Das rote Sofa oder Meilen ist nicht Mailand

Man muss offen sein, im Leben. Meistens von Aussen her. Und eher Fremdbestimmt. Und meistens von Menschen gefordert, die's selber, nun ja, Dings halt. Selber nicht unbedingt so ganz offen sind. Mit sich selber und schon gar nicht mit anderen. Aber die sollen! Gefälligst, Bitteschön. Die Anderen. Ich bin überzeugt, sie wissen was ich meine.

Ruedi ist nun auch....offen. Aber so etwas von offen auch. Der Wind, der durch dieses Offenheit pfeift, und anschliessend um seine Ohren, der wirft ihn fast um. Darum, Ruedi momentan in Vorlage. Also körperlich. Nicht das sie denken, Dings. Und weil ihn der Hexenschuss plagt. Sagt er. Das Alter, meint er. Ich denke eher, er sass zu lange im Tram. Aber Item. Vorlage. Jetzt. Und offen sein. JAWOHLLLL! Und Haltung. Schliesslich Militär auch einmal. Ein paar Jahre lang.


Also Vorlage und Offen und Haltung und überhaupt. Darum sitzt er nicht mehr so oft im Tram. Lieber sitzt er auf dem roten Sofa. Ab und zu nur. Nicht das man ihn noch verwechselt. Mit einer Modepuppe. In Zürich ja letztens so eine Aktion. Menschen mit Behinderung als Modepuppe. Und Leute dann denken, Mann, was hat diese Puppe den für eine Behinderung. Darum nicht so oft. Und wegen des Besitzers. Des Sofas, nicht der Puppen. Lustig. Weil da wo das rote Sofa steht, nicht unbedingt Zielgruppe. Von Ruedi. Oder Ruedi nicht von Denen, die da sind. Weil die, von der Realität des Lebens noch meilenweit entfernt, eher noch beschäftigt mit Selbstprojektion. Sprich jünger. Auch ein paar Ältere, aber die zählen nicht so wirklich. Und öffnet sich vor sich hin. Und beobachtet. Die Welt und die Leute. Drinnen und draussen. Sprich vor und hinter dem roten Sofa. Quasi. Aber spannend. Leute kommen rein, sehr selbstbewusst. Fast schon etwas arrogant von Selbstüberzeugung. suchen, glauben zu finden, verschwinden in der Umkleide, kommen raus und drehen sich, verliebt in ihr Anlitz, vor dem Spiegel. Und, sie werden's nicht glauben. Zuerst, Ruedi gesehen und Nase gerümpft und gedacht Was. Ist. Dass. Denn? Und jetzt vor dem Spiegel und dreh und schau und ein Blick zu Ruedi, weil rotes Sofa und Ruedi strategisch perfekt positioniert. Und Ruedi schaut zurück. Und jetzt spannend. Nur ein Zucken in Ruedis Gesicht, sprich Augenbraue, die Linke, 0,5 Millimeter nach oben, sprich Skepsis...FERTIG! Selbstsicherheit weg, Kleid weg, Person auch weg.

Was noch da, ist der Ladenbesitzer. Kollege von Ruedi. Und im Zwiespalt. Weil Freund, aber auch Bilanz Mensch. Und Bilanz soll, muss, positiv sein. Die, in der Kasse. Und Ruedi natürlich, nun ja, nicht unbedingt verkaufsfördernd.

Darum wird Ruedi umplatziert. Also eigentlich das Sofa. Und weil Ruedi draufsitzt...klar, oder? Nach Meilen. Irgendwann im Februar. Er wird dann ein paar Storys aus seinem Leben zum Besten geben. Wenn er will. Und sie wollen. Und auch wenn Meilen nicht Mailand. Ich denke bereichernd wird's trotzdem. Also nicht finanziell. Nicht für Ruedi und nicht für das rote Sofa. Aber für sie.

Sprich Lebenserfahrung, Notausdruck.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der bewegte Mann

Fleischwolf

Die Nummer Eins