Weite

Also wirklich. Ich verstehe es nicht ganz. Wie so vieles. Zum Beispiel, dass ich Billag zahlen muss. Um dann trotzdem, wenn ich denn mal vor der Glotze sitze, was selten genug passiert, mit Werbung zugemüllt werde. Auf den öffentlich rechtlichen Sendern. Die Privaten sind mir schon von Haus aus zu doof. Oder warum ich bei den SBB in einem überfüllten Zug mit einem Ticket 2. Klasse nicht im (klassenlosen) Vorraum zur 1. Klasse stehen darf. Muss ich ja auch nicht verstehen. Sind ja Kleinigkeiten. Bei dieser Sache in der Geschichte hier, geht es aber um etwas grosses. Sehr grosses sogar. Also für Schweizer Verhältnisse. Im speziellen in Zürich. Weil, ich liebe ihn. Wirklich. Ich schwör. Heiss und innig. Bei Sonne und Regen. Egal.
Ich spreche vom Sechseläutenplatz. Und ich bin bei weitem nicht der Einzige. Besonders bei schönem Wetter. Er gibt Zürich das gewisse Etwas. Ich will jetzt nicht sagen, Grösse. Sonst sofort wieder so: "Die Zürcher und ihr Grössenwahn". Darum, sage ich mal lieber: "Weite". Er gibt der Stadt eine gewisse Weite. Und darum verstehe ich nicht, das man ihm diese Weite immer wieder nehmen muss. Weil, das Fest der Herren in Strumpfhosen steht ja wieder vor der Tür. An dem aufgeklärte Menschen glauben, an der Verweildauer des explodierenden Schneemannes im Feuer die Dauer des Sommers ablesen zu können. Und die Frauen ihren Geschlechterkampf vergessen. Weil sie sich mit ihrer Zunft in die zweite Reihe abschieben lassen, notabene von den Herren, die sie schon das ganze Jahr über in ihre Schranken weisen und damit benachteiligen. In der so genannten freien Wirtschaft. Dafür bekommen sie dann auch noch Blumen. Die Herren. Nicht die Damen. Sondern von! Die Herren bekommen VON den Damen Blumen. Auch Küsse. Links und Rechts. Um am nächsten Tag schon wieder zu zicken, man, also Frau, werde benachteiligt. Immer und überall. So ein Zirkus. Der übrigens auch. Nimmt gleich im Anschluss dem Platz die Weite. Und stellt sein Zelt darauf. Und ein paar Elefanten. Und jetzt lustig. Der Tierschutz. Ein Theater, wenn mal so ein Elefant nicht ganz so gehalten wird wie im normalen Leben. Darum die Elefanten jetzt ja ein neues Zuhause. Im Zoo. Aber am Bellevue? Auf dem (Stein-) Platz? Mitten im Verkehr? Nix. Kein Ton. Ich sag jetzt nicht, dann schickt doch den Zirkus in den Zoo. Nein. Aber warum nicht auf die andere Seeseite? Hat ja genug Platz da. Und lasst den Platz vor der Oper doch ganz einfach denen, die ihn wirklich brauchen. Den Menschen.

Aber ich muss ja nicht alles verstehen.


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