Gewöhnliche Gewohnheiten

Ich mag Zürich. Ich mag den Kontakt zu Leuten. Allen. Fast. Ich mag auch Weihnachten. resp die Zeit davor. Was ich weniger mag, ist dies Alles in Kombination. Also Zürich in der Vorweihnachtszeit mit all den Leuten. Resp. weniger die Tatsache an sich, als den Umstand den dies mit sich bringt. Also die Unruhe.

Warum? Es ist nichts mehr wie sonst. Nichts. Gar nichts. Sie wissen was ich meine? Zum Beispiel können sie normalerweise am Bellevue die Strassen auch bei Rot überqueren. Ich würde vermutlich leicht übertreiben, wenn ich behaupte man kennt sich untereinander. Also all die Automobilisten und Tramführer dieser Stadt. Aber es ist nahe dran. Zürich ist klein und überschaubar. Man weiss, der oder die sind immer um die selbe Zeit am selben Ort und brauchen so und so lang um die Strasse zu überqueren. Also wenn ich den Fuss ganz kurz vom Gas nehme, reicht es, dass er oder sie das überlebt. Man streift sich vielleicht. Nur ganz leicht. Höchstens. Noch schnell ein kurzes Winken in den Rückspiegel und gut ist. Es gibt sogar schon Touristen, die sich an das gewöhnt haben. Also richtige Touristen, nicht all Jene, die seit einigen Jahren mehr oder weniger lang in die Stadt einfallen und uns NICHT die Arbeitsplätze wegnehmen. Nein, die nicht. Aber die Parkplätze. Und ich weiss nicht, was schlimmer ist. In Zürich.

Aber ich verliere mich in Details. Ich wollte ja von wegen der Umstände.....aber es hat damit zu tun. Also das Bellevue. Zumindest örtlich. Denn mein Stammlokal befindet sich in der Nähe. Und DASS hat vor allem damit zu tun. Den Umständen. Mittlerweile ist es übrigens schon das Stammlokal fast der ganzen Familie. Zumindest der besseren Hälfte. Das ist wichtig. Es hat nämlich mit dieser Geschichte zu tun. Sie werden sehen.....

Aber zurück zu den eingangs erwähnten Umständen. All diese Haufen. Diese Haufen von Leuten, fallen ein. Nicht nur in die Stadt sondern auch, zumindest in grösseren Teilen, in das Stammlokal. Was für dieses wirtschaftlich durchaus Sinn macht, treibt uns, die anderen Stammgäste, und mich, in den Wahnsinn. Es ist, unterm Jahr, nämlich alles geregelt. Man kennt sich. Man weiss, wer wann kommt, wo sitzt und wie lange bleibt. Es ist fast wie auf dem Land. Nur in der Stadt. Was mich beruhigt. Nicht das ich was gegen das Land hätte. Also die Leute und das Leben dort. Ich habe auch nichts gegen, sagen wir, Nacktschnecken. Auf einem Weg. Man kann sich schliesslich aus dem Weg gehen. in beiden Fällen. Also Alles gut. Zurück ins Stammlokal. Zum Haufen. Dieser Haufen bringt Alles durcheinander. Und dieses Gefühl, dass mag ich nicht. Es ist ähnlich, wie einem auf einer langen Rolltreppe, auf der alles seinen Gang geht, oder steht, Sie erinnern sich? Steher oder Geher, also auf dieser langen Rolltreppe, auf der sich, zumindest in Zürich, auch beinahe Alle kennen und wissen wo sie wie zu stehen oder gehen haben, einem plötzlich ein Geistergeher entgegenkommt. Mit einem Rollkoffer im Schlepptau. Was über kurz oder lang auch zu einem Haufen führt....am Ende. Am Ende der Rolltreppe.

Zum Glück liege ich aber nicht unterdiesem Haufen, sondern sitze. In meiner Stammkneipe, am Bellevue. An der Bar. Aufgrund der Situation zwar nicht auf meinem Stammplatz und unter vielen Fremden. Aber immerhin. Und ehe ich mich darüber aufrege und ihnen diese Geschichte auftische, kommt Dodo. Nein, NICHT Godot. Es stimmt schon. Dodo kommt. Und frägt: Du heute alleine? Wo Frau? Krank? Macht nix. Ich da hinten Deine Stammplatz. Jetzt frei. Du gehen.

Dodo! Ich liebe Dich....

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