Von Hexen, Berlinerinnen, Floralen und Viechern

Diese Geschichte sollte eigentlich von Shorts handeln. Und Babytragetüchern. Und von der Würde des männlichen Wesens. Oder, etwas schlüpfriger, von meinem Besuch im Hamam um die Ecke. Und das es dort mit den zwischenmenschlichen Beziehungen, resp. Berührungen halt so eine Sache ist. Nun kommen beide Geschichten halt erst etwas später.

Aus aktuellem Anlass ziehe ich nämlich eine andere Story vor. Ich weile wieder einmal in Berlin. Und so, wie es an der Streetparade keine (Stadt-) Zürcher hat, so hat es im Sommer in Berlin keine Berliner. Also Pfannkuchen schon. Die hat es immer. Weil die Berliner in der Schweiz heissen in Berlin ja Pfannkuchen. So wie die Wiener in Wien Frankfurter heissen, in Frankfurt hingegen Wiener. Sie verstehen? Ja? Dings. Schön. Ich nämlich langsam nicht mehr. Item. Macht ja nix.
Auf jeden Fall weiss ich das von einer echten Berlinerin. Das es im Sommer, wenn die Luft in den Strassen der Hauptstadt flimmert vor Hitze, keine Berliner hat in Berlin, sondern nur Touristen. Und die obligaten Strassenmusiker aus dem Osten. Ich nenne jetzt extra keinen Ländernamen Und mich. Und das wollte ich sehen. Respektive nicht sehen, weil ja nicht vorhanden. Kam dann aber alles ganz anders. Wie immer. Und ich musste wieder einmal zuhören. Obwohl ich gar nicht wollte. Habe dann halt einfach nichts mehr gesagt. So als Ausgleich. War dann aber auch nicht recht. Aber jetzt von vorne. Wobei, die Damen, mehrere und echte Berlinerinnen übrigens, die ja eigentlich nicht da sein sollten, sah ich erst nur von hinten.

In Berlin war ich aus beruflichen Gründen. Ich sage extra "beruflich" und nicht "geschäftlich". Letzteres klingt in meinen Ohren etwas, nun ja, protzig halt. Und auf meine Erklärung des Unterschieds zwischen "beruflich" und "geschäftlich" verzichte ich mal lieber. Also beruflich. Passt besser zu mir. Finde ich. Und heiss war es auch. Darum am Abend noch etwas auf die Gasse. Und weil das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, auch gleich noch Freundschaften pflegen. Jetzt hätte ich fast "Seilschaften" geschrieben....aber das wäre ja fast etwas anrüchig. Auf jeden Fall einer Freundin geschrieben, dass ich weile, in ihrere Nähe und Gedenke noch etwas auszugehen und ob sie mich geleiten möge. Sie natürlich auch Berlinerin. Und trotz flimmern in der Stadt. Und willig. Mich zu begleiten. Also nüscht wie los und ab dafür. Wir trafen uns auf der Strasse vor ihrem Haus. Und auf der anderen Strassenseite trafen wir dann auch. Auf diese Gruppe weiblicher Berlinerinnen. Zum Teil Bekannte meiner Bekannten. Die Damen, die eigentlich auch nicht da sein dürften, Sommer, Hitze, Touristen, sassen fröhlich vor sich hin und sprachen einem undefinierbaren Roten zu. Und wie das so ist, bei einer Gruppe Damen und nur einem Herren...letzterer begann, als sich das Gespräch der Damen nur noch um Belanglosigkeiten drehte, also nach ca. 4 Sekunden, grosszügig geschätzt, zu langweilen. Ich langweilte also so vor mich hin, und wollte schon stiften gehen, in Richtung Buletten. Also ich auf einmal gewisse Reizwörter vernahm. Die da waren:

Hexe, Florales und das Viech.

Ich weiss, dass die Damen diese Geschichte lesen werden. dafür habe ich in meiner Boshaftigkeit gesorgt. Und das ich schonungslos offen sein werde. Und daher werden die Damen spätestens jetzt zusammengezuckt sein und alarmiert den Atem anhalten. Ich liebe es. Ich habe auch Bildmaterial. Und nicht zu knapp. Ich höre das Luftanhalten bis hier her, Steffi ;-)

Sie können es sich denken. Ich musste sogar die Sonnenbrille aufsetzen. Abends. Um 21:00 Uhr. So sehr hörte ich nicht zu. Also weg. Ich hörte weg. Und ging dann doch Richtung Buletten. Madame folgte mir. Mit Müh und Not bekamen wir einen Platz, draussen auf dem Trottoire. Unter einer Laterne. Und sahen all den Berlinern zu, die vorbei schlenderten und eigentlich gar nicht da waren. Die Hexe sahen wir auch. Und das Florale. Warum Viech, ist mir heute noch schleierhaft.
Was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja. Ich hab noch einen Koffer in Berlin. Und sie ist eine Reise wert. Auch im Sommer. Trotz Berliner, in der Stadt....


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