Direkt zum Hauptbereich

Nackte Tatsachen

Es gibt so Zeiten im Leben eines Menschen, konkret eines Mannes, da geht es um Grundsätzliches. Wie zum Beispiel kürzlich in Bern.
Mittlerweile dürfte es ja keine grosses Geheimnis mehr sein, dass ich mich als Chauffeur versuche. Man könnte auch die Bezeichnung "Privat" vorndransetzen. Oder MIB. Men in Black. Weil immer schwarzer Anzug und Kravatte. Und letzthin eben nach Bern berufen. Am Ort der Auftragserteilung angekommen an der Reception gemeldet. Ich sei der Fahrer für Herr Soundso und offensichtlich da. 
Die Dame nimmt das Telefon in die Hand und informiert den Gast "sein TAXI" sei angekommen.
Ist Ihnen sicher auch schon einmal passiert, dass Sie eine Bemerkung gemacht haben, die Sie noch im gleichen Moment bereuten, weil es beim Gegenüber etwas schräg ankam. Ersichtlich an dessen Mimik. Jetzt muss man wissen, ich habe keine Standesdünkel. Wirklich nicht. Ich schwör. Aber ich bin kein Taxi. Ich bin eine Limousine. Darauf lege ich wert. Darum Mimik. Es gibt Unterschiede. Jetzt nichts gegen Taxifahrer. Auch da gibt es solche und solche. Aber meistens, eben. Dings. Auf meine Bemerkung hin nun Mimik der Dame an der Reception, nun ja, eher etwas Zitrone. Was denn eigentlich der Unterschied sei? Und warum ich nicht direkt vor dem Eingang parkiert hätte. Damit sie sehen könnte, ob man rein äusserlich einen Unterschied zwischen Taxi und Limousine.......
Ich konnte nicht. Weil besetzt. Musste ca. 50 Meter weiter parkieren. Und der Unterschied sei, Sie könne mir jetzt gerne ein Taxi rufen, das mich zu meiner Limousine bringe. Das ist der Unterschied. Einer. Und dass ich schreibe. Geschichten. Und ich diesen Dialog für eine verwenden würde. Jetzt auf einmal Interesse. Nicht wegen grosser, dunkler Limousine. Nein. Schreibender MIB. Das fand man dann doch interessant. 
Machte mich ein wenig euphorisch. Und es hielt an. Und genau in diesem Moment kam ein Anruf. Und jetzt weiterer Grundsatz. Man sollte in solchen Momenten der Euphorie keine Anrufe annehmen. Und sich zu Aussagen verleiten lassen, die, nun ja, zumindest noch einmal zu überdenken sind. Genau in diesem Moment der Aussage, ich sass in einem Cafe, betrat ein neuer Gast das Lokal. Etwas, sagen wir, salopp gekleidet. Die Jeans ein paar Nummern zu klein und tief sitzend. Sehr tief. Und der Mann sass auch. Ausgerechnet mir gegenüber auf einen Barstuhl. Sie können es sich vorstellen. Knapp sitzende Jeans, Übergewicht, deutlich über Fünzig. Jacke auch zu kurz. Fazit? Genau im Moment meiner euphorischen Aussage, blicke ich auf das teilweise entblösste Gesäss des Mannes....

Ich bin am Arsch! Aber gesagt ist gesagt....


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wasser bis zum Hals

Eigentlich, eigentlich habe ich kein Problem mit Alkohol. Wirklich nicht. Ich schwör. Auch nicht ohne, ihr Scherzkekse. Gelegentlich mal ein Glas Rotwein. Hie und da. Auch mal einen Grappa nach dem Essen. Und wenn ich dann mal in eine Bar gehe, dann auch einen Drink. Oder zwei. oder drei. Nicht mehr. Mich hat noch niemand nach Hause tragen müssen. Rollen schon. Aber tragen? Nein. Da kenne ich andere. Ohne jetzt hier Namen zu nennen.
Ich bin auch eher, wenn, dann der Typ stiller Trinker. Weil. In einer Beiz aufgewachsen. Und zuviel erlebt, was zuviel Alkohol aus Menschen machen kann. Insbesondere auf der verbalen Ebene. Würde auch. Je mehr Alkohol, desto weniger. Das ist wie bei Professor Otto. Je schiefer das Brett, desto schneller das "Zisch" und umso lauter der Bums. Oder so. Wobei die meisten mit zuviel, dann ja kein Bums mehr. Auch wenn sie gerne würden.
Nur ganz selten, wenn wirklich alle Umstände zusammen kommen. Dann, dann kann es auch mir passieren. Dass meine Stern…

Lange Rede kurzer Sinn

Schnell. Geduld? Keine. Also die wenigsten. Am liebsten schon gestern. Oder noch früher. Dass wertvollste, was man also schenken kann? Zeit. Und ein Ohr. Oder zwei. Leihweise. Nicht so van Gogh mässig. Der hat sein Ohr ja auch abgegeben. Quasi. Nein. Wirklich nur leihweise. Hin- oder zuhören. Ist wirklich wertvoll. Auf beide Seiten. Ich versuche zuzuhören, bin aber auch ganz dankbar. Wenn mir mal jemand zuhört. So wie sie es tun. Die Leser dieser Geschichten. Sie schenken mir auch. Immer wieder. Ihre Aufmerksamkeit. Das ist für mich Lohn und Ansporn. Ich, wir, bessere Hälfte und ich. Wir versuche daher auch ab und zu etwas zurückzugeben. Das nächste Mal am 23. Mai. Details später. Nur damit sie schon einmal vorgewarnt sind. Zurück zum Thema. Zeit schenken. Weil, auch ich. Habe auch so eine Unart. Oder Tic. Also nicht, dass sie jetzt Angst haben müssen. Von wegen Tourette oder so. Wobei Angst etwas weit gegriffen. Einer meiner Schulfreunde hatte einen. War ganz lustig damals. Für uns. …

Berührungsängste

Es ist wegen meiner Jungmannschaft. Also wegen meiner Kinder. Weil, die kommen immer wieder mal. Mit so Hinweisen. Man könne jetzt zum Beispiel im Internet iPhones gewinnen. Ganz einfach. Oder da gäbe es so Gewinnspiele. Wenn man CHF 10.- einzahle, dann könne man für CHF 50.- gamen. Also früher. Als sie ihr erstes iPhone bekamen. Bezahlt! Nicht gewonnen! Mittlerweile sind sie auf- und abgeklärter. Darin, nicht alles zu glauben, was man im Internet so liest. Oder in Zeitungen. Eher gesunder Menschenverstand. Und dann selber beurteilen. Kann das wahr sein? Oder nicht? Und wenn ja, wie viel davon? Gibt es eine zweite Seite? Die gibt es nämlich immer. Mitunter schauen Geschichten dann ganz anders aus, wenn man die eine Seite gelesen hat und die andere Seite dann dazu um Auskunft bittet. Was wollte der Schreiber damit zum Ausdruck bringen? Will er nämlich immer. Ich schwör. Was zum Ausdruck bringen. Nur ist es manchmal erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Oder dem dritten. Wie letztens…