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Für und Wider

Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich in einer Geschichte schon einmal geschrieben, dass ich der Überzeugung bin, mit unseren Verhaltensweisen der nachfolgenden Generation ein falsches Signal zu geben. Sie erinnern sich? Man stellt das eigene Wohl über das Gemeinwohl und kippt damit sämtliche Wertvorstellungen über Bord. LEICHTFERTIG. Allzu...... Wo kommen wir hin, wenn gewisse Werte nichts mehr wert sind?

Und diese Signale sind mannigfaltig. Aber vermutlich liegt es wieder an mir. Wie immer, übrigens. Ich schwör. Und eine solche Geschichte, mit Signalen, ereignete sich erst kürzlich. Und erwischte mich, ansonsten eigentlich mit einer gewissen Schlagfertigkeit gesegnet, voll auf dem falschen Fuss. Also eigentlich dem Fuss eines Anderen. Respektive dessen Weinglas. Und das traf seine Begleitung. Im Ausschnitt. Also doch gewisse Schlagfertigkeit. Und das kam so:

Wir Kinder wurden, aufgrund betriebswirtschaftlicher Vorgaben, weniger von unseren Eltern, als den Grosseltern, erzogen. Und die stammen noch aus dem vorletzten Jahrhundert. Sie wissen was das heisst? Noch Kaiserreich. Pickelhaube. Zucht und Ordnung. Und das nicht zu knapp. Hammer, nicht wahr? Wenn Sie mir frontal ins Gesicht sehen, werden Sie feststellen, das es leicht asymmetrisch ist. Jetzt jedes Gesicht gewisse Symmetriedefizite. Meines noch etwas mehr. Ich behaupte heute noch, dass kommt von der nicht geringen Anzahl Backpfeifen, die ich eingefangen habe. Berechtigte und Unberechtigte. Letztere zugegebenermassen eher weniger ;-) Widerspruch? Paff. Offene Auflehnung? Paff. Geld aus der Trinkgeldkasse geklaut? Ha!!! NICHT Paff. Weil nicht erwischt. Und jetzt verjährt.

Zurück zur Erziehung. Sprechen erst wenn man dran ist. Anständig am Tisch sitzen. Kein Einsatz der Ellbogen. Nie das grösste Stück nehmen. Aufstehen, wenn eine Dame den Tisch verlässt oder an eben diesen tritt (gut, das ist jetzt etwas veraltet) und.....das Restaurant vor der Dame betreten, ihr aus dem Mantel helfen, den Stuhl rücken. Sie höflich fragen ob es beliebt, wenn man die Rechnung übernehme und ihr beim Gehen in den Mantel helfen, sofern Einer vorhanden. Und sehen Sie, in diesem Abschnitt stecken gleich mehrere Stolpersteine die mich, quasi, zu Fall brachten. Und der Schlimmste war der mit dem Mantel. Ich hab mir nix dabei Gedacht. Wirklich nicht. Ich schwör. Es war reiner Reflex. Über Jahre antrainiert und in Fleisch und Blut übergegangen. So auch hier. Ich versuchte meiner Begleitung in den Mantel zu helfen.....hat Sie schon einmal eine Katze wirklich wütend angefaucht, den Buckel gemacht und mit ausgefahrenen Krallen Eine gewischt? Dann wissen Sie, wie es mir erging. Vor Schreck lies ich die Jacke fallen. Und bückte mich. die Begleitung auch, weil, wenn nicht Mantel, dann schon gar nicht bücken. Wenn Zwei sich auf engen Raum bücken, passiert was? Genau. Habe heute noch etwas Kopfweh. Und machte einen Schritt zurück. Auf den Fuss meines Nebenmannes. Und dessen Weinglas....den Rest können Sie sich denken.

Ich hadere heute noch. Weniger wegen Kopfweh oder Rotweinglas. Mehr grundsätzlich, siehe Beginn der Geschichte...




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