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Bit no Bit

Früher, Früher war alles besser. Hört man. Man wurde zwar weniger Alt als heute, die Armut grösser und die Kriege heftiger, weil mehr auf Masse und weniger Präzision. Die Menschheit hatte auch nicht so viele Möglichkeiten. Sich zu entfalten. Zu Reisen, und und und.... Aber eben. Alles besser.

Heute? Heute geht Alles übers Internet. Alles ein bisschen virtuell. Das ganze Leben. Geht zu Lasten ganz vieler Dinge. Der Ehre, der Loyalität, des Anstands überhaupt. Aber, Hauptsache Wlan. Es gibt scheinbar Leute, die suchen sich ihre Cafes nicht nach Angebot und Publikum und Interiör aus, nein, es zählt der Internetzugang. Da hocken dann alle vor ihren Geräten und wundern sich, dass das pralle Leben sie öde anschnödet.

Aber macht ja nix, weil Dings. Sprich virtuelles Leben in virtuellen Welten. Dort kann man mittlerweile auch virtuell bezahlen. Mit Bitcoins. Nie gehört? Haben sie eigentlich keinen PC, oder, noch schlimmer, kein Internet? Doch? Dann gehen sie mal weniger auf Youporn, sondern bilden sie sich.

Also ich auf jedenfall Internet. Weil interessiert an den Formen der digitalen Kommunikation. Allen. Jetzt natürlich auch Bitcoin. Und da kam mir gerade recht, dass man letztens in Zürich anbot, sich an einem Bancomaten Bitcoins zu kaufen. Virtuell. Also fast. Nämlich nur zur Hälfte. Sie gaben echte physische Euros und bekamen? Nix. Aber von Anfang an. Dazu muss man wissen, Schweizer sind, was Geld angeht, gewissen Stereotypen ausgeliefert. Und Bancomat = Geld = Stereotyp = hat auszusehen wie ein Panzerschrank. Punkt. Jetzt gibt es im Sommer in Zürich immer ein Kino am See. Und damit die Leute die exorbitanten Preise zahlen können, auch gleich einen Bancomaten vor Ort. Und der steht zu diesem Zweck in einem Lieferwagen. Es soll ja immer noch Räuber geben, de versuchen mit brachialer Gewalt einen Bancomaten aus einer Mauer zu brechen. Es ginge auch einfacher. Aber ich will ja nicht anstiften. Ich wollte nur sagen, Bancomat im Auto? Stereotype, Skepsis. Grosse.

Zurück zu den Bitcoins. Weil auch da, mobiler Bancomat. In etwa so gross wie ein mittlerer Turnbeutel meines Juniors. In dem sich seit drei Wochen die Pausenbrote sammeln. Stand da an seinem Platz. Auf einem kleinen Tischchen. Dahinter ein Mensch. In der Hand einen Hamburger. Vertrauen leicht angeknackst. Aber Hang zum Fatalismus. Sprich, her mit den Euros und rein damit in die Maschine. Die übrigens auf Tschechisch angeschrieben war. Auch die Menuführung. Tschechisch. Jetzt ja nichts gesagt  gegen Tschechen oder irgendwelchen anderen Etnien. Sicher alles brave Leute. Nur. Ich fühlte mich in ungefähr so, wie wenn ich einem Bankräuber hinterher renne und ihm mein Geld persönlich anbiete.

Aber, sie werden es nicht glauben. Es hat sich was getan. Jetzt tatsächlich stolzer Besitzer eines Bitcoin-Accounts. Mit Guthaben. Virtuell. In Zukunft benutze ich vielleicht auch mobile Bancomaten.


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Wasser bis zum Hals

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Lange Rede kurzer Sinn

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Berührungsängste

Es ist wegen meiner Jungmannschaft. Also wegen meiner Kinder. Weil, die kommen immer wieder mal. Mit so Hinweisen. Man könne jetzt zum Beispiel im Internet iPhones gewinnen. Ganz einfach. Oder da gäbe es so Gewinnspiele. Wenn man CHF 10.- einzahle, dann könne man für CHF 50.- gamen. Also früher. Als sie ihr erstes iPhone bekamen. Bezahlt! Nicht gewonnen! Mittlerweile sind sie auf- und abgeklärter. Darin, nicht alles zu glauben, was man im Internet so liest. Oder in Zeitungen. Eher gesunder Menschenverstand. Und dann selber beurteilen. Kann das wahr sein? Oder nicht? Und wenn ja, wie viel davon? Gibt es eine zweite Seite? Die gibt es nämlich immer. Mitunter schauen Geschichten dann ganz anders aus, wenn man die eine Seite gelesen hat und die andere Seite dann dazu um Auskunft bittet. Was wollte der Schreiber damit zum Ausdruck bringen? Will er nämlich immer. Ich schwör. Was zum Ausdruck bringen. Nur ist es manchmal erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Oder dem dritten. Wie letztens…