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Nur Männer tun es....

Ich tue es auch. Viele tun es. Fast alle. Vorallem aber Männer. Frauen habe ich es noch nie tun sehen. Kinder sowieso nicht. Sie müssen sich mal achten. Auch auf sich selber. Ich komme darauf, weil wir letztens mal darüber diskutiert haben. Urs und ich. In einem Lokal am Kreuzplatz. Bekannt für seinen "kubanisch/lateinamerikanischen" Stil und das zu manchen Tages- und Nachtzeiten die Umgangssprache Englisch Priorität geniesst. Und bekannt auch für seinen schnellen Service. Speditiv sagt man dazu in der Schweiz. 
Ich gehe auch gerne hierher wegen des Wlan. Damit Sie zu Ihren Geschichten kommen. Schreiben, trinken (Kaffee!!!) und Leute beobachten. Perfekt. Mittlerweile funktioniert es rein über Blickkontakt. Tür auf, rein, Blickkontakt (wie immer? Ja, wie immer!) absitzen und loslegen. Perfekt. So muss es sein.
Urs und ich aber nicht Vormittag, sondern Mittag. Zum Lunch. Und kaum war das Essen da, tun wir es. Beide. Und mokkieren uns darüber. Diese Unsitte, noch vor dem ersten Bissen zu Salz- und Pfefferstreuer zu greifen. Und beide auch ausgiebig zu benützen. Ich persönlich nur Letzteren. Den dafür noch ausgiebiger. Warum? Ich liebe Pfeffer. Aus der Mühle sowieso. Da kann das Gericht noch so gut abgeschmeckt sein. Ohne eine mindestens 2 Millimeter dicke Schicht Pfeffer.....keine Chance. In den meisten Lokalen geht das auch ohne Probleme. Aber versuchen Sie dies mal in einem etwas Gehoberenen. So wie wir. Unabhängig voneinander. Meine Güte. Ein Koch wie ein angestochener Stier. Blutunterlaufene Augen und schnaubend wie eine alte Dampflock. Aus der Küche zu uns an den Tisch rollend. Bergepanzer, Notausruck. Was uns eigentlich einfalle (Ach, wenn Sie so fragen, so einiges!)? Den Geschmack (seinen, notabene) des Gerichts (dessen, notabene) den er perfekt verstanden habe, herauszukristalisieren (Behauptung, notabene), so zu verunstalten? Dies ginge ja gar nicht. Und überhaupt. Und ausserdem hätten sie keine Salz- und Pfefferstreuer. Und dann folgte noch eine ellenlange Litanei über.....ich weiss nicht mehr. Habe ich vergessen. Weil ich nur daran denken konnte, wie ich jetzt verd...nochmal zu meinem Pfefferstreuer komme.
Mittlerweile wähle ich meine Lokale danach aus. Nach der Grösser der zur Verfügung stehenden Pfefferstreuer. Der Koch in seiner Selbstverwirklichung vielleicht noch nicht so fortgeschritten. Der Gemütlichkeits- und Wohlfühlfaktor aber dementsprechend höher. Und da wo man uns kennt, stellt man genannte Utensilien bereits ohne zu Fragen auf den Tisch. Und nimmt nicht....übel.
Noch ein Nachsatz zu speditivem Service. Ich liebe es, speditiv bedient zu werden. Vorher (Aufnahme der Bestellung) und Nachher (Rechnung und Bezahlung). Aber NICHT dazwischen. Sprich, wenn der Ober schon mit dem Hauptgang in der hand am Tisch steht, während ich noch an der Vorspeise bin. 

Pfeffer? Unbedingt! Aber NICHT in der Hose, bitte.

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