Schwedentorte

Meine Fresse. Ich schwör. Absolut Dings.......unmöglich. Zwischen den Jahren. Quasi Grauzone. Alles ist erlaubt. So scheint es zumindest. Die Einen nehmen sich gute Vorsätze, die Anderen tun es vorsätzlich. Oder zumindest mit latenter Absicht. Und das Schlimmste? Ich hätte es wissen müssen. Schon als uns der Mensch am Schalter mit grossen Augen ansah und unschuldig meinte: "Warum sollte ihr Gepäck nicht ankommen"? Spätestens da hätte ich es wissen müssen. Und einschreiten. Und nicht einfach durchwinken. Wider besseres Wissen. Ich hab's nicht. Und jetzt sitzen wir in einem Bus im Niemandsland zwischen Dänemark und Schweden. Von Kopenhagen nach Göteborg. Also Richtung Norden. Warum zum Teufel ist dann aber die untergehende Sonne rechts von uns! Da ist doch Osten? Ein Rätsel, welches ich auch noch lösen werde. Dabei sollten wir schon lange an der Fischsuppe sitzen. Bei Tante Camilla. In Jönköping.
Mir kam die Zeitspanne von 35 Minuten für's Umsteigen in Brüssel schon extrem kurz vor. Aber sei ja alles kein Problem. Weil Ankunfts- und Abflugsgate quasi das selbe. Fast. Ich schwör. Sagte nicht ich, sagte er. Am Schalter. Also eigentlich könnten sie über die Flügel von einem Flugzeug ins andere spazieren, sie verstehen?? Harharharhar......! Mir sind scherzende Schalterbeamte ein Greul. Immer schon. Ich hätte gewarnt sein müssen. Wobei. Im Prinzip hatte er recht. Man hätte können. Wären wir nicht schon 35 Minuten zu spät in Zürich weggekommen. Schwierige Umstände. Sie verstehen? Das Wetter. Der Schnee. Wir sind v ö l l i g überrascht worden. Sozusagen nicht vorhersehbar. Und enteisen musste auch noch sein. Dann Abflug. Und ganzer Flug wie auf Nadeln. Schaffen wir's oder schaffen wir's nicht. Also fast. Wir haben es fast geschafft. Immerhin. Den Flug von Brüssel nach Göteborg. Haben wir noch berkommen. Er hat die 15 Minuten auf uns gewartet. Der Flieger. Also die Piloten. Die Fluggäste nicht. Die hätten uns lieber geteert und gefedert. Den Blicken nach. Ein Airbus 319. Platz für rund 120 Passagiere. Also 120 Menschen mehr auf dieser Welt, mit Aversionen gegen mich. was solll's. Einer mehr oder weniger...... Schnell Handgepäck verstauen, Mitreisende von unseren Sitzen verscheuchen, zurücklehnen und geniessen. Kurve gerade noch gekriegt. Meinten wir. Das sich unser Koffer zu dieser Zeit bereits vom Acker gemacht hatte, still und heimlich, wussten wir da noch nicht. Vom Nebel in Göteborg auch nicht.
Unser Kapitän schon. Und angeblich hätte er auch was gesagt. Sogar auf Englisch. Nun kann er ja nur bedingt etwas dafür, dass sein dänisch gefärbtes Englisch in etwa so klingt wie das von Knut, dem Koch aus der Muppetshow. Smörebröd, smörebröd, ramtamtamtam. Sie erinnern sich? Also nichts verstanden. Und nur so ist zu verstehen, dass wir uns nach Abflug in Brüssel auf einmal in Kopenhagen wiederfanden. Nicht in Göteborg. Unseren Koffer fanden wir gar nicht mehr. Und wieder trautem wir einem Schalterbeamten. Der uns beim Leben seiner Grosstante schwor, alles in seiner Macht stehende zu tun, uns doch noch nach Göteborg zu bringen. Jetzt kann so ein Schalterbeamte nicht viel Macht haben. Nur so ist es zu erklären, dass wir, die nahezu 120 Passagiere vom Flug und wir, uns in einem 70 Plätzigen Bus auf der Autobahn widerfanden. In Richtung Norden. Hoffe ich. Wegen der Sonne. Warum, verdammt.......

Wir sind noch nicht angekommen. Und es ist nicht das Ende aller Tage. Auch wenn es draussen um 15:00 Uhr schon stockdunkel ist. Ich halte sie auf dem Laufenden. Ich schwör....

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