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Gefühlsecht?

...oder Plastik? In einer meiner Geschichten stellte ich mal die Frage, ob sie sich bewusst sind, das Weihnachten eigentlich nur eine Fiktion ist. Erfunden von den Kirchenoberen und ausgebaut durch die Konsumfürsten. Ähnlich wie Ostern oder dieser unsägliche Valentinstag. Also wenn ihnen, meine verehrten Damen und Herren, nur am 14. Februar in den Sinn kommt, ihren Liebsten mal wieder Blumen oder sonst etwas zu schenken, dann ist sowieso Hopfen und Malz verloren. Tag der Freundschaft, wenn ich das schon höre. Aber ich merke, ich schreibe mich in Rage,
Wir befinden uns kurz vor dem 24. Dezember und ich gestehe. Trotz aller Nüchternheit hat es mich nun doch auch erwischt. Sentimentale Gefühle machen sich breit. Und da mich am 24. meine Kinder besuchen... Na dann halt. Wenn es sein muss.
Ein Weihnachtsbaum muss her. Wenn schon Weihnachten feiern, dann aber richtig. Mit Pauken und Trompeten. Sprich Baum. Und wenn Baum, dann aber einen richtigen. Mindestens zwei Meter hoch. Und breit und mächtig. Und kommen sie mir jetzt bitte nicht mit Nachhaltig und Bio und vielleicht nur mieten oder gar selber schlagen im Wald. Ich schaff es knapp zum nächsten Weihnachtsbaumstand am Bürkliplatz oder Bellevue. Wobei. Ich wohne zuoberst. Unterm Dach. Platzmässig eher beschränkt. Höchstens auf der Terrasse. Da Platz genug. Aber bis der Baum dort oben ist? Und dann muss er ja auch irgendwann wieder runter. Und da wir nicht in Schweden leben, wo man zur Zeit einfach alles aus dem Fenster schmeisst. Also zumindest die Weihnachtsbäume. Man könnte zwar es ja mal versuchen. Ob es ankommt. Bei denen, die es unter Umständen trifft, wenn ich eine Zweimetertanne ohne direkten Sichtkontakt zum Boden, einfach so über's Geländer seglen lasse. Motto: Alles Gute kommt von oben.
Die Alternative wäre was aus Plastik. So Regenschirmmässig. Einfach bei Bedarf hervorholen und aufspannen. Am liebsten schon fixfertig geschmückt. Und an Dreikönig. Schwupp, zusammenklappen und weg damit. Unter's Bett oder in den Keller. Keine Nadeln, keine vom Harz klebrigen Hände. Transportaufwand hält sich in Grenzen. Und mal ehrlich. Wer merkt das schon im Dunkeln? Hauptsache Kerzen und Kugeln und Geschenke drunter. Ich seh schon. Das muss noch überdacht werden.
Vor Jahren hatten wir mal die glorreiche Idee auf avantgardistisch zu machen. Und einen Kleiderständer zum Weihnachtbaum umfunktioniert. Mit Lichterkette und Kugeln und Lametta und allem. Uns hat's gefallen. Meinen Schwiegereltern? Italienisch-Spanischer Abstammung und noch ganz den Traditionen verwurzelt? Fragen sie lieber nicht. Wie vom Donner gerührt. Damals habe ich es mir, glaube ich, verspielt. Da half auch die Weihnachtsgans nichts mehr. Jetzt ist es ein "lebendiger" geworden. Nach den Tagen wandert er auf die Terrasse, bis nächstes Jahr. Kann halt doch nicht aus meiner Haut. Mir gefällt er. Und Euch?

Euch wünsche ich Allen ein schönes Fest und ein paar besinnliche Tage. 

Wir hören uns. Ich schwör...! ;-)

Euer Nachtwanderer

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