Es gibt so Tage

Es gibt so Tage, da klingelt Morgens der Wecker und noch ehe man die Augen aufschlägt weiss man....das kommt nicht gut heute. Nicht das ich Abergläubisch wäre, aber dann einer schwarzen Katze aus dem zu Weg gehen und dreimal über die linke Schulter spucken, kann nicht schaden. So rein aus Vorsicht. Weil, Abergläubisch bin ich überhaupt nicht. Niemals.

Gestern war wieder so ein Tag. Dazu muss man wissen. Montags bin ich verantwortlich. Für Alles. Und das die Kinder voll- und anständig auf den Tag vorbereitet, aus dem Haus kommen.


Also Frühstück gemacht, Milch auf den Herd und Kinder aufgescheucht. Beim Kleineren ging es etwas länger....von wegen herzen und drücken und so...zu lange. Nicht für mich und schon gar nicht für den Kleinen.....aber für die Milch. Die entschloss sich, aus Protest ob der mangelnden Beachtung, überzulaufen. Zwar nicht zum Feind, aber dafür umso heftiger. Der Rauch, der danach durch die Wohnung waberte, führte dazu, dass es gestern etwas später wurde als gewöhnlich. Dennoch alle Mannen einigermassen zur Zeit aus dem Haus gekommen. 



Aufgrund der Vorkommnisse den 08:00 ab Zürich um geschätzte 21 Sekunden verpasst. Egal. 08:30 geht der Nächste. Erst noch besser, weil nicht so voll, der Gedanke. Pustekuchen. Schon bei Ankunft in Zürich blankes Chaos im Speisewagen. Und, Sie erinnern sich? ICH ZIEHE SIE AN!! Der ganze Zug, bestehend aus 8 Waggons plus Restaurant will, gefühlte, ausgerechnet an der Tür aussteigen an der ein paar Versprengte und ICH zum Einsteigen uns platziert haben. Was dazu führt, dass sich, als wir endlich dazu kommen, der Speisewagen schon von der anderen Seite her zu füllen beginnt. Von einer Reisegruppe aus weiss nicht wo, angeführt von einem wütendem Stier (roter Kopf, verdrehte Augen und durch die Nase schnaubend). Gereizt von irgendwas, vermutlich auch aufgewacht und sofort gewusst, das geht schief heute. Getrieben vom schieren und unbändigen Willen alle Plätze für seine Truppe zu annektieren. Nun, was zu weit geht, geht zu weit. Kampflos wollten wir, das Häuflein Versprengter hinter mir und ich, uns nicht geschlagen geben. Also Kopf runter, Schultern breit.....und......ich erspar Ihnen die Bilder, aber, wir konnten zwei Reihen gut machen, ehe wir auf massivsten Widerstand stiessen. Gerade noch habe ich selber einen der letzten freien Plätze an einem dieser unmöglichen 2er Tischchen bekommen, ehe eine Woge von Leibern über den Speisewagen zusammenschlägt. Die Sorte von Tischchen, einige wissen vielleicht von was ich rede, bei denen Tisch und Stuhl fest im Boden verankert sind. Wohl entwickelt für Magersüchtige. Oder potentiell Renitente, oder Beides. Aber sicher nicht für mich. Kaum in die quasi Schraubzwinge gequetscht, den Kellner gesehen..... und gewusst... Der. Packt. Das. Nicht. Der nicht. Organisatorisch nicht und wohl auch sonst nicht. Niemals. Komplett überfordert. .....Was soll ich sagen: Das dreckige Geschirr der vorherigen Gäste blieb bis zur Ankunft in Basel unbeachtet auf dem Tisch. Keinen Zug-Kaffee....Laune schlecht.


Am Zielort an- aber nicht schnell genug hochgekommen. Macht nichts. Sitzen bleiben und die Stampede der Reisegruppe abwarten. Gesagt, getan und Fehler! Ich bin ja ein relativ geduldiger Mensch. Aber einige Damen und Herren freundlichst darauf hingewiesen, dass es vielleicht und unter Umständen taktisch klüger wäre, den Rucksack erst DRAUSSEN vor dem Zug zu schultern anstatt anderen Gästen erst noch zweimal ins Gesicht zu klatschen. Interessant dabei, das man bei den jungen, superschlanken, mit ihren Minisäckchen auf dem Rücken, die elfengleich durch die Gänge huschen, auf sofortiges Verständnis stösst, nicht aber bei den eher mittleren Alters, die eh schon mit, nun, drücken wir es mal so aus, Überbreite gesegnet sind. Ich war nahe dran von einer Meute entrüsteter Mittelalterlichen, bewaffnet mit Rollkoffern, absichtlich überfahren zu werden.


Es kann nur besser werden....

Beliebte Posts aus diesem Blog

Fleischwolf

Wenn einer eine Reise tut

Die Nummer Eins