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A wie Abschied oder was bleibt?

Wie heisst es im Leben so oft? Das Beste kommt zuletzt. Nun ja. Nicht immer. Manchmal kommt es auch zu Beginn. Des neuen Jahres zum Beispiel. Das hat, trotz grundsätzlicher Misere, die sich dahinter verbirgt, einen nicht zu unterschätzenden Vorteil:

Es. Kann. Nur. Besser. Werden.

Aber vermutlich, wie im richtigen Leben, wird vor der verdienten Wetterbesserung, noch so richtig nachgetreten. Zwei, oder auch dreimal. Dann aber soll man, bitte schön, wieder aufstehen. Weil nicht das Liegen bleiben ist verwerflich, sondern das man sich mit dem Gedanken trägt, Ach, ich lieg hier so gut, da bleib ich doch lieber noch ein bisschen am Boden.

Nur. Sind sie schon einmal aufgestanden? Mit einem Elefanten auf jeder Schulter? Sehen sie, sie ahnen von was ich rede. Aber interessant. Alles ein bisschen Dings. Unten. Perspektive und so. Eröffnet einem komplett neue An- und Einsichten. Habe ich gehört. Vom Hörensagen. Gestern. Im Tram. Auf dem Sitz hinter mir, von, nennen wir ihn, Ruedi.

Ruedi wurde nach 16 Jahren und zwei oder drei Kindern, so genau weiss man das nicht, vor vollendete Tatsachen gestellt. Es sei jetzt Zeit für einen Neuanfang. Für ihn. Von seiner zukünftigen Ex. Nachdem man eine Woche zuvor noch von gemeinsamen Alt werden gesprochen hat. Jetzt wird er halt alleine Alt. Und dreht erstmal ein paar Runden. Im Tram. An der Wärme. Und, nicht das sie es nicht glauben, nur Nachteil. Weil an jeder Endhaltestelle ein Depot. In Form eines Kiosks. Und dazwischen genug Zeit, um die Leute mit seiner Geschichte zu unterhalten. Aber nicht das Du denkst, Weihnachten. Nein, er hat seinen innren Rhythmus gefunden. Just an der vorletzten Haltestelle: Häsch mer än Stutz. Für Sprit. Damit ich auch den Anderen noch meine Geschichte erzählen kann.

Was soll ich sagen. Ich hab mich dazugesetzt und mit ihm zwei oder drei Runden gedreht. Und das Eine oder andere Bier mit ihm gezwitschert. Danach zog ich meines Weges. Er dreht vielleicht immer noch seine Runden. 

Ein Abschied also. Was bleibt? Nicht viel. 3 Koffer, um genau zu sein. Und ein Sack Erinnerungen, die man, momentan zumindest, lieber los wäre. Und der Versuch, unten, am Boden, mit den zwei Elefanten auf dem Rücken, sie erinnern sich, so etwas wie Würde und Haltung zu zeigen.

Beim Aussteigen eine Glücksmünze gefunden. Kam angerollt und landete direkt vor den Füssen. Bezeichnenderweise ein Cent. Kein Rappen. Wir werden sehen. Ruedi sah´s positiv. Gesesch? s´Läba figgd di, aber mängmol häsch Glück.


Grüssen sie ihn von mir, sollten sie ihn treffen. Irgendwo im Tram oder sonstwo auf dieser Welt.

Alles Gute, Ruedi

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