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Männerthemen

Sie kennen das. Irgendwo auf der Welt im letzten Kracher, hinter den sieben Bergen bei den Zwergen, treffen sich in einer versifften, staubigen Bar unter lauter finstren Typen Zwei die, wenn Sie ins Gespräch kommen, spätestens nach 38 Sekunden beim verbindenden Thema Militärdienst landen. Welcher Nationalität gehören die Beiden an? Richtig! Schweizer.

Damit will ich Lesern dieser Geschichte, die nicht warm sind mit Schweizer Gepflogenheiten, nur auf den zentralen und verbindenden Aspekt im Leben eines fast jeden, mittlerweile sogar schon weiblichen (!) Schweizers, zumindest in meiner Altersklasse, hinweisen. Heutzutage mag das etwas anderst sein, man macht ja auch nicht wirklich mehr Militär sondern mehr ein wischiwaschi Wellnesscamp. Zu unseren Zeiten...... aber lassen wir das. Ich will auch nicht drauf hinweisen, dass man, egal wohin man reist auf dieser Welt, garantiert auf einen Vertreter unserer Nationalität trifft. Was mich immer wieder in bahres Erstaunen versetzt, zumal wir scheinbar ja nur knapp 7 Millionen sind.....und die meisten davon heute Morgen im Tram, so mein Gefühl.

Hinlänglich bekannt dürfte auch sein, dass der Schweizer Wehrmann seine Effekten mehr oder weniger geordnet zuhause aufbewahrt. Bis vor einiger Zeit auch den Schiessprügel, inkl. Munition. Nachdem aber immer mehr dazu übergingen auch im Privaten zur Regelung ihrer Differenzen von der Waffe gebrauch zu machen, entschied sich die oberste Heeresleitung teile derer einzuziehen. Also der Waffen, nicht der Psychopaten. Inkl. der Munition. Mehr oder weniger professionell. Aber auch dies ein anderes Thema.

Nun kommt also in jedem Leben eines Wehrmannes der Moment, in dem er nicht nur von seiner Frau, sondern auch von Staatswegen als zu Alt empfunden wird. Was im ersten Fall höchstens zu einem häuslichen Verweis führt, endet im Zweiten wesentlich dramatischer. Nämlich in Form eines brieflichen Befehls, doch bitte seinen in den Jahren über mehrere Haushalte und Kindeskinder verteilten Kram gefälligst Reglementskonform in geordneter Art und Weise und zudem bitte vollständigst mit sich selber als Person auf einem Sammelplatz zwecks Deponierung einzufinden. So sieht man dann mancherorts im Morgengrauen seltsame Gestalten in meist viel zu engen Kleidern auf viel zu grossen Plätzen sich gegenseitig auf die Füsse stehen.

Ab einem gewissen Rang bleiben einem solche Peinlichkeiten erspart und man hat die Ehre, sich persönlich selbst, aber alleine, in einem Zeughaus seiner Wahl einzufinden. So auch ich. Ich verschone Sie mit der Geschichte des häuslichen Dramas, bis ich alle auf der Liste gelisteten Gegenstände aus irgendwelchen Nachbarskellern unter Tonnen von weissnichtwas, zusammengesucht, geputzt, gebündelt und geordnet hatte. Nach knapp 6 Monaten war es soweit. Dann, eines schönen Mittwochmorgens ab damit und mir ins Zeughaus. Dessen Angestellte reagieren auch heute immer noch gleich auf ein fröhliches "Halloooo Zusammen, da bin ich erstmal und hab hier was abzugeben", wie damals vor 32 Jahren. Nämlich etwas säuerlich. So säuerlich wie ich selber, als mich der Staatsbedienstete zunächst und stoisch meinen Kram feinsäuberlich auf dem dafür vorgesehen Tisch ausbreiten, büscheln, aufstellen und ordnen lies, um dann, einen kurzen Blick darauf werfend, die gesamte Habe mit einem Wisch in den daneben stehenden Container zu befördern.

Der Hammer kam zum Schluss, in Form eines Griffs in einen weiteren Container hinter ihm, daraus einen kleine silberne Kartonschachtel entnehmend und mir mit den Worten "als Dank des Vaterlandes für 32 Jahre geleistetet Arbeit in Form von mehr als 1200 Diensttagen" zu überreichen. 

Darin enthalten, eine Packung Militärbisquits und ein Riegel Schokolade.....

Ruhn! Abtreten.



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