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Multikulti

Es war, entschuldigen sie bitte den Ausdruck, ein wirklich geiles Jahr. Gut, der Anfang nicht ganz so toll, aber nach einer gewissen Zeit dann aber doch. Hammer. Was ich in dieser Zeit alles erleben durfte. Bis hin zur Anteilnahme von Leuten, von denen ich das am wenigsten erwartet hätte. Warum eigentlich nicht? Allen meinen heissen Dank dafür. Ich widme Euch zu gegebener Zeit eine Geschichte in der ihr dann namentlich vorkommt. Ich schwör. Aber genug gesülzt. Neues Jahr, neues Spiel und neues Dings, Glück. Wie im Roulette. Und sie werden es kaum glauben. Aber das neue Jahr knüpft diesbezüglich an das vorherige an. Es gab Veränderungen beruflicher Natur. Diesbezüglich hielt ich mich zu Jahresbeginn in einer Norddeutschen Stadt auf. Sehr Nord. Vorher noch nie gewesen. Aber viel von gehört. Vonwegen vier ihrer Bewohner. Esel, Hund, Katze und Hahn. Sie kennen deren Geschichte. Ich bin überzeugt. Weil ja gebildet. Sorry, der Seitenhieb auf meine letzte Geschichte musste jetzt sein. Also Hauptsitz in Bremen. Hatte ich ja schon einmal kurz darüber berichtet. Auch zur Ähnlichkeit Bremens, Zürich gegenüber. Lesen sie's nach. Ist nicht lange her. Und mit mir viele internationale Kollegen. Zwecks Informationsaustausch und Besuch kultureller Veranstaltungen. Auch kulinarischer Art. Auch im Ableger eines bayrischen Brauhauses. In Norddeutschland. Hart an der Küste. Für meine Begriffe, hart. Die Bremer sehen das vermutlich anders. Aber jetzt sind wir nicht an der Küste, sondern in eben diesem Ableger. Sieht optisch auch so ähnlich aus. Also wie das in einer bayrischen Stadt. Zumindest von Innen. Aussen nicht. Aussen stand eine Schiefertafel. Darauf wurde Grünkohl angepriesen! Das würde es in Bayern nicht geben. Also Grünkohl vermutlich schon. Aber erstens unter anderem Namen und zweitens sicher nicht in einem Hofbräuhaus. Aber es wurde noch besser. Die Kellnerinnen sehr Aufmerksam. Und adrett. In ihren Dirndeln. Nur mit der Sprache haperte es etwas. Also mit dem Bayrischen. Weil die Kellnerinnen aus Fernost sprachen leider nur sehr rudimentär Bayrisch. Es war eigentlich mehr Englisch. Da sitzt man also in Norddeutschland in einem bayrischen Lokal und wird von nicht bayrischstämmigen Kellnerinnen aus Fernost bedient. Immerhin in einem, leider auch nur rudimentär ausgefülltem, Dirndl (sie verstehen, was ich meine?) und bekommt Grünkohl vorgesetzt. Sie denken es kann nicht noch schlimmer kommen? Na, dann lesen sie mal weiter.
Sie müssen wissen, ich lebe zwar schon lange in Zürich, bin aber in Bayern aufgewachsen. So richtig mit allem drum und dran. Inklusive Mitglied in einer bayrischen Blaskapelle. Mit Lederhose und Adlerflaum am Hut. Man hat also so seine Vorstellungen. Sprich Bilder im Kopf. Und ich denke immer in Bildern. Aber nicht das sie jetzt meinen Fremdenfeindlich oder so. Überhaupt gar nicht. Ich finde es sehr bereichernd. Aber alles hat seine Grenzen. Zumindest für einen Bayer. Und beim Hofbräuhaus hört der Spass auf. Aber es wurde noch schlimmer. Multikulti, sagte ich ja schon. Wir sassen alle an einer langen Tafel. Ein kunterbunter Mix aus etlichen Nationen. Ich mitten im Pulk der APAC's. Vorwiegend China, Singapur und einem Australier. Der kam aber aus Bremen. Ursprünglich. Die Speisekarte auch. Also eigentlich aus Bayern, dem Inhalt nach. Darum auf Deutsch. Jetzt erklären sie einem Menschen aus China mal, was Knödel und Schweinshaxen sind. In Bildern. Und das man dazu nicht unbedingt Latte Macchiato trinkt. Also zumindest nicht in Bayern. In Bremen vielleicht schon. Eine Dame aus China tat es trotzdem. Was soll ich sagen? Wenn die Bayern was können, dann ist es stoisch sein. Und so sass ich stoisch vor meinem bayrischen Flugadler mit Knödeln und ergötzte mich an den Begeisterungsrufen der Damen und Herren mir gegenüber. Wenn wieder eine Schweinshaxe vom Teller auf den Boden kullerte. Weil die Schwarte so schön krachte und das abgleitende Messer die Haxe vom Teller katapultierte.

Grünkohl gab es dann übrigens auch noch mal für mich. Wie ich den fand? Wie sagt ein Bekannter von mir immer? "Der Hunger tieb's rein".

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