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Zurück zu den Anfängen

In meinem Alter denkt man doch ab und zu daran schon so einiges erlebt zu haben. Insbesondere, wenn man relativ häufig mit dem Flieger unterwegs ist. Auch etwas abseits der ausgetretenen Pfade. Sprich mit Flugzeugen fliegt, die, nun ja, nicht mehr so ganz den allerneusten Dings, ähem, Anforderungen, entsprechen. Ich erinnere mich noch gut an einen Flug vor rund 25 Jahren nach Istanbul. Mit einer türkischen Airline. Den Namen verschweige ich an dieser Stelle mal lieber. War recht eindrücklich. Nicht nur der Flieger. Respektive dessen Zustand. Auch der Schnauz der Stewardes. Und stand in seiner Imposantz, dem des Piloten in keiner Art und Weise nach. Vielleicht ja Geschwister. Weiss man's?? Mir blieb damals auch in Erinnerung, das sich während des Fluges die Staufächer über unseren Köpfen in ihre Bestandteile auflösten. Vibrierte halt alles ein bisschen. Konnte aber mit einem Leukoplastklebeband behoben werden. Beunruhigend war nicht nur der Umstand an und für sich, sondern mehr, dass die Stewardes relativ schnell mit Klebeband zur Stelle war. Scheinbar benötigte man dies des öfteren. Benötigt hätte es auch die türkische Familie vor mir. Zumindest deren weiblichen Mitglieder. Die eigentlich ununterbrochen schrien. Ob vor Entsetzen oder einfach im Allgemeinen, entzog sich leider meiner Kenntnis. Sie wissen, wie lange ein Flug von Zürich nach Istanbul dauert? Zu lange, glauben sie mir.
Item. 25 Jahre danach hat sich alles etwas verändert. Auch der technische Standard der Lufttransportmittel. Mindestens in Europa. Denkt man. Ich. Sie auch? Sehr gut. Dann fliegen sie mal bitteschön nach Bremen. Von Zürich aus. Schlagartig zurück in der Vergangenheit. Ziemlich genau 25 Jahre. Das der Flieger noch Propeller hat und insgesamt nicht grösser ist als diese kleinen VBZ Busse, die zum Beispiel von Witikon nach Zollikerberg fahren und kaum 10 Personen Platz bieten, ging ja noch. Auch das wir nur zu sechst waren, inkl. Crew, die aus drei Personen bestand. Alles kein Thema. Man wird schliesslich gerne vom Piloten persönlich an der Treppe begrüsst. Mit Handschlag. Hammer. Wirklich. Das dieser dann aber das Handgepäck ergriff und durch stemmen des selben grob abschätze, wie schwer es wohl sei und wo er es denn im Flugzeug platzieren würde, stimmte mich dann doch etwas nachdenklich. Ganz spannend fand ich auch die Security-Unterweisung. Die erschöpfte sich in der Annahme davon auszugehen, dass wir alle schon einmal geflogen seien und irgendwo hätte es sicher noch einen Flyer, auf dem wir das auch alles selber nachlesen könnten. Im Selbststudium. Kenn ich von meinen Kindern. Klappt auch da nur selten. Ich schwör. Anschliessend gab es noch schnell ein Paar Kopfhörer. Einer namhaften Firma. Beginnt mit einem "B". Na immerhin, denke ich. Stülpe sie über und höre? Nix! War auch so gedacht. Die dienen nämlich nicht musikalischer Unterhaltung, sondern der Lärmunterdrückung der Propeller. Und sonstiger Geräusche, die sie bei einem so kleinen Flugzeug lieber nicht hören wollen. Auch nicht bei einem grösseren. Glauben sie mir. Wenigstens das Leukoplastklebeband scheint verschwunden heutzutage. Ersetzt durch viel praktischere Metallbändchen und Nietpistolen. Sieht doch gleich viel professioneller aus. Auch wenn jedes dieser rund ein Dutzend Bändchen eine andere Form und Farbe hatte. Immerhin, das Teil erhob sich in die Luft. Ziemlich zügig sogar. Wie ein Drachen. Nicht im Sinne von Schwiegermutter. Mehr so Herbst und Kinder und Wind und Pergament an einer langen Schnur. Na? Bilder im Kopf? Auch wenn diese Drachen heutzutage aus Kunststoff sind? Bilder, wie sich diese an der Schnur im Wind hin und her bewegen? Mitunter recht heftig? Schwant ihnen was? Lassen sie mich nur so viel sagen. Das Erlebniss des Fliegens ist in einer solchen Maschine? Ein Unmittelbares. Direktes. Sehr direkt. Das es mehr als zwei Dimensionen gibt, wird ihnen wieder einmal bewusst. Dem Magen auch. Also meinem zumindest. Und wenn ich nicht durch die Stewardes abgelenkt gewesen wäre, wer weiss. Aber nicht was sie jetzt wieder denken. Ausserdem ist die Bordtoilette zu klein für so etwas. Denke ich. Nein. Der Grund war folgender. Durch die Bauweise der Maschine lief die Mittelverstrebung der Tragflächen direkt durch die Kabine. in Form einer gelbschwarz markierten Schweille. Die stand nicht einfach nur so rum, nein, die stand vorallem im Weg. Allen. Auch der Stewardes. Immer. Wieder. Ich sah mich genötigt zuzugreifen. Immer wieder einmal. Herzhaft. Ehe sie der Länge nach hinschlug. Das tat dann schliesslich der Pilot. Sehr vertrauenserweckend. Immerhin erst nach der Landung. Also was soll's? Wobei?! Ich muss ja wieder zurück. 

Fahren eigentlich auch Züge von Bremen nach Zürich?

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