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Zeitreise

Heute bin ich etwas in der Pam.., sorry, auf dem Land unterwegs. Also nicht so ganz Land. Mehr so ein bisschen Zürcher Umland. Gut 40 Kilometer oder so... Richtung, hm, Westen, würde ich sagen. Der Ort schimpft sich sogar Stadt. Wie Sie ja wissen habe ich so meine Vorstellungen, was sich Stadt nennen darf und was nicht unbedingt. Hier? Definitiv NICHT unbedingt.

Ein lieber Freund von mir hat hier zu tun und im Anschluss werden wir zusammen nach Bern fahren. Wie immer, bin ich ganz leicht zu früh. Nur eine knappe Stunde. Die gedenke ich möglichst im Umfeld des Bahnhofes zu verbringen. Zumindest in Sichtweite eben Diesem. Nicht das ich in der Wildnis noch verloren gehe.

Und tatsächlich hat es ein Bahnhofsbuffet. Heisst aber nicht so. Aber so ähnlich. Aus Persönlichkeitsschutz will ich aber nicht genauer darauf eingehen. Also ab damit ins Bahnhofbuffet. Und glauben Sie mir, ich wusste wirklich nicht, dass es so etwas, nur knapp 40 Kilometer ausserhalb Zürichs, noch gibt. Und dabei spiele ich nicht mal auf die Einrichtung aus den, vermutlich, 60er Jahren an. Auch nicht auf die Gäste, die vermutlich ebenfalls um die 60 und älter sind. Die trifft man so auch in Zürichs Beizen an. Nein, was ich meine ist, man darf hier zum Beispiel noch rauchen. Der Boden ist bedeckt mit einer Lage Zigarettenkippen. An der Wand hängt ein Geldspielautomat, den ich so auch schon lange nicht mehr gesehen habe. Und er scheint sogar zu funktionieren. Mit dem obligaten Frührentner davor. Festgewachsen auf seinem Barhocker, hier vermutlich täglich seine Freizeit verbringend. Wahrscheinlich wird er Abends mitsamt Barhocker im Nebenraum versorgt und Morgens wieder aufgestellt. Würde mich wirklich nicht wundern. Was aber ganz speziell ist, das Ding hat Wlan. Also das Lokal, nicht der Barhocker. Und eine sich der Poesie verschriebenen Dichterin. Quasi eine poesierende Dame hinter der Bar. Mit dieser bin ich etwas ins Gespräch gekommen. Über Poesie, Geschichten vom Land, aus dem Alltag und Lebensgeschichten. War ungemein spannend. Wäre gewesen...wenn nicht die ganze Zeit der, was auch immer, wahrscheinlich aber das Hausfaktotum, mit einem Hubstabler, beladen mit diversen Kisten und Gefässen und dem Geruch nach auch einem Säukübel, aus der Küche mitten durchs Lokal und damit auch den Gästen, gekurvt wäre. Sie wissen nicht was ein Säukübel ist? Gibt es eigentlich auch nicht mehr. Ist oder war ein grosser Kübel, in dem die Essens- und auch sonstige Reste gesammelt und dann meistens von lokalen Schweinebauern ihren Viechern verfüttert wurde. Die Viecher widerum landen dann über den Umweg durchs Schlachthaus wieder auf den Tellern des Bahnhofbuffets. Kreislauf des Lebens. Der Stabler dürfte gut 1,5 Meter breit gewesen sein. Der Platz zwischen den Tischen und den Gästen aber nur gut 1,3 Meter. Die fehlende Differenz wurde dann halt mit etwas Fatalismus, Knorz und fliegenden Gläsern kompensiert. Und meiner grossen Zehe. Vermutlich werde ich morgen auf das Joggen verzichten.

Und für's erste auch auf meine Ausflüge auf's Land ;-)


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Wasser bis zum Hals

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Nur ganz selten, wenn wirklich alle Umstände zusammen kommen. Dann, dann kann es auch mir passieren. Dass meine Stern…

Lange Rede kurzer Sinn

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Berührungsängste

Es ist wegen meiner Jungmannschaft. Also wegen meiner Kinder. Weil, die kommen immer wieder mal. Mit so Hinweisen. Man könne jetzt zum Beispiel im Internet iPhones gewinnen. Ganz einfach. Oder da gäbe es so Gewinnspiele. Wenn man CHF 10.- einzahle, dann könne man für CHF 50.- gamen. Also früher. Als sie ihr erstes iPhone bekamen. Bezahlt! Nicht gewonnen! Mittlerweile sind sie auf- und abgeklärter. Darin, nicht alles zu glauben, was man im Internet so liest. Oder in Zeitungen. Eher gesunder Menschenverstand. Und dann selber beurteilen. Kann das wahr sein? Oder nicht? Und wenn ja, wie viel davon? Gibt es eine zweite Seite? Die gibt es nämlich immer. Mitunter schauen Geschichten dann ganz anders aus, wenn man die eine Seite gelesen hat und die andere Seite dann dazu um Auskunft bittet. Was wollte der Schreiber damit zum Ausdruck bringen? Will er nämlich immer. Ich schwör. Was zum Ausdruck bringen. Nur ist es manchmal erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Oder dem dritten. Wie letztens…