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Das Rasthaus, von Bert Hellinger

Jemand wandert durch die Strassen seiner Heimat. Alles scheint ihm vertraut, und ein Gefühl von Sicherheit begleitet ihn - und auch von leichter Trauer. Denn vieles blieb ihm auch verborgen, und immer wieder stiess er an verschlossene Türen. Manchmal hätte er am liebsten alles hinter sich gelassen und wäre fortgegangen, weit weg von hier. Doch irgend etwas hielt ihn fest, als ringe er mit einem Unbekannten und könne sich von ihm nicht lösen, bevor er nicht von ihm gesegnet war. Und so fühlte er sich gefangen zwischen Vorwärts und Rückwärts, zwischen Gehen und Beiben.
Er kommt in einen Park an einem See, setzt sich auf eine Bank, lehnt sich zurück, atmet tief und schliesst die Augen. Er lässt es sein, das lange Kämpfen, verlässt sich auf die innerliche Kraft, spürt, wie er ruhig wird und nachgibt, wie ein Schiff im Wind, im Einklang mit der Vielfalt, dem weiten Raum, der langen Zeit.
Er sieht sich wie ein offenes Haus. Wer hinein will, darf auch kommen, und wer kommt, der bringt etwas, bleibt ein wenig - und geht. So ist in diesem Haus ein ständiges Kommen, Bringen, Bleiben - und Gehen. Wer als Neuer kommt und Neues bringt, wird alt, indem er bleibt, und es kommt die Zeit, da wird er gehen.
Es kommen in das offene Haus auch viele Unbekannte, die lang vergessen oder ausgeschlossen waren. Auch sie bringen etwas, bleiben ein wenig - und gehen. Auch die schlimmen Gesellen, denen wir am liebsten die Türe weisen würden, kommen, und auch sie bringen etwas, fügen sich ein, bleiben ein wenig - und gehen. Wer es auch sei, der kommt, er trifft auf andere, die vor ihm kamen und die nach ihm kommen. Da es viele sind, muss jeder teilen. Wer seinen Platz hat, hat auch seine Grenze. Wer etwas will, muss sich auch fügen. Wer gekommen ist, der darf sich auch entfalten, solange er noch bleibt. Er kam, weil andere gingen, und er wird gehen, wenn andere kommen. So bleibt in diesem Haus genügend Zeit und Platz für alle.
Wie die Person so dasitzt, fühlt sie sich wohl in ihrem Haus, weiss sich vertraut mit allen, die kamen und kommen, brachten und bringen, blieben und bleiben, gingen und gehen. Ihr ist, als sei was vorher unvollendet war nun ganz, spürt, wie ein Kampf zu Ende geht und Abschied möglich wird. Ein wenig wartet sie noch auf die rechte Zeit. Dann öffnet sie die Augen, blickt sich noch einmal um, steht auf - und geht.




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Wasser bis zum Hals

Eigentlich, eigentlich habe ich kein Problem mit Alkohol. Wirklich nicht. Ich schwör. Auch nicht ohne, ihr Scherzkekse. Gelegentlich mal ein Glas Rotwein. Hie und da. Auch mal einen Grappa nach dem Essen. Und wenn ich dann mal in eine Bar gehe, dann auch einen Drink. Oder zwei. oder drei. Nicht mehr. Mich hat noch niemand nach Hause tragen müssen. Rollen schon. Aber tragen? Nein. Da kenne ich andere. Ohne jetzt hier Namen zu nennen.
Ich bin auch eher, wenn, dann der Typ stiller Trinker. Weil. In einer Beiz aufgewachsen. Und zuviel erlebt, was zuviel Alkohol aus Menschen machen kann. Insbesondere auf der verbalen Ebene. Würde auch. Je mehr Alkohol, desto weniger. Das ist wie bei Professor Otto. Je schiefer das Brett, desto schneller das "Zisch" und umso lauter der Bums. Oder so. Wobei die meisten mit zuviel, dann ja kein Bums mehr. Auch wenn sie gerne würden.
Nur ganz selten, wenn wirklich alle Umstände zusammen kommen. Dann, dann kann es auch mir passieren. Dass meine Stern…

Lange Rede kurzer Sinn

Schnell. Geduld? Keine. Also die wenigsten. Am liebsten schon gestern. Oder noch früher. Dass wertvollste, was man also schenken kann? Zeit. Und ein Ohr. Oder zwei. Leihweise. Nicht so van Gogh mässig. Der hat sein Ohr ja auch abgegeben. Quasi. Nein. Wirklich nur leihweise. Hin- oder zuhören. Ist wirklich wertvoll. Auf beide Seiten. Ich versuche zuzuhören, bin aber auch ganz dankbar. Wenn mir mal jemand zuhört. So wie sie es tun. Die Leser dieser Geschichten. Sie schenken mir auch. Immer wieder. Ihre Aufmerksamkeit. Das ist für mich Lohn und Ansporn. Ich, wir, bessere Hälfte und ich. Wir versuche daher auch ab und zu etwas zurückzugeben. Das nächste Mal am 23. Mai. Details später. Nur damit sie schon einmal vorgewarnt sind. Zurück zum Thema. Zeit schenken. Weil, auch ich. Habe auch so eine Unart. Oder Tic. Also nicht, dass sie jetzt Angst haben müssen. Von wegen Tourette oder so. Wobei Angst etwas weit gegriffen. Einer meiner Schulfreunde hatte einen. War ganz lustig damals. Für uns. …

Berührungsängste

Es ist wegen meiner Jungmannschaft. Also wegen meiner Kinder. Weil, die kommen immer wieder mal. Mit so Hinweisen. Man könne jetzt zum Beispiel im Internet iPhones gewinnen. Ganz einfach. Oder da gäbe es so Gewinnspiele. Wenn man CHF 10.- einzahle, dann könne man für CHF 50.- gamen. Also früher. Als sie ihr erstes iPhone bekamen. Bezahlt! Nicht gewonnen! Mittlerweile sind sie auf- und abgeklärter. Darin, nicht alles zu glauben, was man im Internet so liest. Oder in Zeitungen. Eher gesunder Menschenverstand. Und dann selber beurteilen. Kann das wahr sein? Oder nicht? Und wenn ja, wie viel davon? Gibt es eine zweite Seite? Die gibt es nämlich immer. Mitunter schauen Geschichten dann ganz anders aus, wenn man die eine Seite gelesen hat und die andere Seite dann dazu um Auskunft bittet. Was wollte der Schreiber damit zum Ausdruck bringen? Will er nämlich immer. Ich schwör. Was zum Ausdruck bringen. Nur ist es manchmal erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Oder dem dritten. Wie letztens…