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Evolution

Da! Schon wieder! Erst war es nur so eine diffuse Beobachtung im Unterbewusstsein, doch jetzt fällt es mich immer öfter, an den unterschiedlichsten Orten, auf.

 

Ich gehöre noch zu einer Generation von Menschen, die ein Restaurant, eine Bar oder eine Kneipe um des geniessen willens betreten. Zugegeben, manchmal auch weil sich ab und an schon beginnt das Zipperlein bemerkbar zu machen. Aber zum Thema „gefühltes vs. effektives Alter“ mehr in einer anderen Geschichte.

 

Jedenfalls, wenn ich solch ein Etablissement betrete, dann lasse ich zuerst mal den Blick schweifen. Wo hat es einen mir genehmen Tisch, wer sitzt in unmittelbarer Nähe, möchte ich mit diesem oder jenem in Kontakt/in ein Gespräch kommen, hat es auch etwas für’s Auge (nicht was Sie jetzt denken…es geht mir dabei fast wirklich ausschliesslich nur um ein stimmiges Gesamtbild und dieses hängt nicht nur an einer Wand). Habe ich das Gesuchte ausgemacht steure ich darauf zu und beginne mich häuslich einzurichten. Passt Alles, lasse ich den Blick schweifen und ergebe mich den Dingen, die da kommen….manchmal aber auch nicht, was soll’s. Jedenfallsgeht das Ganze einher mit einem gewissen Mass an Würde und innerer Haltung, die sich in einem, meinem, aufrechten Gang widerspiegelt. Die Zeit, in der ich gebückt an meinem Rollator hängend um die Ecken kurve und zum Schrecken anderer, braver, Verkehrsteilnehmer werde, kommt noch früh genug. In letzter Zeit fällt mir aber folgendes auf:

 

Die Tür öffnet sich, herein schleicht eine Mischung zwischen Quasimodo und Schweisshund. Geschlecht aufgrund der gebückten Körperhaltung zunächst undefinierbar. Unter dem Arm ein Laptop oder sonst ein elektronisches Teil. Der, in der Regel, etwas irre mitunter auch gehetzte Blick schweift suchend durch den Raum. Mein erster Gedanke. Mist! Da hat sich ein Junkie auf der Suche nach seinem nächsten Schuss etwas „organisiert“ dass er hier zu Geld machen will und bei meinem Glück sucht er sich dafür ausgerechnet mich aus. Ich beginne in Gedanken bereits etliche Fluchtszenarien durchzuspielen. Erst die relative Gelassenheit des anwesenden Personals, das seine stoische Haltung auch dann nicht aufgibt, als der Neuankömmling mit gequältem Blick in die Knie geht und fast auf dem Boden rutschend die Wände entlangschnüffelt, beruhigt mich wieder. Und da fällt es mir wie Schuppen aus den Ohren. STECKDOSE! Der sucht tatsächlich eine Steckdose.

 

Die Digitale Revolution treibt uns in der Evolution scheinbarvom aufrechten Gang wieder zurück in die Kauerhaltung einesNeandertalers, steht’s auf der Suche nach einer Tankstelle für unsere Gadgets. Sie fallen mir immer häufiger auf. Bereits warte ich auf den Ersten, der mit einer Stromschiene im Gepäck auftaucht um dem Umstand der noch nur wenig vorhandenen Möglichkeiten des Strombezuges an öffentlichen Orten zu begegnen. Vielleicht sollte ich in Aktien eines Steckdosenherstellers investieren…..

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Wasser bis zum Hals

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Lange Rede kurzer Sinn

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Berührungsängste

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