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Unverhofft kommt oft

Zürich ist jetzt nun ja wirklich keine Grossstadt. Echt nicht. Auch wenn deren Bewohner das meinen. Aber sie meinen ja auch, sie seien Dings, oder so. Das allerdings meinen die Basler von sich auch. Oder die Berner. Aargauer weniger. Vermutlich weil eh schon "Buh"-Kanton der Restschweiz. Sogar Tessiner wären lieber Genfer als Aargauer. Immer wieder diese Seitenhiebe auf die Aargauer. Weiss auch nicht, woher das kommt. Vielleicht weil ich selber einer bin. Also auf dem Papier. Und nur dort. Das möchte ich betonen. Auf meiner letzten ID habe ich es mit einer Rasierklinge weggekratzt. Nicht das es mich stört. Aber sicher ist sicher.
Grossstadt. Oder eben nicht. Also eigentlich schön überschaubar. Trotzdem kann es Jahre dauern, bis man sich zufällig einmal  über den Weg läuft. Obwohl beide Protagonisten Luftlinie weniger als 3 Kilometer voneinander entfernt wohnen. Und ziemlich sicher täglich ganz nah aneinander vorbei laufen. Vermutlich. Vielleicht ist täglich übertrieben. Aber oft, mindestens. So kann es passieren, dass man sich im Netz schon seit langer Zeit kennt, persönlich aber noch nie gesehen hat. Das führt dann zu diesen "AHA"-Erlebnissen, wenn man sich auf einmal völlig überraschend real gegenüber steht. Erlebnisse, bei denen dann entweder der Eine oder die Andere panisch nach Fluchtmöglichkeiten sucht. So ein Fluchtreflex, wie wenn man zum Beispiel seiner Ex begegnet. Oder dem Gerichtsvollzieher. Oder der Schwiegermutter. Und ja, diese Aufzählung ist jetzt wirklich wirklich wertfrei zu verstehen. Ich schwör. Wobei ich jetzt nicht weiss, was wirklich schlimmer......item. Oder man findet es von Anfang an lustig, klopft sich symbolisch gegenseitig auf die Schultern und sucht die nächste Bar. Zwecks Austausch von Flüssigkeiten. Sowie Geschichten. So passiert letzte Woche. Mir. Uns. Real gegenüber gestanden. Und dann Fluchtreflex. Beide. In die nächste Bar. Wirklich. Wurde recht lustig. Fast schon spassig. Und warum ich darüber schreibe? Weil Aufhänger. Für die eigentliche Story. Zurzeit sitzen wir in so einem unsäglich lustbefreiten, geschlossenen 6er Abteil eines ICE, von irgendwo nach Zürich. Voll besetzt. Und nur Spassbremsen. Dabei hätte es so komisch sein können. Wie Herr Klein. Heißt wirklich so. Stand zumindest auf seinem Ausweis. Obwohl annähernd zwei Meter gross. Herr Klein. Nicht der Ausweis. Herr Klein machte eine Befragung. Angeblich will die DB wissen, von wo nach wo wir reisen. Und warum. Also der Grund der Reise. Weiß zwar nicht, warum das für die DB relevant ist. Ob ich mich am Zielort hemmungslos dem Suff ergebe, oder einer Vorlesung taiwanesischer Töpfertechnikmeister lausche. Egal. Der grosse Herr Klein zeigte Humor. Im Gegensatz zu unseren anderen Mitreisenden. Die zeigten auch was. Erst nur Nerven und dann vermutlich mir den Vogel.
Sie kennen dieses Schiebespiel aus Plastik? Bei welchem man versuchen muss, durch geschickte Bewegung der einzelnen Teile auf einem Spielfeld eine korrekte Reihenfolge zu erstellen? Eines der Teile wurde dabei weggelassen, um das Verschieben erst zu ermöglichen. Sieht immer einfacher aus als es ist. Für mich zumindest. Ähnlich wie Sudoku. Bis zur letzten Zahl meine ich auf dem richtigen Lösungsweg zu sein. Innerlich schon frohlockend. Dann aber. Passt nicht. Die verd......letzte Zahl passt nicht. Eigentlich immer. So auch bei diesen Schiebespielen. Alles gelöst. Fast. Eine schöne Reihe. Nur der dafür vorgesehene erste Stein, liegt leider an zweiter Stelle. Ich hab schon einmal mit einem Messer das Spiel auseinandergenommen um es zu lösen. Wirklich. Keine Nerven mehr.
Zurück zu diesem Abteil. Gleiches Prinzip. Die Passagiere sollten aufgrund ihrer Reservierungen eine korrekte Reihe bilden. Heißt, jeder an seinem Platz. Ein Platz frei. Die Reihe aber bereits in Unordnung, da keiner der Passagiere in Tat und Wahrheit auf seinem für ihn vorgesehenen Platz. Trotzdem? Friede. Bis zum nächsten Bahnhof. Da stieg der letzte Stein zu. Welcher sinnbildlich eigentlich der Erste gewesen wäre. Also Stein. Da sass aber schon jemand. Nämlich ich. Jetzt machen sie einem, sagen wir mal, sehr korrektem Stein eines nördlichen Nachbarlandes klar: Eigentlich korrekte Reihe Humbug. Setzen sie sich doch einfach auf den freien Platz. Der Stein wollte nicht. Der wollte partout erster sein. Jetzt hätte ICH ja einfach den Platz wechseln können. Aber ich war NICHT an einer Vorlesung taiwanesischer Töpfertechnikmeister. Und daher noch etwas angeschlagen. Sie ahnen was? Es war eine Schieberei vom feinsten. Und hat sich nach 10 Minuten aufgelöst. In eine korrekte Reihe.

Es ging ohne Messer. Aber nur knapp. 

Bildergebnis für schiebespiele

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Wasser bis zum Hals

Eigentlich, eigentlich habe ich kein Problem mit Alkohol. Wirklich nicht. Ich schwör. Auch nicht ohne, ihr Scherzkekse. Gelegentlich mal ein Glas Rotwein. Hie und da. Auch mal einen Grappa nach dem Essen. Und wenn ich dann mal in eine Bar gehe, dann auch einen Drink. Oder zwei. oder drei. Nicht mehr. Mich hat noch niemand nach Hause tragen müssen. Rollen schon. Aber tragen? Nein. Da kenne ich andere. Ohne jetzt hier Namen zu nennen.
Ich bin auch eher, wenn, dann der Typ stiller Trinker. Weil. In einer Beiz aufgewachsen. Und zuviel erlebt, was zuviel Alkohol aus Menschen machen kann. Insbesondere auf der verbalen Ebene. Würde auch. Je mehr Alkohol, desto weniger. Das ist wie bei Professor Otto. Je schiefer das Brett, desto schneller das "Zisch" und umso lauter der Bums. Oder so. Wobei die meisten mit zuviel, dann ja kein Bums mehr. Auch wenn sie gerne würden.
Nur ganz selten, wenn wirklich alle Umstände zusammen kommen. Dann, dann kann es auch mir passieren. Dass meine Stern…

Lange Rede kurzer Sinn

Schnell. Geduld? Keine. Also die wenigsten. Am liebsten schon gestern. Oder noch früher. Dass wertvollste, was man also schenken kann? Zeit. Und ein Ohr. Oder zwei. Leihweise. Nicht so van Gogh mässig. Der hat sein Ohr ja auch abgegeben. Quasi. Nein. Wirklich nur leihweise. Hin- oder zuhören. Ist wirklich wertvoll. Auf beide Seiten. Ich versuche zuzuhören, bin aber auch ganz dankbar. Wenn mir mal jemand zuhört. So wie sie es tun. Die Leser dieser Geschichten. Sie schenken mir auch. Immer wieder. Ihre Aufmerksamkeit. Das ist für mich Lohn und Ansporn. Ich, wir, bessere Hälfte und ich. Wir versuche daher auch ab und zu etwas zurückzugeben. Das nächste Mal am 23. Mai. Details später. Nur damit sie schon einmal vorgewarnt sind. Zurück zum Thema. Zeit schenken. Weil, auch ich. Habe auch so eine Unart. Oder Tic. Also nicht, dass sie jetzt Angst haben müssen. Von wegen Tourette oder so. Wobei Angst etwas weit gegriffen. Einer meiner Schulfreunde hatte einen. War ganz lustig damals. Für uns. …

Berührungsängste

Es ist wegen meiner Jungmannschaft. Also wegen meiner Kinder. Weil, die kommen immer wieder mal. Mit so Hinweisen. Man könne jetzt zum Beispiel im Internet iPhones gewinnen. Ganz einfach. Oder da gäbe es so Gewinnspiele. Wenn man CHF 10.- einzahle, dann könne man für CHF 50.- gamen. Also früher. Als sie ihr erstes iPhone bekamen. Bezahlt! Nicht gewonnen! Mittlerweile sind sie auf- und abgeklärter. Darin, nicht alles zu glauben, was man im Internet so liest. Oder in Zeitungen. Eher gesunder Menschenverstand. Und dann selber beurteilen. Kann das wahr sein? Oder nicht? Und wenn ja, wie viel davon? Gibt es eine zweite Seite? Die gibt es nämlich immer. Mitunter schauen Geschichten dann ganz anders aus, wenn man die eine Seite gelesen hat und die andere Seite dann dazu um Auskunft bittet. Was wollte der Schreiber damit zum Ausdruck bringen? Will er nämlich immer. Ich schwör. Was zum Ausdruck bringen. Nur ist es manchmal erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Oder dem dritten. Wie letztens…