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Ich bin auch ein Mann

Wie man als einzige Frau in einer von Männern dominierten Familie seinen Mann steht. 

Es fängt in der Wohnumgebung an. In einer Männerfamilie dominieren die Farbe blaue, rot, grün und gelb. Orange ist auch akzeptiert. Pink findet man bei uns nicht oder nicht direkt. Man(n) muss es suchen (und ja nicht finden oder berühren). Wer was pinkiges findet sucht lange. Ein Shirt, ein Lippenstift, 3 unbenutzte Farbstifte im Kinderzimmer und das war’s… Damen Schmuck? Ein paar Mitbringsel aus der Zeit vor der Familiengründung, also Raritäten. Man pflegt den eigenen Kleiderschrank, das Tablar im Badeschrank. Das Zuhause, im Allgemeinen wird auch Mitgliederspezifisch und in erster Linie Männerfreundlich eingerichtet. Was von Frau irgendwo hingestellt wird, wird grundsätzlich kritisiert, analysiert und bewertet. Nicht nur zu Hause auch draussen in der Gesellschaft.

© Foto Cristina Cadau

Wikingergeschichten, Saurierbücher oder alles was ich über Flugzeuge wissen muss, findet man im Kinderzimmer, WC, inzwischen in allen Zimmern. Nägel, Schrauben, Schmirgelpapier, Steine alte Metallteile könnte man ja noch brauchen um ein UFO zu bauen. Wir leben in einer Werkstatt. Ich fühle mich pudelwohl, das ist ganz klar. Als Jugendliche war mein Wunsch, eine eigene Garage zu haben und einen alten Jaguar aufzupolieren. Realität war dann ein VW-Käfer der nach meinem Eingriff zum Traktor mutierte… Ein Versuch war’s wert und im Nachhinein bin ich froh, war‘s kein Jaguar. Weibliche Wesen in einer Autowerkstatt. Damals. NO GO. Zum Ausfahren hatten sie alle Platz. Auf dem Beifahrersitz versteht sich. Schade eigentlich. Zurück zum Kinderzimmer. Nino hiess die einzige Puppe (ein Junge). Besucherinnen bewunderten diese Puppe. Sie wechselten die Windeln ununterbrochen. Einmal ausgeliehen und Nino tauchte nie wieder auf… verschluckt, verschwunden, weg. In Gedanken bei Nino, du fehlst uns noch immer.

© Foto Cristina Cadau

Bei den Freizeitaktivitäten stehen Fischen, Fussballspielen, Ballspiele allgemein sowie Räuber & Poli im Vordergrund. Wir verbringen die Zeit im Wald beim Bach oder einfach draussen in der Natur. Nicht nur den Schuhen sieht man das an. Waschen wird hier zum Dauerzustand. Auch die allgemeine Reinigung. Widerstand inbegriffen. Das beste Training für, Durchsetzungskraft, Geduld und Ausdauer. Zu Gast sind bei uns vorwiegend Jungs. Es wird gekämpft, Auge um Auge, Zahn um Zahn. Sie lieben es zu kämpfen. Aus Lego oder Ästen bauen sie Waffen, die sie gegen Diebe und Aliens einsetzen können. Sie bauen Häuser aus Kissen und Tücher, verschanzen sich dann den ganzen Tag. Verstärkung holen sie sich durch ein Piratenessen. Ich liebe meine Jungs, vom Kleinsten bis zum Grössten!!! Lesen, Stricken und Singen finden sie auch ganz ok. „Mami haben“ beim Einschlafen gehört natürlich auch dazu.

© Foto Cristina Cadau

In den Ferien hat man Zeit in Gedanken abzuschweifen. Man könnte mal die Nägel streichen oder einen Shoppingday einlegen. Das erstere habe ich sogleich umgesetzt. Wääää s’Mami hät pinki Nägel!!! Passend zum Surfkurs war es nicht wirklich. Bei einer Vermisstmeldung wäre die Nagellackierung ein wichtiger Hinweis zu meiner Person gewesen.

© Foto Alexander Villiger

Ein Blick ins Schaufenster und die Jungmannschaft überkommt PANIK! Wenn ich es dann schaffe in Begleitung der Männer in einen Laden zu kommen, dann ist es bei MARTIN!!! Martin, aller liebster Nachbar, an dieser Stelle DANKE, DANKE, DANKE. Für alle die bis 23 Uhr einkaufen möchten - SECHS:NEUN in Zürich - zwischendurch auch mit Apéro.  


© Foto Cristina Cadau

Gelegentlich schafft man es mit den Freundinnen zusammen zu sein. Unter Frauen. Wie erholsam. Belebend. Bereichernd. Freue mich immer wieder mit euch zusammen zu sein. Im 2014 werde ich mindestens einen Frauenabend organisieren noch lieber ein Weekend mit Euch. Versprochen! Wie bei den letzten, werden wir uns auf Lebzeiten an diese Abende erinnern.

Melde mich im Januar zurück mit Plan A wie Anfang - Aktiv – Abmachung – Abschluss. Bis bald und einen gelungenen Start ins neue Jahr!



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