Direkt zum Hauptbereich

Triebgesteuert

Es war wieder so ein Tag heute. Zum Küssen. Zuerst reisst mir der linke Schuhbändel. Es ist immer der  Linke. Warum eigentlich? Führt dazu, dass die linke Seite wie neu aussieht und die Rechte wie aus der Limmat gezogen. Man könnte ja Beide wechseln, wenn Einer reisst? Könnte man. Aber ich bin Ü50 und da hat man noch sparen gelernt ;-)

Natürlich hatte ich am Abend vorher die Stiefel eingefettet und die Verkäuferin wollte mir partout nicht helfen, sprich mir den Bändel einziehen. Demenstprechend sahen meine Hände anschliessend aus.

Dann bekomme ich den ganzen Tag Mails zu Themen von denen ich im Moment lieber Abstand halten möchte. Und je mehr Abstand, umso Mail. Aber das EINE Mail, auf das ich warte und darum jedesmal das Handy konsultiere wenn es vibriert, das kommt natürlich nicht. Machen Die das eigentlich Alle mit Absicht?

Natürlich waren heute Morgen auch die Rasierklingen alle. Beziehungsweise die Letzte, die eh schon seit Wochen in Gebrauch war, habe ich vorauseilend im Müll versorgt. Im Laden, eine Filiale eines schweizweit bekannten Grossverteilers, und keine kleine Filiale, waren ausgerechnet die Rasierklingen ausverkauft, resp. der dafür vorgesehen Platz im Gestell leer. Es hatte Berge von Mangos, Osterhasen Topflappen und Dings. Und Klopapier. Soviel Scheis.. kann man garnicht produzieren, solch grosse Stapel hatte es. Aber keine Rasierklingen. Und auf meine Frage an der Kasse, ob ich die Rasierklingen vielleicht übersehen hätte oder die, aus welchen Gründen auch immer, nur an der Kasse erhältlich seien, musste ich mir gefühlte 4 Stunden anhören, warum es keine habe. Vorher wurde ich aber noch einmal an das Regal geschickt mit Anweisungen der Kassiererin: Ja, döt. Döt müasst es ha. Ja, dött! Hätts dött chei?? Müasst aber......und sie fiel fasst auf's Förderband, soweit lehnte sie sich aus ihrer Kasse...aber aufstehen und selber schauen? Keine Spur. Vonwegen Kunde ist König......

Man muss das wissen, wie der Tag verlief um zu verstehen, was das Highlight heute war. Ich bekam kürzlich eine neue Bancomatkarte. Also zuerst kam ein Brief, der die Karte ankündigte. Dann kam ein Brief mit der PIN. Dann kam die Karte. Und dann noch einmal ein Brief mit der Aufforderung, dies und das zu tun und die Karte so und so zu verwenden und den PIN am Automaten meines Vertrauens zu ändern. Sofort. Unmittelbar. Weil vermutlich kennt ihn schon die halbe Schweiz. Ich also zur Filiale meines Vertrauens, an den Automaten meines Vertrauens. Drei. Es hatte drei Automaten an der Wand. Nebeneinander. Ran an den Automaten, Schlitz gesehen, triebgesteuert Karte rein und auf die EIngabemaske gewartet........ Vorgang abgebrochen, keine Transaktion möglich. ????? Karte raus, Karte an Jacke rubbeln und wieder rein damit. In den gleichen Schlitz. Ratterratterratter...Vorgang abgebrochen, keine Transaktion möglich.......leicht unter Dampf stehend rein in die Filiale, Nummer gezogen, gefühlte 4 Stunden gewartet und leicht genervt die Schalterbeamtin angepflaumt das mit der Karte was nicht stimme. Die sei neu, es hat Guthaben drauf und es funktioniert aber nicht. Und sie werden es nicht glauben. Dieses mal König. Beamtin verlässt Schalter und geht mit zu den Automaten. Was ich den Vorgehabt hätte zu tun? Ach, den PIN wechseln? Und es geht nicht? Das muss eigentlich immer gehen. Wo haben sie die Karte den reingesteckt? Na, in den Schlitz da, wo denn sonst? Sicher nicht in meinen.......grosses Gelächter. Ja, aber haben sie denn nicht gesehen? Das ist der Münzzählautomat. Da können Sie nun wirklich keinen PIN ändern :-) Sie müssen den Bancomat daneben benutzen......

Ich gehöre also jetzt auch zu der Liga von Menschen, die mit der Tücke der modernen Geräte nicht mehr klarkommen.... ;-)

Zum Trost habe ich mich in den Korb mit Schoggikugeln geworfen, die heute am Bahnhof verteilt wurden. Ich suhle mich immer noch darin.....


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wasser bis zum Hals

Eigentlich, eigentlich habe ich kein Problem mit Alkohol. Wirklich nicht. Ich schwör. Auch nicht ohne, ihr Scherzkekse. Gelegentlich mal ein Glas Rotwein. Hie und da. Auch mal einen Grappa nach dem Essen. Und wenn ich dann mal in eine Bar gehe, dann auch einen Drink. Oder zwei. oder drei. Nicht mehr. Mich hat noch niemand nach Hause tragen müssen. Rollen schon. Aber tragen? Nein. Da kenne ich andere. Ohne jetzt hier Namen zu nennen.
Ich bin auch eher, wenn, dann der Typ stiller Trinker. Weil. In einer Beiz aufgewachsen. Und zuviel erlebt, was zuviel Alkohol aus Menschen machen kann. Insbesondere auf der verbalen Ebene. Würde auch. Je mehr Alkohol, desto weniger. Das ist wie bei Professor Otto. Je schiefer das Brett, desto schneller das "Zisch" und umso lauter der Bums. Oder so. Wobei die meisten mit zuviel, dann ja kein Bums mehr. Auch wenn sie gerne würden.
Nur ganz selten, wenn wirklich alle Umstände zusammen kommen. Dann, dann kann es auch mir passieren. Dass meine Stern…

Lange Rede kurzer Sinn

Schnell. Geduld? Keine. Also die wenigsten. Am liebsten schon gestern. Oder noch früher. Dass wertvollste, was man also schenken kann? Zeit. Und ein Ohr. Oder zwei. Leihweise. Nicht so van Gogh mässig. Der hat sein Ohr ja auch abgegeben. Quasi. Nein. Wirklich nur leihweise. Hin- oder zuhören. Ist wirklich wertvoll. Auf beide Seiten. Ich versuche zuzuhören, bin aber auch ganz dankbar. Wenn mir mal jemand zuhört. So wie sie es tun. Die Leser dieser Geschichten. Sie schenken mir auch. Immer wieder. Ihre Aufmerksamkeit. Das ist für mich Lohn und Ansporn. Ich, wir, bessere Hälfte und ich. Wir versuche daher auch ab und zu etwas zurückzugeben. Das nächste Mal am 23. Mai. Details später. Nur damit sie schon einmal vorgewarnt sind. Zurück zum Thema. Zeit schenken. Weil, auch ich. Habe auch so eine Unart. Oder Tic. Also nicht, dass sie jetzt Angst haben müssen. Von wegen Tourette oder so. Wobei Angst etwas weit gegriffen. Einer meiner Schulfreunde hatte einen. War ganz lustig damals. Für uns. …

Berührungsängste

Es ist wegen meiner Jungmannschaft. Also wegen meiner Kinder. Weil, die kommen immer wieder mal. Mit so Hinweisen. Man könne jetzt zum Beispiel im Internet iPhones gewinnen. Ganz einfach. Oder da gäbe es so Gewinnspiele. Wenn man CHF 10.- einzahle, dann könne man für CHF 50.- gamen. Also früher. Als sie ihr erstes iPhone bekamen. Bezahlt! Nicht gewonnen! Mittlerweile sind sie auf- und abgeklärter. Darin, nicht alles zu glauben, was man im Internet so liest. Oder in Zeitungen. Eher gesunder Menschenverstand. Und dann selber beurteilen. Kann das wahr sein? Oder nicht? Und wenn ja, wie viel davon? Gibt es eine zweite Seite? Die gibt es nämlich immer. Mitunter schauen Geschichten dann ganz anders aus, wenn man die eine Seite gelesen hat und die andere Seite dann dazu um Auskunft bittet. Was wollte der Schreiber damit zum Ausdruck bringen? Will er nämlich immer. Ich schwör. Was zum Ausdruck bringen. Nur ist es manchmal erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Oder dem dritten. Wie letztens…