Voll korrekt

Man(n) sollte es nicht tun. Wirklich nicht. Also, tun vielleicht schon, klar. Aber dann zumindest nicht vergessen. Den Anzug. Zum Lüften raushängen. Auf die wunderschöne Dachterrasse. Wenn's so windet wie gestern. Weil, vom Winde verweht. Quasi. Hat aber auch Vorteile. Man lernt seine Nachbaren kennen. Und deren Kaffeemaschine. Nette Leute übrigens. Die Kaffeemaschine auch. Also nett. Resp. brauchbar. Ich beurteile Leute nämlich nicht nach dem was sie sind, sondern haben. Und bei haben interessiert mich dann nur die Maschine. Alles andere? Von mir aus.
Also einen vom Winde verwehten Anzug braucht eigentlich kein Mensch. Eine neue Hymne übrigens auch nicht. Meine Meinung. Die alte tut's doch noch, oder nicht? Also mit alte meine ich die alte Hymne. Nicht die "Alte". Nicht das sie schon wieder denken...was auch immer. Mein Vater selig hatte da immer einen Spruch für. Wenn's dem Esel zu bunt wird, geht er aufs Eis. Soll heissen, wenn die Menschen nicht mehr wissen was sie machen sollen, vor lauter Langeweile, dann kommen sie auf solch glorreiche Ideen. Eine neue Hymne. Also bitte. Ich finde die alte schon eine Zumutung. Also Hymne.
Aber wir waren beim Esel. Und Eis. Und Langeweile. Uns war's kürzlich auch etwas langweilig auf unserer Seite. Nicht der Macht, Reda! Auf unserer Seite der Limmat. Und haben darum gewechselt. Auf die andere Seite der Limmat. Im wahrsten Sinn des Wortes. Und auch ein bisschen Esel und Eis. Weil Risiko. Denn wenn Esel zu schwer, oder Eis zu dünn? Dann Reinfall. Und damit mein ich nicht den in Schaffhausen. Und was den zu schweren Esel angeht. Vorsicht jetzt! Keine Sprüche. Weil da wird das Eis jetzt wirklich dünn. Ich weiss es selber, ich könnte ein paar Kilo weniger vertragen.
Jetzt sind wir aber erst einmal auf der anderen Seite der Limmat. Im Kreis 4. Und für Einen aus dem Niederdorf, schon fast ein bisschen Pampa. Man kennt auch kaum mehr Jemanden persönlich. So wie im Dorf. Laufen sie mal durch's Niederdorf, wenn sie da schon einige Zeit wohnen. Grüezi da und Hallo dort. Also nicht so, wie Einer letztens geschrieben hat, in Zollikon grüssen, nach der Ortstafel noch 200 Meter auch noch, aber dann? Stille? Nicht bei uns. Im Dorf. Nein, wirklich nicht, ich schwör.
Mist! Wo ist mein Faden? Wo war ich? Stimmt. Im Kreis 4. Wir zuckeln also mit dem Tram an einem Samstagabend so gemütlich durch's Vieri. Zu Fuss dann lieber doch nicht. Überfall und suspekte Gestalten und so. Also lieber Tram. Und auf einmal? An einer Haltestelle? Musik. Aus einer Bar gegenüber. Mit Leuten drin. Ziemlich vielen Leuten. Also zuerst nix wie raus und dann rein. In die Bar. Und ich muss sagen. Wirklich. Überraschung pur. Bunter Mix. Von Leuten und Musik. Bar selber nicht bunt. Eher schwarzweiss gestreift. Aber wirklich zum Bleiben. Und dann der Name. Mambo Café. Lassen sie sich das mal auf der Zunge zergehen. M A M B O Café. Erinnert sie das nicht auch an längst vergangene Zeiten.
Der Hammer kam dann aber gegen Ende. Des Abends und auch des Cafés. Weil am Ende steht der Absacker und meistens die Bar in der Bar. Und hinter der stand und steht ein Italiener. Maurizio, der Besitzer. Und jetzt gehen sie mal hin und verlangen von ihm zum Abschluss einen Grappa. Bei einem Italiener. Logisch, oder? Und Hammer jetzt. Grappa hat er nicht. Aber 20 Jahre alten Rum. Und ehe Konsternation verdaut, Rum schon durch den Gaumen auf dem Weg zum Magen. Und ich muss ihnen sagen. Allein der Rum ist es wert, sich mal auf's Eis zu begeben. Als alter Esel.

Die Preise im Mambo Café übrigens voll korrekt. Bestätigte mir ein guter Bekannter, den wir dort trafen.



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