Direkt zum Hauptbereich

Von Bilderküssern und anderen Wesen

Gestern im Tram. Vor mir zwei jüngere Damen. Über ihre Beziehungen sprechend. Die wohl gerade gescheitert sind. Oder zumindest nahe dran. Und ich geb's ja zu, ich habe glauscht. Ich lausche sonst nie. Ich schwör! Respektive ich lausche natürlich immer. Nur, wenn es mich dann nicht sonderlich interessiert, weil sich daraus zum Beispiel keine Geschichte drehen lässt, dann vergesse ich es wieder. Also die innere Festplatte wird ständig überspielt. Im laufenden Betrieb. Aber diese Story verdient es gespeichert und weitererzählt zu werden. Aus mehreren Gründen. Sprich Titeln:

LEBEN IN DER GROSSSTADT:

Die beiden Damen schätzen das Leben in der "Grossstadt" Zürich. Weil man sich kenne, alles so Nahe beieinander läge, es soviel Grün hätte und der See und die Berge und man erreiche vieles in kurzer Distanz. Das gefalle ihnen viel besser als zum Beispiel das Leben in New York, wo alles etwas anonym sei und unpersönlich und.....

Kinder! Was ihr beschreibt, ist das Leben in einem Dorf. Und Zürich ist ein Dorf. Aber dann steht auch dazu. Ist ja nicht schlimm. Es macht nämlich durchaus Sinn sich in einer Grossstadt verloren zu fühlen und zerrissen und zum Stadtneurotiker zu werden. Vieleicht gerade dadurch zu sich selber zu finden. Und genau durch dieses verloren und zerrissen sein inspiriert zu werden. Alles andere ist D O R F.

VERÄNDERUNGEN:

Wie gehört, beenden beide gerade ihre Beziehungen. Weil die Partner sich verändert hätten. Uiii nei, diner hät sich au verändret? Miiner im Fall au, total im Fall. Und man hoffe, in einem neuen Partner was neues, anderes, zu finden.

Aber Mädchen. Erstens haben sich sicher nicht nur eure Partner verändert, sondern ihr euch selber ebenfalls, nein? Warum also die Veränderung in etwas Neuem suchen und sich nicht erstmal zurücklehnen, in sich gehen und fühlen, ob die Veränderungen des Partners nicht genau die sind, was man dann in einer neuen Beziehung zu finden hofft? Nicht doch lieber auf das Vertraute aufbauen und dies, vielleicht unter geänderten Vorzeichen, fortführen?

KÜSSEN:

Im Tram, vor den beiden Mädchen, hing ein Plakat. Darauf das Gesicht eines Jünglings mit geschürzten Kusslippen. Für einen Lippenbalsam werbend. Auf einmal beide: Weisch, genau so soll er usgseh, der Neue. Mit genau diesem Face und die Lippen und die Augen und überhaupt. Und ich finde den im Fall total zum knutschen...sprachens und liessen Taten folgen. Beide. Unter leisem Gekicher küsste die Eine das Plakat und die Andere photographierte und umgekehrt.

An und für sich ja nicht mal unbedingt ungewöhnlich, dieses Verhalten. Interessant wird es im Kontext mit den beiden anderen Themen. Beim Aussteigen wandten mir beide das Gesicht zu...

....ich schätze sie auf knapp über 15....höchstens ;-)






Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der Kreis schliesst sich

Eigentlich, ja eigentlich, wäre jetzt Ruedi an der Reihe gewesen. Leser meiner Geschichten erinnern sich vielleicht noch an ihn. Ruedi hat mich mit seinen Ratschlägen und Geschichten eine zeit lang durch mein Leben begleitet. Und auf einmal war er verschwunden. Lange Zeit blieb er unsichtbar. Aber letztens stand er wieder im Tram und lächelte mir zu. Aus einer gewissen Distanz. Aber er war es. Ich bin ganz sicher. Weil, Ruedi hat eine gewisse Ähnlichkeit mit meinem Vater. Also optisch. Vom Aussehen her. Und mein Vater lebt ja schon lange nicht mehr. Darum fällt er mir auch immer wieder auf. Spannend ist auch, dass ich ihm in letzter Zeit auf eine gewisse Art immer wieder mal begegne. An ihn erinnert werde. Das hat wohl mit meinem Alter zu tun. Sogar im Beruf passiert mir das. Wie letzthin in Bern. An einer grossen Konferenz unserer Branche. Dabei hatte mein Vater doch so gar nichts mit IT am Hut. Die gab es so seinerzeit auch kaum. Eine Eigenschaft von ihm ist mir noch besonders im Gedä…

Cosa Nostra

Es ist eigentlich keine grosse Sache. Knapp 7 Stunden. In Kilometern absolut überschaubar. Das findet auch der Schalterbeamte der SBB, der uns die Ticket ausstellt. Das ginge ruckzuck. Quasi eine Verbindung. Nur winzige zweimal umsteigen. In Milano und Genova. Retour das Selbe. Nur umgekehrt. Natürlich. Er könne uns da eine ausgezeichnete Verbindung offerieren. Kürzeste Aufenthalte in Milano und  Genova. 20 Minuten maximal. Da, spätestens da hätten sämtliche Alarmglocken schrillen müssen. Weil, Pustekuchen. 20 Minuten. Hin ging es ja noch. Weil SBB. Bis Milano. Sprich Verspätung minimal. 15 Minuten oder so. Wir natürlich erstens ganz hinten im Zug. Und auf Gleis 3. Der Zug nach Genova? Gleis 20. Umsteigezeit? 5 Minuten. In Milano. Kennen sie den Bahnhof Milano Centrale? Da passt Zürich HB dreimal rein. Mindestens. Und wir natürlich nicht die Einzigen. Die umsteigen wollten und die sich im Bahnhof aufhielten. Zumeist Italiener. Jetzt! Der Italiener an und für sich relativ relaxed. Als …

Kritische Grösse

Ich bin dann mal weg. In den Ferien. Nicht lange. Nur ein paar Tage. Mit meinen zwei jüngeren Söhnen. Noch einmal den Sommer etwas verlängern. Wobei der sich ja selber. Immer wieder. Verlängert. Letzte Woche hiess es noch Schnee. Also in den Bergen. Nicht in Zürich. Zwar...

Der Zeitpunkt unserer Ferien nicht von ungefähr. Herbstferien. In der Schule. Der Jüngste noch schulpflichtig. Und im Geschäft auch etwas ruhiger. Aber? Es ist nicht der einzige Grund. Ab Sonntag kehrt in der Stadt generell wieder etwas Ruhe ein. Weil Film Festival am Ende. Zu! Also zu Ende. Nicht dass noch Gerüchte entstehen.

Gerüchte gäbe es ja zuhauf. Auch über Schnee in Zürich. Die letzten Tage. Man behauptet. Die erhöhte Konzentration von Schnee, sprich Kokain, sei an Wochenenden sogar im Zürcher Abwasser nachweisbar. An kulturellen Anlässen? Wie das Film Festival? Und anderen? Sowieso. Sagt man.

Überhaupt. Das ZFF. Polarisiert. Wie der Hafenkran. Die Einen finden's toll, die Anderen überflüssig. Die, die&…