Das Wort zum Sonntag

Also eigentlich war es ein Samstag. Teilweise. Zumindest war es so geplant. Wurde dann aber doch Sonntag. Partiell. Die Rede ist vom Dachterrassentag. Neudeutsch Dachterrassenday. Diese Story ist ein kleiner Nachtrag dazu. Vorher ging nicht. Musste mich erst erholen. Weil. Überrannt worden. Nach Strich und Faden. Aber es war gut. Wirklich. Ich schwör. Ich finde. Meine Nachbaren finden nicht. Macht aber nix. Sie leben noch. Zumindest riecht man nix anderes. Also im Sinne von das Einer vor Schreck dem Ableben fröhnte und jetzt in der Wohnung vor sich hingammelt. Alles Rund im Burgund.

Für die Unwissenden unter ihnen. Ronorp, eine Online-Plattform, auf der ich auch ab und zu etwas poste, posten darf, organisiert jährlich einen solchen Dachterrassenday. Mit dem Ziel, den Leuten zu zeigen, dass es in Zürich und auch Andernorts, nicht nur auf dem Boden lebt, sondern auch in luftiger Höhe. Wie im Regenwald. Im Blätterdach der Baumriesen. So existiert in Zürich auch Leben in den oberen Etagen. Manche würden jetzt behaupten in Zürich existiert überhaupt nirgendwo Leben. Tut es doch. Im Verborgenen. Eine Welt für sich. Zugänglich nur durch Beziehungen und engen, verwinkelten Treppenhäusern. Und zugänglich nur für Wenige. Eigentlich. Bis auf diesen Dachterrassenday.

Der wurde im Vorfeld zwar als quasi Grossereignis angekündigt. Reduzierte sich dann aber immer mehr. Aufgrund schlechter Wettervorhersagen. Diese führten zu Absagen. Unter anderem meiner extra dafür organisierten Unterstützung. Personeller. Weil, wenn es dann regnet, dann kommt ja eh keiner. Wir also auch nicht. Und Tschüss und trotzdem schöner Dachterrassenday und so. Jetzt ist es mit den Wettervorhersagen bei uns so eine Sache. Wie mit den Horoskopen. Wunderbar zu lesen und anzuhören. Nur. Falsch. Leider. Immer. Optimisten würden sagen, nö, die stimmen schon. Immer. Nur nicht auf die Tage auf die sie vorhergesagt wurden. Meistens später. Oder früher. oder gar nicht. Aber stimmen tun sie. Vorhergesagt war...Regen....übles Wetter. Gewitter, Sturmböen und überhaupt. Tatsache war.......Sonnenschein. Bis Spätabends. Und ich. Allein. Auf meiner Dachterrasse, die zu früher samstäglicher Stunde noch nicht wusste, was da auf sie zurollte. Natürlich haben wir uns was überlegt. Vorher. Und gerechnet. Mit Besuchern. So an die 20 oder 30. Verteilt auf den ganzen Tag. Es gab einen Sponsor. Der Getränke. Und gewissen Merchandising-Artikeln. Der rechnete auch. in ähnlichen Dimensionen. Und spendierte Bier. 50 Flaschen. Kleine. Weil auch nicht mit viel mehr gerechnet. Besuchern. Ich war parat. Für diese 20 bis 30 Besucher. Ab Vier. Es begann bereits um Elf. Da klingelte die Erste. Und das hätte mir eine Warnung sein sollen. Also nicht wegen der Dame. Die war und ist eine ganz nette und interessante Person. Wie sich später m Gespräch herausstellte. Das Einzige übrigens, das ich so führen durfte. In Ruhe. Und mit der nötigen Aufmerksamkeit. Damit war's danach vorbei. Also Aufmerksamkeit schon noch. Aber nur noch darauf, das Schlimmste zu verhindern. Von da an stand die Klingel nicht mehr still. Aus den 20 bis 30 wurden über 400. Über den Tag verteilt. Die Spitze lag bei gut 50 gleichzeitig. Es war ein sensationelles Happening. Die ganze Welt war zu Gast. Englisch in der Regel Terrassen-Sprache. Und die 50 Bier ziemlich schnell fertig. Von da an war Improvisation gefragt. Daneben gelang es mir doch hin und wieder ein paar Worte zu wechseln. Und ein paar Bilder zu knipsen.

Bis dann doch endlich der grosse Regen kam. Spät Abends um Zehn. Danach war Schluss. Weil kein Dach. Zum Glück. Gross aufzuräumen gab es nichts. Die Besucher trugen viel dazu bei. Es ging äusserst gesittet und manierlich zu und her. Bis Halbelf. Dann kammen die Betrunkenen. Und mussten bis Sonntagmorgen um Vier davon abgehalten werden, sich gewaltsam zu dem aufgrund des Wetters nicht mehr stattfinden Dachterrassenday, Zutritt zu verschaffen. Das trübte, neben dem Regen, etwas die Stimmung. Trotzdem würde ich es wieder machen. Warum?

Einfach weil ich es kann.


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