bin auch eher, wenn, dann der Typ stiller Trinker. Weil. In einer Beiz aufgewachsen. Und zuviel erlebt, was zuviel Alkohol aus Menschen machen kann. Insbesondere auf der verbalen Ebene. Würde auch. Je mehr Alkohol, desto weniger. Das ist wie bei Professor Otto. Je schiefer das Brett, desto schneller das "Zisch" und umso lauter der Bums. Oder so. Wobei die meisten mit zuviel, dann ja kein Bums mehr. Auch wenn sie gerne würden.
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Lange Rede kurzer Sinn

Schnell. Geduld? Keine. Also die wenigsten. Am liebsten schon gestern. Oder noch früher. Dass wertvollste, was man also schenken kann? Zeit. Und ein Ohr. Oder zwei. Leihweise. Nicht so van Gogh mässig. Der hat sein Ohr ja auch abgegeben. Quasi. Nein. Wirklich nur leihweise. Hin- oder zuhören. Ist wirklich wertvoll. Auf beide Seiten. Ich versuche zuzuhören, bin aber auch ganz dankbar. Wenn mir mal jemand zuhört. So wie sie es tun. Die Leser dieser Geschichten. Sie schenken mir auch. Immer wieder. Ihre Aufmerksamkeit. Das ist für mich Lohn und Ansporn. Ich, wir, bessere Hälfte und ich. Wir versuche daher auch ab und zu etwas zurückzugeben. Das nächste Mal am 23. Mai. Details später. Nur damit sie schon einmal vorgewarnt sind. Zurück zum Thema. Zeit schenken. Weil, auch ich. Habe auch so eine Unart. Oder Tic. Also nicht, dass sie jetzt Angst haben müssen. Von wegen Tourette oder so. Wobei Angst etwas weit gegriffen. Einer meiner Schulfreunde hatte einen. War ganz lustig damals. Für uns. …

Berührungsängste

Es ist wegen meiner Jungmannschaft. Also wegen meiner Kinder. Weil, die kommen immer wieder mal. Mit so Hinweisen. Man könne jetzt zum Beispiel im Internet iPhones gewinnen. Ganz einfach. Oder da gäbe es so Gewinnspiele. Wenn man CHF 10.- einzahle, dann könne man für CHF 50.- gamen. Also früher. Als sie ihr erstes iPhone bekamen. Bezahlt! Nicht gewonnen! Mittlerweile sind sie auf- und abgeklärter. Darin, nicht alles zu glauben, was man im Internet so liest. Oder in Zeitungen. Eher gesunder Menschenverstand. Und dann selber beurteilen. Kann das wahr sein? Oder nicht? Und wenn ja, wie viel davon? Gibt es eine zweite Seite? Die gibt es nämlich immer. Mitunter schauen Geschichten dann ganz anders aus, wenn man die eine Seite gelesen hat und die andere Seite dann dazu um Auskunft bittet. Was wollte der Schreiber damit zum Ausdruck bringen? Will er nämlich immer. Ich schwör. Was zum Ausdruck bringen. Nur ist es manchmal erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Oder dem dritten. Wie letztens…