Wilhelms Busch

Dings. Ich schwör. Ich bin berühmt. Wirklich. Zumindest, wenn man Berühmtheit über die Anzahl Aufnahmen definiert, die von Einem in einer bestimmten Zeit gemacht werden. Sehr Berühmt. Nur im Fall. Ich kann das beweisen. Mathematisch.
Heute auf dem Carparkplatz der Pilatusbahn in Alpnachstad. Darauf ca. 80 Cars, sprich Busse. Darin enthalten je ca. 80 Passagiere. Vorwiegend aus Asien. Vermutlich nur ein bestimmtes Land. Dazwischen ein paar versprengte....was auch immer. Zumindest mehr europäisch anzusehen. Rund zwei Drittel dieser Asiatischen Passagiere behangen mit je mindestens zwei Kameras. Video und Foto. Oder kleine und grosse Kamera. Mit diesen Kameras wurden je rund 150 Aufnahmen geschossen. Geschätzt. Der Hysterie nach, die ausbrach, wenn einer dieser Menschen in Verzückung über ein neu entdecktes Sujet geriet und ebenso hysterisch auf den Auslöser drückte. Und mit ihm die 80 x 80 Anderen auf ihren je zwei Geräten. Vorallem vom Bahnhofgebäude. Hinter dem hat es nämlich einen Drachen. Also drin auch, aber hinten einen richtigen. Und auf den Stufen des Bahnhofsgebäude sass wer? Genau. Und damit dürfte ich gefühlte rund 2000 mal in irgendwelchen asiatischen Erinnerungsalben erscheinen. Also? Berühmt oder nicht?
Dabei ist das heute gar nicht das Thema. Kam mir nur in den Sinn, als ich auf den Stufen des Bahnhofgebäudes über das eigentliche Thema nachdachte. Und das ist Wilhelms Busch. Eigentlich nur der Busch. Und dies auch nur ein bestimmter. Das Pseudonym Wilhelm wurde aus Datenschutzrechtlichen Gründen gewählt. Nicht, dass ich die beiden Damen, die den gestrigen Abend mit mir verbracht haben, noch unnötig kompromittiere. War der Wunsch der Damen, dies nicht zu tun. Nicht meiner. Können Sie sich ja vorstellen.
Ich war nämlich beim Coiffeur. Darum war eines der Themen, die wir gestern Abend Traktandienten, das Thema angemessene Frisuren. Sprich dem biologischen Alter der jeweiligen Person angemessen. Zwei Damen und ein Herr. Letzterer ich. Schon etwas angeschickert. Alle drei. Und auf einmal fiel das Wort. Respektive die Bemerkung, Du könntest Deinen Busch auch mal wieder trimmen lassen.  Oder so ähnlich. Vielleicht war der Wortlaut auch etwas anders. Aber Busch bleibt Busch. Und das Restaurant ziemlich eng bestuhlt. Der Busch darum auf einmal im Munde von mindestens drei angrenzenden Tischen. Also symbolisch. Nicht wirklich. Ich schwör. Und wie's so ist mit diesen Angeschickerten... Wenn sie etwas lustig finden, können sie nicht mehr aufhören. Das ging von wer (?echt den schöneren Busch hätte und warum und wieso und wie lange und dann Haare auf der Zunge und färben oder nicht färben und ganz trimmen oder Kahlschlag oder gar nicht oder weiss nicht was. An den drei Tischen ringsum wurde es immer ruhiger. Oder eher unruhiger? Und ganz still wurde es, als ich einwarf, ich hätte sowieso lieber einen Zopf, als einen Busch. Und der einen Dame damit andeutete, dass mir ihr Busch überhaupt nicht gefiel. Man hätte wieder einmal eine Nadel fallen hören können.
Um welchen Busch es jetzt genau ging, das überlasse ich Ihrer Phantasie. Ich komme noch einmal zurück auf die 80 x 80. Weil, Sie werden es glauben oder nicht. Aber die haben ein Stück ihrer grossen Mauer mitgebracht. Genauso, wie Schweizer ihr Fondue überall hin mit schleppen. Ich bin darüber gestolpert:


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