Wort des Tages

Ist wieder so einer dieser Tage. Um Vollmond herum. Einerseits. Und Andererseits? Bin ich ein Anhänger des öffentlichen Verkehrs. Also, dass wir uns recht verstehen. Öffentlicher Verkehr! Im Sinne von ÖV. Nicht GV. Wobei...Dachterrasse. Aber lassen wir das. Hier und jetzt. Vielleicht ein andermal. Heute ÖV. Wobei? Ein bisschen Stöhnen auch hier. Meinerseits. Wenn ich die Menschenmassen sehe, die da an gewissen neuralgischen Haltestellen auf den ÖV warten. Und vermutlich auch Einzelner aus den Massen, wenn sie mich sehen. Motto? Nicht der schon wieder. Ich kann's ihnen ansehen. Ich schwör. Aber es nervt halt. Wirklich! Haltestelle. Million von Menschen. Schuld sind vermutlich die Flüchtlinge. Verstopfen nicht nur in Österreich die Strassen, nein, jetzt auch hier die Haltestellen. Million. Wartend. Auf das eine Tram. Tram kommt, Türen auf und die Meute stürmt los. Vollgas. Wie ein Stier, wenn er den Torero sieht. Oder den Metzger. Dann aber eher andere Richtung. Stürmen. In diesem Beispiel aber Torero. Die Rolle des roten Tuches, genannt Muleta, übernehmen dabei die Aussteiger. Weil nicht schnell genug draussen.
Meute also im Sturm. Passiert die Türe und? Stürmt nicht etwa weiter. Nein. Sofort Vollbremsung. Wie innere Schranke. Stillstand. Und den Platz verteidigen. Stoisch. Durch Präsenz. Kein Millimeter weiter jetzt. Wollen aber noch ein paar mehr Meuten rein. Fazit? Lasagne. Schichtweise. In den Eingangsbereichen. Zwei Meter weiter? Leere. Fast. Aber zumindest Platz. Und wenn sich dann alle fast verprügelt und angegiftet und stoisch verteidigt haben, das Tram zur Abfahrt bereit ist, wenn denn die Türen zugingen, dann, genau dann, komme ich!
Und wirklich. Ich schwör. Ich kann es ihren Gesichtern ansehen. Herr, lass den Kelch an mir vorübergehen. Aber Herr lässt nicht. Weder gehen, den Kelch, vorbei, noch fahren. Das Tram. Ab. Ich stell mich dann in meiner ganzen Breite vor den Eingang und beginne mich zu bewegen. Vorwärts. Und ich bin wirklich breit. Wenn ICH ein Tram verlasse, steigt in dem Moment keiner ein. Bewege mich also Vorwärts. Mit den Worten: Aber liebe Leute. Einen wunderschönen guten Morgen allerseits. Ich bin's. Euer Alptraum. Geht doch bitte ein bisschen weiter. Da und dort hat es noch ganz viel Platz. Aber biiiiitteeeee ihr lieben Leute, nur ein bisschen. Es ist doch so ein schöner Tag heute.
Teeren und Federn. Ich schwör! Die meisten würden mich am liebsten Teeren und Federn. Und dann vorne aufs Tram binden. Mindestens. Es macht mir eine Höllenfreude.
Damit sind wir zwar noch immer nicht beim Wort des Tages. Aber schon ganz nahe. Jetzt nämlich. Der Mensch als solches ist dumm. Oder zumindest nur sehr beschränkt aufnahmefähig. Besonders morgens im ÖV. Dies ist zumindest meine Erfahrung und ganz persönliche Meinung. Ich kann mich täuschen. Natürlich. Ehe jetzt alle wieder aufschreien. Oder zumindest die, die vorhin, weiter oben, beim Reizwort "Flüchtlinge", schon wieder in Schnappatmung fielen. Also ganz subjektiv. Macht's aber nicht besser. Alle sitzen oder stehen oder liegen schichtweise herum. Gehirn auf Sparmodus. Und der Lautsprecher plärrt. Seit drei Stationen schon. In Deutsch und mitunter auf dieser Linie auch in Englisch. Dass es weiter vorne einen Unfall gab und darum die Weiterfahrt nach da nicht möglich ist und wir darum an nächster Kreuzung nach links abbiegen. Wegen dem Unfall. Aber es hätte Busse. Zum Ersatz. Und plärrt und plärrt. ICH höre das. Und denke mir: Geil! Muss ich heute mal nicht umsteigen. Bringt mich quasi bis fast vor die Türe. Alle anderen? Die hören das nicht. Hauptsache Platz im Tram. Rest ausblenden. Bis zu dem Moment, als das Tram abbiegt. Dort wo es eigentlich nicht sollte. Dann im Chor. Das Wort des Tages. Mit verwirrtem Blick.

"Öööh..."?

Legen sie mal Gratiszeitung und Smartphone weg. Sie werden es nicht bereuen. Ich schwör!



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