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69, oder Tantra im Niederdorf

Es bedient beide Seiten. Wirklich. Ich weiss wovon ich rede. Denn Beides erlebt. Sowohl Landleben und -liebe, als auch Stadt. Die meisten kennen es eh nur von ein paar Stunden Aufenthalt im Ausgang. Oder einem Sonntagsspaziergang. Oder Polterabend. Letzteres als quasi militante Party-Girls-Bande auf Droge. Alkohol, Gras oder Adrenalin. Adrenalin? Ja, weil Girl vom Land und jetzt Abenteuergrossstadt und Playboy-Bunny-Ohren, knapper Rock und etwas Verruchtheit sowieso. Angesäuselt auch. Aber wenn man genauer hinschaut? Und aus einer dunklen Ecke heraus "buh"!!? Herz, welches zuvor ganz weit oben im Hals? Im wahrsten Sinne des Wortes am Arsch! Weil in die Hose gerutscht. Und Bunny-Ohren auf Halbmast. Wie Cockerspaniel. Eigentlich ganz unterhaltsam anzusehen. Die wirklich interessanten Geschichten aber ganz woanders. Obwohl öffentlich aber doch nicht für Alle zugänglich. Setzt nämlich voraus, offenen Geistes, Auges und Ohr durch die Gassen zu wandeln. Dann entdeckt man sie. Diese kleinen Läden. Von außen Boutique. Von innen natürlich ebenso. Aber noch mehr. Weill, es kann passieren, man geht in so einen Laden. Wegen Hose oder Bluse oder Jacke. Letztere mit Fransen und aus Leder. Und stößt auf Geschichten. Erzählt von Menschen, Einwohnern des Niederdorfes und ihren Freunden. Man trifft sich, von irgendwoher tauchen Sitzmöbel auf. Meistens auch eine Flasche Rotwein. Oder zwei oder drei. Jemand organisiert noch etwas zum Essen und fertig ist die Runde. Natürlich zur besten Einkaufszeit. Kunden sollen ja auch etwas davon haben.
Und dann? Ganz spannend. Im Mittelalter kannte man es. Diese Leucht- oder Meldefeuer. Auf irgendeinem Hügel stand Einer. Und eine Holzbeige. Und wenn der was sah, dieser Eine, dann zündelte er an der Holzbeige. Ein paar Kilometer weiter, damals noch Ellen oder Fuss oder Meilen, stand wieder Einer. Der hatte auch eine Holzbeige. Und zündelte dann auch. So verbreitete sich die Nachricht über weite Distanzen. Jetzt, im Niederdorf Distanzen eher kurz. Und Holzbeigen? Nur am Sächsilüüte. Und schon gar nicht Niederdorf.. Und trotzdem. Sie können drauf wetten. Kaum ist die erste Flasche offen, geht die Türe auf. Wie ein Trüffelhund. Oder brennende Holzbeige.
Führt zu lustigen Runden. Diese Runde späht ab und zu aus dem Fenster nach draussen. Und Passanten natürlich nach innen. Da ja weltoffen, Passanten auch ein Glas Wein. Ein Stück Käse. Oder zwei, oder drei.
Aber eben. Man muss es sehen. Oder ein Gespür haben. Für unsichtbare, brennende Holzbeigen. Fast schon Tantra. Dann kommt man auch zu 69, Martin ;-)

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