Das hat dann Dimensionen

Ich gebe es ja zu. Ich sehe gerne Sitcoms. Insbesondere Englische. Mir gefällt dieser Art Humor, der uns leider so abgeht. Grundsätzlich. Ich erachte die Schweizer als eher humorlos. Wobei nicht unbedingt unlustig. Ist schon ein lustiges Völkchen. Aber so richtig Humor? Das dann doch nicht. Würde ja bedingen, über sich selbst lachen zu können. Und spätestens hier hört der Spass dann auf. Item. Diese Geschichte handelt nicht von Humor, sondern von Parallelwelten.
In einer dieser Sitcoms kam kürzlich der Dialog vor, das sich einer der Exponenten darüber lustig machte, das er in einer der vielen anderen Dimensionen, die es wohl geben würde und in denen auch jeweils ein Exemplar seiner selbst existierte, er wohl eine andere Meinung hätte, als in dieser Dimension, sprich Realität. Sprach`s und lachte darüber. Und mit ihm das Publikum aus der Konserve. Weil, ein jeder weiss, oder vermutet es zumindest, es gibt keine anderen Dimensionen neben, vor oder hinter unserer. Keine anderen Dimensionen und/oder auch Parallelwelten. Genauso wie hoffentlich jeder weiss, das in diesen Sitcoms nie Publikum sitzt und lacht, sondern dies vom Band eingespielt wurde.
Und da komme nun ich ins Spiel. Weil, ich muss Sie leider eines besseren belehren. Es gibt sie. Ich erlebe es fast tagtäglich. Man kann fürs Schreiben leben, aber nicht davon. Ich zumindest nicht. Noch nicht. Aber ich arbeite daran. Erleben Sie ja selber. Da aber niemand meine Miete bezahlt und es unter Zürichs Brücken immer so zugig ist, gehe auch ich, wie viele Andere und Sie vermutlich auch, einer Beschäftigung nach, die mir die dafür notwendigen Mittel zusichert. Und bei dieser, meiner, Beschäftigung, komme ich mit Parallelwelten in Berührung. Und das nicht zu knapp. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes darf ich Ihnen leider nicht im Detail sagen, was genau ich tue und mit wem. Aber es ist extrem spannend. Und die Grenze zwischen diesen Welten geht in der Regel mitten durch den Wagen. Und damit habe ich schon viel zu viel gesagt.
Aber letzten Sonntag hatte ich ein Erlebnis in einer anderen Dimension, von dem ich Ihnen berichten darf. Die letzten Jahre trug ich die Haare extrem kurz. Also fast Glatze. Ungemein praktisch. Spart am Morgen gut 10 Minuten und die Coiffeurkosten, weil eigene Maschine. Eigentlich aber habe ich volles Haar. Bin also nicht zur Glatze gezwungen, so wie es andere aus ästhetischen Gründen tun, weil nur noch spärlich. Sie verstehen, was ich meine. Da bin ich sicher. Jetzt Haar also wieder länger und damit Coiffeur. Und da letzten Sonntag Zeit im Überfluss, ab zum Haarstylisten. Im HB. Weil 365 Tage im Jahr. Der Laden war leer. Ausser dem Personal. Also nix wie rein. Und gerade noch gefragt, was es denn kosten würde. CHF 79.- und weil heute Sonntag ist, plus 10%. In letzter Zeit habe ich es etwas mit dem Gehör. Das Alter, vermutlich. Ich verstand tatsächlich CHF 86.90. Für einen Herrenhaarschnitt. Ohne Färben, Dauerwelle, Maniküre, Gel oder Wachs. Nur schneiden. Nicht waschen, nix. Er blieb dabei. CHF 86.90. Sonntags.
Ich war nahe dran, mir wieder eine Maschine zu zulegen. Da erzählte mir ein Kollege von einem Friseur, zu dem er immer gehe. In der Müllerstrasse. CHF 25.-. Inkl. Kaffee und einem guten Gespräch.

DASS sind doch andere Dimensionen, finden Sie nicht auch?


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