Der Blender, oder Mensch ist Mensch

Es ist eine der schönen Seiten an unserem Beruf, dass man mit unterschiedlichsten Menschen und Kulturen in Berührung kommt. Und verstehen Sie jetzt das Wort "Berührung" bitte nicht falsch. Man sagt den Sales diesbezüglich ja so Einiges nach und das ist natürlich bei weitem nicht so und ein absolut haltloses Gerücht oder zumindest masslos übertrieben. Wirklich! Ich schwör. Vielleicht nicht gerade bei meinen Kindern. Sicher aber bei meiner, hm, Urgrossmutter, hab sie selig? Weil, auch in diesem Beruf haben sich die Zeiten geändert. Alles ist transparenter, schneller, hektischer, Ergebnis- und Zielorientierter geworden. Früher soll dies ja ein wenig anders gewesen sein. Hab ich gehört. Von einem entfernten Bekannten, sehr entfernt, der das scheinbar auch nur von einer noch entfernteren Quelle.....nun ja, lassen wir das. Wo war ich?

Genau. Die schönen Seiten. Insbesondere in dieser Zeit. Für ein paar Tage wird jetzt nämlich der Verkaufs-Alltag ausgeblendet und die Beziehungspflege rückt mehr in den Vordergrund. Man trifft sich auf neutralem Boden und zeigt seine Wertschätzung. Oft in Form eines Mittag- oder Abendessens. Zu diesem Zweck trifft man sich dann an diversen Orten unterschiedlichster Präferenz. Auch ich habe einen bevorzugten Ort. In der Stadt meiner Liebe. Die, die mich kennen, wissen wo. Die Meisten zumindest. Einen, über den es eigentlich wert ist, einen separaten Post zu schreiben. Nur schon wegen der Weihnachtsdekoration. Die blendet. Und ist etwas, sagen wir psychedelisch. Man könnte also durchaus sagen das ist ein Blender. Aber sehen sie selbst.



Zu gegebener Zeit werde ich das auch tun. Weil Teil der Lebensgeschichte seit knapp 30 Jahren. Also Holger, pass auf ;-)

Also man trifft sich. So auch unlängst. Sales untereinander. Zwecks Beziehungspflege, Austausch von Erlebt- und Aufnahme von Essbarem. Wie Aussenstehende vielleicht nicht wissen... Es ist unter Sales ein wenig wie unter Fischern oder Jägern. Je länger der Anlass/Abend/Mittag, desto grösser der Fisch. Oder das Wild. Plus die Geschichte rundherum. Also sprichwörtlich aus einer Mücke einen Elefanten, quasi. Ein bisschen ist es wie zu Zeiten, als die Menschen das Feuer entdeckten. Also nicht das gleich auf Tische gesprungen und der Brustkorb behämmert......wobei, waren Sie schon einmal am Oktoberfest? Abends? Auf dem Bauschänzli? Na, dann können Sie sich ja vorstellen, von was ich spreche. Nein, ganz so derartig ist es nicht. Man hat Stil. Und man markiert halt ein wenig sein Revier. Und poliert sein Image. Also verbal. Weil die dicke Edelkarosse kann man schlecht mit an den Tisch nehmen. Und wie damals, im Kreis um das Feuer, tut sich der am weitesten hervor, der die beste Geschichte auf Lager hat. Das muss so sein. Unter Männern. Und nur so kann ich mir auch erklären, wie auf einmal die Bemerkung im Raum stand, es soll Menschen geben, die zur Bewältigung ihres Stresses hin und wieder eine Nase voll nehmen. Einen kurzen Moment herrschte betretenes Schweigen...oder war es ein wissendes? Ist nicht so wichtig. Aber es erklärt das allgemeine Zusammenzucken als just in dem Moment der Ober mit einer Plastikbox in der Hand zu uns an den Tisch kam und den Deckel abnahm mit den Worten:

"...so und hier auch für Euch noch schnell für jeden eine Nase voll!“

Ich muss sagen, dieser Trüffel war eine Sünde wert.



Beliebte Posts aus diesem Blog

Fleischwolf

Wenn einer eine Reise tut

Die Nummer Eins