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Einer flog übers Kuckucksnest

Nicht das sie denken der falsche Reissverschluss hat uns in den Wahnsinn getrieben. Also nicht ganz. Nur fast. Auf jedenfall Ruedi. Er sieht das natürlich anders. Er trinkt im Tram aber auch Weizenbier aus Büchsen und lässt sich durch die Gegend kutschieren. Also seine Ansichten eher, nun ja, Dings halt.

Also eigentlich war es auch nicht Ruedi, sondern der Tramchauffeur. Den hat es getrieben. In den Wahnsinn. Warum? Stellen sie sich mal vor, direkt hinter ihrem Führerstand sitzt Einer, säuft Bier und Kommentiert jede, aber auch wirklich jede Durchsage. Egal ob solche von der Leitstelle oder die, die darüber Auskunft gibt, wo man sich gerade befindet. Also Örtlich. Nicht, in welchem Zustand. Wobei das auch mal eine Idee....aber lassen wir das. Und das Schlimmste? Der Jemand hat auch noch eine gültige Monatskarte. Da haben Sie, als Tramchauffeur auch Eine. Karte. Die Arschkarte.

Übrigens. Kommt mir gerade in den Sinn und hat ein wenig mit der Geschichte hier zu tun. Es kommt vor, dass die Durchsage der Ortsangaben nicht ganz mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Wie so vieles im Leben gefühlsmässig nicht ganz mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Also die Ansage lautet dann z.B. Kappfsteig, der Bus ist aber schon Waserstrasse. Also drei Haltestellen weiter. Es kommt öfters mal vor. Und sorgt für die Art Chaos, die mich immer zum Schmunzeln bringt. Weil, diese Kampfpendler, die immer und jeden Tag genau um die gleiche Zeit die gleiche Strecke fahren,die wirft es aus der Bahn. Also der inneren. Nicht dem Bus oder Tram.

Der Kampfpendler steigt nämlich ein, setzt sich, so er einen Platz und nicht nur einen, sondern seinen persönlichen Stammplatz, findet und verfällt in eine Art, hm, Starre. Geistig weggetreten. Irgendwo im Nirwana. Nur ein Fitzelchen seiner Wahrnehmung weiss im Unterbewusstsein die Reihenfolge der Haltestellen. Und zählt mit, um kurz vor dem Ziel den Aussteigmodus zu aktivieren und ihn aus dem Ruhezustand zu wecken. Jetzt stimmt auf einmal jahrelange Übung/Erfahrung nicht mit Wirklichkeit überein. Fazit. Chaos. Innerliches. Und etsprechendes handeln. Also erst handeln und dann überlegen. Dann, wenn sie draussen im Regen an der falschen Haltestelle wieder zur Besinnung kommen.

Ich habe mich verloren. Wo war ich? Ach ja, Wahnsinn. Wir leben in einer zivilisierten Welt. Hier gibt es Institutionen, die einem helfen, wenn man eine Auszeit sucht. Oder anderweitig heimgesucht wird. In eine solche ist der Chauffeur entschwunden. Ruedi und ich haben ihn besucht. Er war etwas geknickt. Da meint Ruedi zu ihm "keine Bange, auch für Dich lässt Rapunzel wieder mal den Zopf herunter, weisch"? Hä? Harharhar... Der Chauffeur erwiderte darauf hin, dass er eher die Befürchtung habe, ihm werde jetzt dann was anderes heruntergelassen. Seine Hose. Von einem der Mitinsassen, nämlich.

Der Ratschlag von Ruedi: Mach´s wie der Indianer, weisch? Geilä Siach! Im Film, weisch? Einer flog übers Kuckkucksnest. Schmeiss das Waschbecken durch´s Fenster, such Dir Tram und Bier und dreh ein paar Runden, hä, weisch?!


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