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Moin, Moin....oder ein Zürcher auf Reisen

Schon klar. Im Titel verstecken sich ein paar Aussagen, die durchaus zur Diskussion Anlass geben. Aber war von mir auch so beabsichtigt, ich schwör. Erstens sagt man nämlich in Bremen nur einmal Moin. Und nicht zweimal, wie in Hamburg. Habe ich mir sagen lassen. Respektive anhören müssen. Dafür den ganzen Tag. Auch Abends. Es liegt also nicht an ihrem unausgeschlafenem Gesicht, wenn ihnen Abends um 10:00 noch Einer ein fröhliches "Moin" ins Gesicht pfeift. Dann sollten sie schon eher darüber nachdenken, warum sie noch in diesem Lokal sitzen und nicht schon zu Bett sind. Weil Abends um 10:00 sind sie in Bremen so ziemlich der Einzige auf der Strasse. Vom "Moin-Typ" mal abgesehen. Und ja, die Bremer gehen "zu" Bett. Nicht "ins".....
Dann wäre da noch die Sache mit "ein Zürcher"! Ich gebe ja zu, ich lebe nur in Zürich. Gerboren und aufgewachsen bin ich woanders. Dafür wohne ich im Niederdorf, in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Puff. Also mehr Zürich geht fast nicht. Und weil es schon mehr als 20 Jahre sind, schimpfe ich mich auch "Zürcher". Ich bin sogar ganz happy, wenn mir Jemand im Bündnerland ein verächtliches "Zürcher" hinterher ruft. Oder "z'wenig Hirni"! Das soll sich ja angeblich hinter den beiden Buchstaben unseres Nummernschildes in Wirklichkeit verbergen. Sagt man. Allso die Bündner. Ich bin's gerne.
Das mit dem "auf Reisen" lassen wir jetzt mal so stehen. Ist zwar eine Reise, wenn man sich von Zürich nach Bremen begibt. Aber in diesem Fall dann doch nicht so ganz. Weil mehr beruflich. Wobei. Eigentlich noch viel mehr. Weil nicht nur örtlich, sondern auch so Psychedelisch. Neuer Lebensabschnitt und so. Also etwas Reise in sich selbst. Oder zu sich selbst? Moin!
Auf dem Flug jedenfalls ging ich dann auch noch ganz kurz auf Reisen. Und zwar aus mir raus. Meiner Haut. Dazu brachte mich mein Sitznachbar. In dem er mir seinen, ausnahmsweise mal kochendheissen Kaffee, über den Kopf leerte. Soll ja Glück bringen. Zum aus der Haut fahren war's trotzdem. Wegen der Hitze. Und des einzigen Anzugs den ich dabei und an hatte. Weil, jetzt lustig. Obwohl er mir den Kaffee über den Kopf leerte, landete das meiste im Schritt. In meinem. Mein Anzug hat eine hellbraune Farbe. Der Kaffee noch nicht. Der war schwarz. Jetzt stellen sie sich mal vor, sie laufen da so Dingens einer Strasse entlang, denken sich nichts böses und dann kommt ihnen ein Typ entgegen, mit so komischen Flecken im Schritt. Grossflächigen Flecken. Also ich würde auch die Strassenseite wechseln. Als Frau. Darum bin ich ihr auch nicht böse, als sie es tat. Vielleicht lag es aber auch an meinem "Moin, Moin". War ihr vielleicht dann doch zu viel.
Ansonsten Bremen eine schöne Stadt. Ein bisschen mit Zürich vergleichbar. Von der Grösse her. Und auch so eine Art Niederdorf. Heisst hier aber anders. Schnoorviertel. Uralte Häuser, enge Gassen, ganz eng und gute Lokale. In diesen Lokalen, lustige Kellner. Zumindest, in dem wir waren. Irgendwas mit Katze. Also das Lokal. Heisst so. Nicht das sie jetzt denken, ich mit einer Katze. Dings. Also. Natürlich war ich nicht alleine. Aber mehr Kater. Alter Kollege aus alten Tagen. Wir hatten es früher schon lustig zusammen. Heute nicht minder. Und uns auch schon lange nicht mehr gesehen. Ausserdem war das Lokal ziemlich voll und sehr eng bestuhlt. Die Tische klein. Und nur deswegen sassen wir so eng zusammen. Wirklich! Ich schwör! Der lustige Kellner wollte das nämlich so nicht glauben. Schon gar nicht, als wir, rein zufällig, genau das Gleiche bestellten. Von A bis Z. Also zumindest von A bis Y. Z musste dann was anderes sein. Zumindest bei mir. Um den Status wieder herzustellen. Weil vorher brachte er nämlich das Hauptgericht. In einem Topf und einer Schüssel. Obwohl wir zu zweit waren. Mit einem Spruch, mir wurde ganz...warm. Quasi.
Daher nahm ich zum Abschluss einen Kaffee. Mein Kollege was anderes. Der Kellner war fast ein wenig enttäuscht. Und in die Katze gehe ich auch nicht mehr. Wenn sie mal in Bremen sind, tun's sie's ruhig. Aber nehmen sie Abstand. Aus Anstand.

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