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Festival der Eitelkeit³

Der Mensch ist so etwas von Dings aber auch. Ich schwör. Stimmen sie mir zu? Durchschaubar, meine ich. Aber so etwas von. Obwohl jeder das Gegenteil behauptet. Und zwar strikt. Würde keiner zugeben. Niemals. Ein paar vielleicht schon. Ich ganz sicher. Aber das ist eine andere Geschichte. Diese hier handelt von der menschlichen Eitelkeit. Und die braucht eine Bühne. Sonst funktioniert sie nicht so gut. Selbst Narzissten haben eine. Bühne. Eitelkeit sowieso. Bei denen ist es ein Spiegel. Oder ein Schaufenster. In dem sie sich spiegeln können. Und meistens genügen sie sich selber. Die Narzissten. Aus Berufung eitel. Quasi Berufseitle.
Eine ganz spezielle Bühne bietet zurzeit Zürich. In Form des Zürich Film Festivals. Ein Festival der Eitelkeiten. Und jetzt lustig. Man unterscheidet dort drei Arten von Menschen mit Eitelkeiten.
Da wären zunächst einmal die Protagonisten selber. Schauspieler im Besonderen und Medienschaffende im Allgemeinen. Klar. Würde man so ja auch erwarten. Wenn nicht die, wer dann? Weil von Berufswegen. Quasi Schlüssel-Kriterium. Trotzdem behaupten so Manche auf dem grünen Teppich im Interview: Eitel?? Ich? Nie!! Wie kommen sie nur darauf? Und drehen sich dabei fünfmal im Kreis, damit man sie auch von allen Seiten bestaunen kann. Hat aber auch Welche, die sind dann privat ganz anders. Wirklich. Ich weiss von was ich rede. Bodenständig. Fast schon kumpelhaft. Bis eine Kamera auftaucht. Peng. Kumpel weg, Eitelkeit da. Nun, Schweiz gleich Touristendestination. Der Kameras? Viele. Also relativ wenig Kumpel. Macht ja nix. Ohne Eitelkeit kein Schauspieler. Also normal. Spannender wird es jetzt. Die Besucher.
Wenn sie denken, Schauspieler sind die Spitze der Eitelkeiten, dann haben sie die Besucher noch nie beobachtet. Dafür müssen sie nicht einmal vor Ort sein. Gehen sie auf die Plattformen der Eitelkeiten im Internet. Wie auch immer diese heissen. Spielt keine Rolle. Stichwort: Selfie. Und auch hier, am Festival. Bist Du eitel? Iiiiiiich????? Nieeeeeeee. Moment! Da kommt gerade wieder ein Promi. Oder Mutter. Oder die Freundin. Oder….. Muss schnell ein Foto…… und dann posten…….Titel: Ich mit XY in XY vor XY. Ok, bin wieder da. Wie war die Frage? Eitel? Ich? Niemals. Aber die da drüben. In dem nuttigen Outfit! Die ist es ganz sicher. Die Schlampe hat sich einfach vor mich und ins Bild geschoben. Ich kratz ihr die Augen aus. Die mit ihren krummen Beinen und den kleinen Titten! Die ist aber so etwas von eitel. Ich? Niemals! Moment…da kommt gerade….wart kurz…
Also Schauspieler und Besucher. Irgendwie ja auch miteinander verwandt. Sinnbildlich. Symbiose. Der eine funktioniert nicht ohne den anderen. Beide Sujet und Projektionsfläche in einem. Damit haben wir zwei der drei Typen. Der grösste Schauplatz der Eitelkeiten aber ganz woanders. Schon auch hier. Aber würde man so wohl nie vermuten. Mitarbeiter! Volontäre! Praktikanten! ……und Fahrer. Wer ist wichtiger? Wer hat den geileren Job? Wer den wichtigeren Gast? Wer das schönere Auto? Eitelkeiten extrem. So extrem, es laufen sogar noch Ehemalige mit den Akkreditierungsausweisen des letzten ZFF rum. Für einen Beobachter spielt es also keine Rolle, auf welcher Seite des Käfiges er sich befindet. Beobachten kann er überall. Von draussen nach drinnen und umgekehrt. Innerhalb sowieso. Damit ist Zürich auch ein bisschen wie Hollywood.

Dabei sein ist alles. Und am Sonntag verschwinden sie wieder. In die schiere Bedeutungslosigkeit.

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Wasser bis zum Hals

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Lange Rede kurzer Sinn

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Berührungsängste

Es ist wegen meiner Jungmannschaft. Also wegen meiner Kinder. Weil, die kommen immer wieder mal. Mit so Hinweisen. Man könne jetzt zum Beispiel im Internet iPhones gewinnen. Ganz einfach. Oder da gäbe es so Gewinnspiele. Wenn man CHF 10.- einzahle, dann könne man für CHF 50.- gamen. Also früher. Als sie ihr erstes iPhone bekamen. Bezahlt! Nicht gewonnen! Mittlerweile sind sie auf- und abgeklärter. Darin, nicht alles zu glauben, was man im Internet so liest. Oder in Zeitungen. Eher gesunder Menschenverstand. Und dann selber beurteilen. Kann das wahr sein? Oder nicht? Und wenn ja, wie viel davon? Gibt es eine zweite Seite? Die gibt es nämlich immer. Mitunter schauen Geschichten dann ganz anders aus, wenn man die eine Seite gelesen hat und die andere Seite dann dazu um Auskunft bittet. Was wollte der Schreiber damit zum Ausdruck bringen? Will er nämlich immer. Ich schwör. Was zum Ausdruck bringen. Nur ist es manchmal erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Oder dem dritten. Wie letztens…