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Verkehr im öffentlichen Raum und andere Schweinereien

Ha! Ausgetrickst! Mir ist nämlich aufgefallen, je zweideutiger der Titel, desto mehr klicken drauf. Aber keine Angst, sie werden auf ihre Kosten kommen. So oder so. Und nein, diesmal schwör ich nicht.


Im öffentlichen Raum wird ja so einiges transportiert. Sinnvolles und sinnloses, skurriles und seltsames. Zu sinnloserem gehören die ganzen Pendler, doch davon in einem anderen Post. Auf das Thema komme ich eigentlich aus drei ganz speziellen Gründen, die einzeln betrachtet so gar nichts miteinander zu tun haben, aber im gesamten auf einmal Sinn ergeben. Wobei, über Letzteres können wir später noch einmal diskutieren. Die drei sind: Geschlossene WC-Türen, verschwundene Abfalleimer und das sogenannte „Hirschgeweih“, welches so manchen verlängerten weiblichen Rücken ziert. Also:

Letzthin war ich ganz im äussersten Norden der Schweiz unterwegs. Von der Zeit her ganz passable im Rahmen, also eher Geher als Renner. Sie erinnern sich. Was ich in meiner Planung nicht beachtet habe, ist, dass auf dem Land die Uhren anders ticken, sprich ÖV nur alle Naselang verkehrt. Somit also doch etwas unter Zeitdruck. Was dazu führte, dass ich dem Druck auf meine Blase nur wenig Beachtung schenken konnte. Dies rächte sich im späteren Verlauf bitterlich. Also hin in den Norden, einige Zeit verbracht, mehr gelaufen, als gefahren und nach 2 Stunden wieder zurück am nördlichen Bahnhof. Wo ich eigentlich dringend besagtes Örtchen aufsuchen wollte. Auf dem Weg dahin aber Feststellung durch Blick auf Tafel: Zug fährt in 30 Sekunden….oder 3 Stunden. Also hurtig im Galopp die Treppe hoch, eine Solche aus Stein, daher keine Steher…wobei, Einen hatte es doch. Ganz unten. Den obligaten Norm-Pan-Flötist. Mit einem Verstärker und dem üblichen zu dieser Jahreszeit öfters als mir lieb ist vorkommenden Weihnachtslieder-Repertoire in D-Moll, oder so… Also kurzer Schlenker nach links und gerade noch in den Zug gehechtet, der sich schon in Bewegung setzte. Letzteres tat ich auch, auf der Suche nach der Türe mit den beiden Buchstaben. Was ich nicht wusste, sehr bald aber an quasi eigener Blase erleben durfte, die SBB beschränkt sich in einigen Züger darauf den Service Public auf prophylaktisch verschlossene WC-Türen zu beschränken. Wie bei so manchen Leutchen, insbesondere älteren Semesters, die zwar ein Wohnzimmer haben, peinlichst sauber und aufgeräumt, aber nur für und von Besuch betreten werden durfte. Den Rest der Zeit über hat sich die Familie in der Küche oder im Keller zu tummeln und ja nichts zu verschmutzen. Einige von ihnen kennen das, ich bin sicher.

Erfahrene Eltern die sich mit ihren Kindern auf eine Reise begeben haben für solche Fälle eine leere PET-Flasche dabei. Nur war ich ohne Kinder unterwegs. Und somit ohne Flasche. Und in einer absolut kritischen Notlage. Und der Zug ohne Halt bis zum HB Zürich 50 laaaaaaaaaaange Minuten lang unterwegs. Notlage, Notausdruck! 

Und damit kommen wir zu den fehlenden Abfalleimern! Keine Bange. Vornweg genommen, ich habe es nicht getan. Weil ich nicht konnte. Nicht weil mir jemand dabei zusah. Weil Männer können dann nicht. Aus Prinzip. Die Psyche, sie verstehen. Ich konnte nicht, weil es keine mehr gibt. Also es gibt schon noch welche, aber nicht oder kaum mehr im ÖV. Aber glauben Sie mir, wenn es einen gehabt hätte, ich wüsste nicht ob ich nicht doch……aus Not. Und aus Protest.

Damit haben wir zwei der  Gründe unter Dach und Fach. Woher jetzt noch der Bezug zum Hirschgeweih? Ende des Zuges traf ich dann auf eine Kondukteurin. Die mir aber partout keine Türe öffnen wollte oder konnte. Auch nicht auf mein Flehen und mein Drohen und Notlage hin. Mir blieb nichts anderes als still an einem Ort zu stehen und Ohmmmmmmm…... 

In Zürich angekommen musste dann nicht nur ich, der Ohnmacht nahe, nein auch noch eine ältere Dame. Also aus dem Zug. Zuerst. Unbedingt. Und vor mir. Mit einem grossen Koffer, und den half dann die Kondukteurin aus dem Zug zu hieven. Jetzt Frauen, nicht zuerst aussteigen und dann bequemer den Koffer raus heben. Nein, wie ein Kran von innen den Koffer aus dem Zug auf den Bahnsteig wuchten…und sich dabei weit nach vorne beugen müssen, ganz weit….und ich stand direkt dahinter und sah Dinge…….unter anderem ein Hirschgeweih. 

Ich musste auf einmal gar nicht mehr so dringend! Macht das Sinn?

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