Direkt zum Hauptbereich

Schwarz auf Weiss

Die Motivation hinter diesem Blog liegt zum Teil auch darin, dass ich tagtäglich lustige Geschichten erlebe, die ich gerne weitererzähle. Andere Stimmen behaupten auch, weil ich damit meine jüngste Vergangenheit aufarbeite. Naja......Dings. Vielleicht. Ein bisschen. Höchstens.
Das muss man wissen, um zu verstehen, dass ich gewissen Situationen gegenüber zum Teil noch etwas unsicher bin. Insbesondere, wenn dies das weibliche Geschlecht betrifft. Oder letzteres zumindest in die Begebenheit involviert ist, die ich erlebe. Zu dem ziehe ich gewisse Situationen auch immer wieder an. Wie ein Magnet. So auch dieses mal.
Wie meine Leserschaft weiss, bin ich in jüngster Vergangenheit schon ab und an recht heftig aufgelaufen. Beim weiblichen Geschlecht. Insofern, das ich mir erlaubt habe, eine Türe aufzuhalten und den Vortritt zu lassen. Oder eine Rechnung übernommen habe. Oder, noch schlimmer, versucht habe, in eine Jacke zu helfen. Meine Güte..... Aber so etwas von in den Senkel gestellt aber auch.....wurde ich schon länger nicht mehr. Item. Daher, etwas Verunsicherung. Und im Wissen dieser Verunsicherung, stellen Sie sich bitte folgende Situation vor:
Im Tram sitzend. Einer von, wenn nicht sogar den letzten freien Platz ergattert. Stossverkehr. An der nächsten Station steigt eine relativ junge Mutter mit Kind und Kinderwagen ein. Also zwei Kinder. Das eine Kind im Tragetuch vor der Brust, das Andere im Wagen. Es war warm. Draussen. Im Tram war's heiss. Die Frau schwitzte. Offensichtlich. Ich zwar auch, aber dennoch. Die Erziehung meiner Eltern gebot......aufstehen und Platz anbieten. Zu meinem Erstaunen lehnte man, sprich Frau, ab. Mir soll's recht sein. Das Kind im Wagen spielte mit einem Plastikbecher. Darin noch der Schnitz einer Limette und ein paar Eiswürfel. Sah fast ein bisschen aus wie der Rest eines Caipirinha. Ich schwör. Was es aber hoffentlich nicht war. Wobei, das Kind selig lächelnd und offensichtlich zufrieden. Mit sich und der Welt. So wie ich auch, wenn ich Einen oder Zwei gehabt habe. Also vielleicht doch? Item. Das Kind lies den Becher kreisen. Respektive die Würfel darin. Immer schneller. Kennen Sie das Prinzip der Fliehkraft? Eben. Einer der Würfel machte sich selbstständig. Und breit. Auf meiner Hose. Was ich zum Anlass nahm, nun doch aufzustehen und meinen Platz zu Gunsten der Dame zu räumen. Mit der Bitte an diese, sie möge doch Platz nehmen. Es möche mir wirklich nichts aus. Mehr habe ich nicht gesagt. Ich schwör. Und meine Mimik war ganz entspannt. Die Dame war eine Farbige. Sagt man Farbige? Oder ist das schon Rassistisch? Weil als das wurde ich nun bezeichnet. Lautstark. Rassistisch dem Kind gegenüber. Und vermutlich allen Ausländern. Wegen eines so kleinen Eiswürfels so ein grosses Drama zu machen. Im Tram war's auf einmal wieder ganz ruhig. Ich auch. Weil eh schon nichts gesagt. Und jetzt auch noch verunsichert. Noch mehr. Zum Glück musste ich aussteigen. Zwei Stationen vor meinem Ziel. Lieber laufen und schwitzen.....

Den Limettenschnitz habe ich erst heute gefunden. In der Innentasche meines Anzugs. Wie er da hin kam? Fragen Sie mich nicht. Aber seien Sie mir nicht böse, wenn ich im Tram ab heute nicht mehr aufstehe ;-)


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der Kreis schliesst sich

Eigentlich, ja eigentlich, wäre jetzt Ruedi an der Reihe gewesen. Leser meiner Geschichten erinnern sich vielleicht noch an ihn. Ruedi hat mich mit seinen Ratschlägen und Geschichten eine zeit lang durch mein Leben begleitet. Und auf einmal war er verschwunden. Lange Zeit blieb er unsichtbar. Aber letztens stand er wieder im Tram und lächelte mir zu. Aus einer gewissen Distanz. Aber er war es. Ich bin ganz sicher. Weil, Ruedi hat eine gewisse Ähnlichkeit mit meinem Vater. Also optisch. Vom Aussehen her. Und mein Vater lebt ja schon lange nicht mehr. Darum fällt er mir auch immer wieder auf. Spannend ist auch, dass ich ihm in letzter Zeit auf eine gewisse Art immer wieder mal begegne. An ihn erinnert werde. Das hat wohl mit meinem Alter zu tun. Sogar im Beruf passiert mir das. Wie letzthin in Bern. An einer grossen Konferenz unserer Branche. Dabei hatte mein Vater doch so gar nichts mit IT am Hut. Die gab es so seinerzeit auch kaum. Eine Eigenschaft von ihm ist mir noch besonders im Gedä…

Cosa Nostra

Es ist eigentlich keine grosse Sache. Knapp 7 Stunden. In Kilometern absolut überschaubar. Das findet auch der Schalterbeamte der SBB, der uns die Ticket ausstellt. Das ginge ruckzuck. Quasi eine Verbindung. Nur winzige zweimal umsteigen. In Milano und Genova. Retour das Selbe. Nur umgekehrt. Natürlich. Er könne uns da eine ausgezeichnete Verbindung offerieren. Kürzeste Aufenthalte in Milano und  Genova. 20 Minuten maximal. Da, spätestens da hätten sämtliche Alarmglocken schrillen müssen. Weil, Pustekuchen. 20 Minuten. Hin ging es ja noch. Weil SBB. Bis Milano. Sprich Verspätung minimal. 15 Minuten oder so. Wir natürlich erstens ganz hinten im Zug. Und auf Gleis 3. Der Zug nach Genova? Gleis 20. Umsteigezeit? 5 Minuten. In Milano. Kennen sie den Bahnhof Milano Centrale? Da passt Zürich HB dreimal rein. Mindestens. Und wir natürlich nicht die Einzigen. Die umsteigen wollten und die sich im Bahnhof aufhielten. Zumeist Italiener. Jetzt! Der Italiener an und für sich relativ relaxed. Als …

Kritische Grösse

Ich bin dann mal weg. In den Ferien. Nicht lange. Nur ein paar Tage. Mit meinen zwei jüngeren Söhnen. Noch einmal den Sommer etwas verlängern. Wobei der sich ja selber. Immer wieder. Verlängert. Letzte Woche hiess es noch Schnee. Also in den Bergen. Nicht in Zürich. Zwar...

Der Zeitpunkt unserer Ferien nicht von ungefähr. Herbstferien. In der Schule. Der Jüngste noch schulpflichtig. Und im Geschäft auch etwas ruhiger. Aber? Es ist nicht der einzige Grund. Ab Sonntag kehrt in der Stadt generell wieder etwas Ruhe ein. Weil Film Festival am Ende. Zu! Also zu Ende. Nicht dass noch Gerüchte entstehen.

Gerüchte gäbe es ja zuhauf. Auch über Schnee in Zürich. Die letzten Tage. Man behauptet. Die erhöhte Konzentration von Schnee, sprich Kokain, sei an Wochenenden sogar im Zürcher Abwasser nachweisbar. An kulturellen Anlässen? Wie das Film Festival? Und anderen? Sowieso. Sagt man.

Überhaupt. Das ZFF. Polarisiert. Wie der Hafenkran. Die Einen finden's toll, die Anderen überflüssig. Die, die&…